Diese Webseite verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

OK

Sieg statt Rechenschieber

Den Trumpf in der Hand: Ein Sieg reicht dem Club zum Weiterkommen

Nürnberg - Das Positive vorweg: Nach dem 2:1 gegen Alkmaar vor zwei Wochen, dem ersten Sieg in UEFA-Cup-Gruppe A (zuvor eine 0:2-Niederlage gegen Everton und ein 2:2-Unentschieden in St. Petersburg), hat der 1. FC Nürnberg alle Trümpfe in der Hand, um die Runde der letzten 32 zu erreichen.

Das heißt: Mit einem weiteren "Dreier" am Donnerstag (20.12.07, 20.45 Uhr) beim punktlosen Larissa FC wäre der derzeit viertplatzierte Club definitiv für das Sechzehntelfinale qualifiziert, weil er am spielfreien Tabellenzweiten Zenit St. Petersburg vorbeiziehen würde. Kompliziert wird's dagegen bei einem Remis und einer Niederlage; fcn.de klärt auf: 

  • Sogar eine Niederlage könnte reichen: Wenn die beiden Pokalsieger von 2007 sich die Punkte teilen, muss der Tabellendritte Alkmaar im zeitgleich stattfindenden Duell mit Everton unbedingt verlieren. Denn bei einem Remis gegen die Engländer würden die Holländer und auch der spielfreie Russische Meister St. Petersburg im Vergleich zum Club stets über das bessere Torverhältnis verfügen. Und sogar bei einer Niederlage könnten die Cluberer am Ende doch noch ins Sechzehntel-Finale einziehen - wenn Alkmaar gegen Everton um gleich zwei Tore höher verliert als Nürnberg. Ein Beispiel: Verliert der Club mit 0:1, Alkmaar aber sogar mit 0:3 - dann wären die Franken aufgrund des besseren Torverhältnisses (-2 gegenüber -3) weiter.

  • Doch es geht auch noch komplizierter: Denn beide Mannschaften könnten im Falle einer Niederlage punkt- und torgleich sein. Dann wären folgende Kriterien ausschlaggebend: Zunächst die mehr geschossenen Auswärtstore (bislang jeweils 2), dann die Anzahl der Siege insgesamt (bislang jeweils einer). Zwei Beispiele: Nürnberg verliert mit 0:1, Alkmaar mit 1:3. Dann hätten beide Mannschaften ein Torverhältnis von 4:6, die gleiche Anzahl an auswärts erzielten Toren (s. o.) und die gleiche Anzahl von Siegen. Jetzt entscheidet der UEFA-Koeffizient, und Alkmaar wäre weiter. Der Club hätte die Nase vorn, wenn er mit 1:2 und Alkmaar zeitgleich mit 2:4 den Kürzeren ziehen würde. Beide Kontrahenten hätten 5:7 Tore, das Meyer-Team aber wäre dank der mehr erzielten Auswärtstreffer weiter.

  • Konzentration aufs eigene Spiel! Der 1.FCN ist gut beraten, sich nicht auf einen Auswärtserfolg von Everton zu verlassen. Denn mit neun Zählern sind die Engländer bereits als Gruppenerster qualifiziert, die ganz große Spannung wird bei den Toffees nicht mehr da sein. Und Alkmaar hat von seinen bisherigen 32 Heimspielen im Europapokal kein einziges verloren. Auf den Punkt gebracht: Der Club kann sich ganz auf seine Partie und den benötigten Sieg konzentrieren!

  • Lange nicht mehr auswärts verloren: Die letzte Club-Auswärtsniederlage im Europapokal liegt schon fast 40 Jahre zurück. 1968 setzte es in der 1. Runde des Landesmeister-Pokals ein 0:4 bei Ajax Amsterdam, die folgenden drei Auswärtsspiele blieb der Club ungeschlagen.

  • Große Namen locken! Sollte Nürnberg als Tabellenzweiter weiterkommen, träfe man auf einen Tabellendritten aus der Champions-League-Gruppenphase und hätte dann im Rückspiel Heimrecht. Der Reiz ist groß, es warten Namen wie Olympique Marseille, Glasgow Rangers, PSV Eindhoven, Rosenborg Trondheim, Benfica Lissabon, Sporting Lissabon oder Slavia Prag. Im Falle einer Qualifikation als Dritter würde der Club sich mit dem Sieger einer anderen UEFA-Pokal-Gruppe messen, hätte im Hinspiel Heimrecht. Nach jetzigem Stand führen folgende Mannschaften ihre Gruppe an, gegen die der 1.FCN spielen könnte: Villareal, Spartak Moskau, Tottenham, Panathinaikos, Bolton und Bordeaux. Aufgrund der Bestimmungen ist ein Duell mit einem anderen deutschen Verein erst im Achtelfinale möglich. Die Auslosung für die Runde der letzten 32 findet am Freitag um 13.00 Uhr MESZ in Nyon statt.

  • Vorsicht, Meggsy! Michael Beauchamp ist bei der nächsten Gelben Karte gesperrt.

  • Chancenlose Griechen: Larissa hat als eines von vier Teams (Toulouse, Roter Stern Belgrad, Austria Wien) im UEFA Cup alle Gruppenspiele in der laufenden Saison verloren und wird - unabhängig vom Resultat am Donnerstag - Tabellenletzter in Gruppe A werden. Aber, alle Achtung: Vor dem 2:3 zuhause gegen St. Petersburg hatte der Griechische Meister von 1988 noch keines seiner sieben Heimspiele im Europapokal verloren. Diese Serie reicht zurück bis ins Jahr 1983.

  • Bester Schütze: Der brasilianische Mittelfeldspieler Cleyton (bürgerlicher Name: Alexandre Henri Marco Silva Cleyton) hat die meisten der elf Ligatore für Larissa erzielt: drei. Im UEFA Cup schaffte er einen Anschlusstreffer bei Everton.

  • Erstes Kennenlernen: Larissa und Nürnberg standen sich noch nie zuvor in einem UEFA-Vereinswettbewerb gegenüber. Für Nürnberg ist es ebenso die erste Begegnung mit einem griechischen Team wie für Larissa mit einer deutschen Mannschaft.

  • Fürth und Leipzig: Zwei Akteure von Larissa haben bereits in Deutschland gespielt. Der slowakische Angreifer Jozef Kozlej war 1998/99 eine halbe Saison an den Lokalrivalen Greuther Fürth ausgeliehen, während der deutsche Verteidiger Marco Förster seine Karriere beim VfB Leipzig begann. Cottbus' Flügelspieler Efstathios Aloneftis, der erste Zyprer in der Bundesliga, kam aus Larissa zu den Lausitzern. Und auch Leverkusens Torjäger Theofanis Gekas kickte einst für den griechischen Erstligisten.