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Hört hier den Beitrag von Mathias Hochreuther vom Club-Medienpartner Radio Gong 97,1 zum UEFA-Pokal-Gruppenspiel gegen Alkmaar.

"Wollen unsere Chance nutzen!"

Nürnberg - Klar, angesichts der derzeitigen sportlichen Situation genießt die Bundesliga absoluten Vorrang. Aber nach dem 2:2 im Kühlschrank von St. Petersburg haben es die Cluberer am Mittwoch (04.12.07), 20.45 Uhr, im UEFA-Cup-Heimspiel gegen AZ Alkmaar selbst in der Hand, im Europapokal zu überwintern, sich also für das Sechzehntel-Finale zu qualifizieren. 

Dazu muss allerdings ein Sieg her - es wäre der erste vor eigenem Publikum im UEFA Cup und der erste Europapokalsieg seit über 19 Jahren (2:1 beim AS Rom). "Wir wollen morgen erneut ein schönes Spiel auf europäischer Bühne abliefern und alles geben", sagte Trainer Hans Meyer am Dienstagabend bei der Pressekonferenz im easyCredit-Stadion vor zahlreichen Journalisten (auch aus Holland). "Wir wissen, dass wir uns mit einem Erfolg am Mittwoch ein kleines zusätzliches Weihnachtsgeschenk bereiten können. Wir wollen unsere Chance auf Platz drei nutzen!", meint Manager Martin Bader.

Jacobsen und Spiranovic wieder im Training

Trotz des Bonbon UEFA Cup dachte Meyer, der am Mittwoch sein 75. Europapokalspiel auf der Trainerbank erleben wird, schon an die nächsten Aufgaben in der Bundesliga: "Das Hertha-Spiel ist in der jetzigen Situation wichtiger. Gegen Alkmaar dürfen wir schon verlieren, gegen Hertha am Sonntag jedoch nicht. Ich hoffe, es wird sich morgen niemand verletzen." Mit Peer Kluge, gegen Duisburg noch Gelb-gesperrt, steht ihm ein wichtiger Akteur wieder zur Verfügung, auf der Tribüne nehmen dafür Dario Vidosic und Chhunly Pagenburg Platz. Positiv: Lars Jacobsen und Matthew Spiranovic befinden sich wieder im Training.

Zu weiteren personellen Fragen meinte Meyer: "Es wird kaum Veränderungen in der Aufstellung geben. Konkrete Namen nenne ich, wie immer, nicht. Aber ich habe wenig Alternativen." Von holländischen Journalisten auf seine Vergangenheit als Coach bei Twente Enschede angesprochen, sagte der 65-Jährige, der niederländisch sehr gut versteht, aber auf deutsch antwortete: "Ich denke gerne an Holland zurück. Ich war fast vier Jahre dort und habe eine sehr, sehr schöne Zeit verlebt." Zu seinem 56-jährigen Pendant auf Seiten von AZ nahm Meyer ebenfalls Stellung: "Louis van Gaal ist ein Taktiker, er hat immer gute Arbeit gemacht. Aber auch er hat zum Saisonende Qualität abgeben müssen und einige junge Spieler geholt. Natürlich liegen sie mit fast 20 Millionen Investitionen in neue Spieler deutlich über unseren finanziellen Möglichkeiten."

Galasek: "Wir können mithalten"

Neben Meyer, der sich sicher ist, "dass uns unsere Fans wieder sehr gut unterstützen werden", war auch Tomas Galasek, früherer Ajax-Spieler bei der PK anwesend. Auf niederländisch sagte der Club-Kapitän bezüglich der aktuellen sportlichen Situation des 1.FCN: "Wir wussten vorher, dass es eine schwierige Saison werden würde. Es geht immer hoch und runter, das ist normal im Fußball. Aber wir kriegen das hin." Galasek schätzte auch die Chancen seiner Mannschaft am Mittwoch ein: "AZ hat sich intensiv vorbereitet. Ich denke aber, dass wir gut mithalten können."

Nach dem 1:1 zum Auftakt in Petersburg und dem mühsamen Heimsieg gegen Larissa FC vor Wochenfrist (1:0) sind die Gäste von AZ Alkmaar in der Gruppe A noch ungeschlagen. Und auch in der heimischen Liga, der Ehrendivision, lief es nach enttäuschendem Start zuletzt wieder besser, als die Schützlinge von Louis van Gaal zehn Punkte aus vier Spielen einheimsten. Doch ausgerechnet bei Meyers Ex-Klub Twente Enschede setzte es am vergangenen Wochenende wieder eine Niederlage (1:2). In der Tabelle rangiert man mit 18 Punkten auf Platz zehn.

Alkmaars Ari fehlt gesperrt

Von der individuellen Klasse - gerade nach den Abgängen Danny Koevermans (PSV Eindhoven) und Shota Arveladzes (UD Levante) - kann der AZ sicherlich nicht mit den großen Drei des holländischen Fußballs mithalten. Aber in der Heimat steht Alkmaar immerhin im Ruf, den schönsten und zugleich mannschaftlich geschlossensten Fußball zu bieten.

Trotz der kollektiven Qualitäten seines Teams wird van Gaal der Ausfall seines brasilianischen Angreifers Ari schmerzen; der mit sieben Meisterschaftstreffern erfolgreichste Goaolgetter in Reihen der Gäste war in St. Petersburg vom Platz gestellt worden und muss nun ein zweites Mal zuschauen. Für Ari sprang dafür jüngst das belgische Super-Talent Moussa Dembélé in die Bresche, der den Siegtreffer gegen Larissa erzielte. Gefährlich aber auch: Demy de Zeeuw. Der Defensivstratege, sozusagen Alkmaars Galasek, war in der Ehrendivision viermal erfolgreich.

(© Thomas Langer)

Van Gaal: "Tagesform entscheidet"

Nürnberg - Wegen eines Knöchelbruchs betrat Louis van Gaal, der Erfolgstrainer des AZ Alkmaar, das Podium im Pressekonferenzraum des easyCredit-Stadions mit Krücken. Einen Tag vor dem UEFA-Cup-Spiel seiner Mannschaft beim Club (Mi., 20.45 Uhr) beurteilte der ehemalige Bondscoach die sportliche Ausgangslage: "Nürnberg muss morgen gewinnen, wenn sie noch eine Chance haben wollen weiter zu kommen. Der Druck liegt eindeutig bei Nürnberg, das Team braucht einen Sieg."

Aber der Club habe erfahrene Profis, die auch unter Druck spielen könnten, so van Gaal. "Nürnberg ist ein diszipliniertes Team, das die deutliche Handschrift seines Trainers trägt. Hans Meyer habe ich als einen guten Menschen kennengelernt, ein qualifizierter Trainer. Ich freue mich auf ein Wiedersehen."

Gut präpariert

Van Gaal hat sich bestens vorbereitet und weiß, was seine Schützlinge am Mittwochabend im easyCredit-Stadion erwartet: "Die Nürnberger haben wir gut beobachtet, live und auf Video. Sie haben eine kompakte, geschlossene Spielweise. Ich gehe davon aus, dass dies unter Druck auch so sein wird. Sie werden ihren Spielstil nicht ändern, denn das würde der deutschen Mentalität entgegenstehen."

Völlig offen ist für den 56-jährigen Coach der Spielausgang. Van Gaal: "Sowohl AZ als auch Nürnberg können gewinnen, es wird viel von der Tagesform der Spieler und vom Schiedsrichter abhängen."

(© Thomas Langer)