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Hört hier den Beitrag von Mathias Zeck vom Club-Medienpartner Radio Gong 97.1 mit dem Griechenlandexperten Georgios Mertsiotakis über Land und Leute, Teil I, ...

... und Teil II.

Neue Euphorie bei den Dunkelroten

Feierte mit seinem Pokalsieg einen beachtlichen Erfolg: Larissa FC

Nürnberg - Wenn der 1. FC Nürnberg am Donnerstag (20.12.07, 20.45 Uhr) bei Larissa FC sein letztes Gruppenspiel im UEFA Cup bestreitet, freut sich ein Cluberer ganz besonders: Angelos Charisteas. "Es ist für mich ein besonderes Spiel. Erstmals spiele ich nach sechsjähriger Abwesenheit wieder mit einem Verein in meiner Heimat. Ich freue mich schon darauf", sagte der griechische Nationalstürmer.

Wie Nürnberg hat sich Larissa, das 1964 aus der Vereinigung vier ortsansässiger Fußballvereine gegründet wurde, durch den Pokalsieg 2007 im eigenen Land (2:1 im Finale gegen Panathinaikos Athen) - den zweiten nach 1985 - für den UEFA Cup qualifiziert. Anschließend schalteten die Dunkelroten (Vissini) în der Auftaktrunde die hochfavorisierten Blackburn Rovers aus (2:0, 1:2). In der Gruppenphase haben die Griechen allerdings noch keinen Punkt ergattern können und liegen abgeschlagen am Tabellenende, so dass es für sie am Donnerstag nur noch um die Ehre geht.

Erster Provinzklub, der Griechischer Meister wurde

Außerhalb der hellenistischen Welt ist der Klub aus der Hauptstadt der Verwaltungsregion Thessalien nur wenigen Fußballfans ein Begriff. Dabei brachte Larissa 1988 das Kunststück fertig, als erste Mannschaft, die nicht aus Athen oder Thessaloniki kam, die Griechische Meisterschaft zu gewinnen. Zuvor war Larissa mehrmals aus der höchsten griechischen Liga, in der es zum ersten Mal 1972 spielte, auf- und wieder abgestiegen.

1996 konnte der Verein, für den einst auch die Bundesliga-Profi Theofanis Gekas und Efstathios Aloneftis aufliefen, erneut die Klasse nicht halten. Es folgten schwierige Jahre mit finanziellen und organisatorischen Problemen. Vor vier Jahren vermied man mit Müh und Not den Abstieg in die vierte Liga. Unter dem neuen Präsidenten Konstantinos Pildadakis erlebte der Verein dann jedoch seine sportliche Wiedergeburt. Gemeinsam mit Trainer Giorgios Doni, dem ehemaligen griechischen Nationalspieler, führte der erfolgreiche Jungunternehmer Larissa 2005 aus der Bedeutungslosigkeit zurück in die heimische Super League und sorgte bei den Fans für neue Euphorie. Zurzeit rangiert die Mannschaft nach zwölf Spieltagen auf Platz zehn.

Die Partie findet in Volos statt

Wappentier des Klubs ist das Pferd, das auch im Altertum aufgrund der bedeutendsten Pferdezucht Griechenlands Symbol der Stadt Larissa war. Das Stadion Alkazar ist seit jeher die Spielstätte der Dunkelroten, im Europapokal weichen die Griechen jedoch auf das Panthessaliko-Stadion in Volos aus, weil die Standards in der eigenen Sportarena nicht den Vorgaben der UEFA entsprechen. Das Fassungsvermögen des Panthessaliko-Stadions, das anlässlich der Olympischen Spiele in Athen 2004 erbaut wurde, liegt bei 22.700 Zuschauern, die es sich ausschließlich auf Sitzplätzen bequem machen dürfen.

Zwei Akteure von Larissa haben schon in Deutschland gespielt. Der slowakische Angreifer Jozef Kozlej wurde 1998/99 eine halbe Saison an die SpVgg Greuther Fürth ausgeliehen, während der deutsche Verteidiger Marco Förster seine Karriere beim VfB Leipzig begann. Einer der Schlüsselspieler von Coach Doni ist der torgefährliche brasilianische Mittelfeldakteur Cleyton.

Schon über 10.000 Jahre alt

Die Stadt Larissa hat 126.000 Einwohner und liegt im Zentrum des Thessalischen Beckens. Berge wie der Ossa schirmen die siebtgrößte Metropole Griechenlands, die vom Fluss Pinios durchkreuzt wird, zur Ägäis hin ab. Die Stadt ist eine der ältesten bekannten Besiedlungen in der Steinzeit (ca. 10.000 v. Chr.). Fast unter jedem Haus, das einmal abgerissen wurde, fand man Gräber oder Gegenstände aus dieser Zeit. Einiges davon kann man heute in dem im Stadtzentrum gelegenen archäologischen Museum bewundern. Besonders sehenswert ist zudem der "Große Hauptplatz", der von Banken, Universität und vielen Geschäften umsäumt ist.

Interessant für Club-Fans ist die nahe gelegene Stadt Volos, wo die Partie gegen Larissa ausgetragen wird. Volos ist eine lebendige Hafenstadt am Pagasitischen Golf. Die Hauptstadt der Präfektur Magnesien hat rund 85.000 Einwohner und liegt auf halber Luftlinie zwischen Thessaloniki und Athen. 1955 wurde der alte Stadtkern bei einem Erdbeben zum größten Teil zerstört. Der komplette Neubau der Ortschaft führte zu einem modernen Stadtbild, das kaum historische Gebäude aufweist.