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Hört hier den Vorbericht zum DFB-Pokalspiel der Cluberer beim FC Carl Zeiss Jena von Andy Lindner vom Club-Medienpartner Radio Gong 97,1.

Reise in die Vergangenheit

Nürnberg - Die 2. Runde des DFB-Pokals führt den Titelverteidiger 1. FC Nürnberg zum Zweitligisten FC Carl Zeiss Jena. Am Mittwochabend (31.10.07, 19.00 Uhr) gastieren die Cluberer im Ernst-Abbe-Sportfeld. Also genau dort, wo 1.FCN-Coach Hans Meyer rund 30 Jahre - zunächst als Spieler und dann als Trainer - sein sportliches Zuhause hatte.

"Natürlich verbinde ich mit Jena schöne Erinnerungen. Aber ich bin mit meinen Gedanken in der Gegenwart, und die ist der 1. FC Nürnberg", kommentierte Meyer am Dienstag auf der Pressekonferenz die Reise in die thüringische Vergangenheit. Doch auf diese begibt sich der 1.FCN-Coach, der als Spieler 1963 und 1969 mit Jena DDR-Meister wurde und dann in der Optiker-Stadt von 1971 bis 1983 als Trainer arbeitete, nicht allein. Denn Assistenz-Coach Jürgen Raab und Club-Scout Lothar Kurbjuweit waren in eben jener Zeit die Schützlinge von Meyer, der Jena 1972, 74 und 80 dreimal zum Gewinn des FDGB-Pokals sowie 1981 ins Europapokal-Finale der Pokalsieger führte.

Schmidt vervollständigt Jenenser Club-Quartett

Doch für große Nostalgie bleibt angesichts der sportlichen Situation ohnehin keine Zeit. Nach der 1:3-Niederlage in Wolfsburg hofft Meyer, dass sich sein Team im Pokal rehabilitiert: "Schön am Fußball ist, dass man sich von Enttäuschungen schnell wieder befreien kann." Doch der 64-jährige Trainerfuchs weiß natürlich auch um die besondere Gesetzmäßigkeit, die dem Pokalwettbewerb seit jeher zugeschrieben wird. "Da gibt es immer wieder Überraschungen." Trotz unterschiedlicher Ligazugehörigkeit - "und obwohl wir der Titelverteidiger sind" - würden sich am Mittwochabend Franken und Thüringer "auf Augenhöhe" begegnen. Meyer: "Hinzu kommt, dass es derzeit bei uns alles andere als rund läuft."

Der vierte Jenenser in Reihen der Cluberer ist Ralf Schmidt. Der junge Abwehrspieler trug das Trikot des FC Carl Zeiss von der E-Jugend an 15 Jahre lang, ehe er in diesem Sommer an den Valznerweiher wechselte. "Wir müssen uns mit einem Sieg gegen meinen alten Verein das Vertrauen für das Spiel gegen Stuttgart holen", blickt der 22-Jährige schon auf den kommenden Samstag, an dem es in der Bundesliga gegen den Deutschen Meister geht. Also genau jenes Team, gegen das man mit dem Sieg im Pokalfinale von Berlin eine tolle Saison gekrönt hatte.

Schmidt und Kluge kommen nicht zum Einsatz

Ärgerlich für Schmidt, dass er im Duell mit den alten Kollegen verletzungsbedingt (Bänderdehnung im Sprunggelenk) nicht dabei ist: "Das ist jammerschade, denn ich hatte mich schon mächtig auf das Wiedersehen gefreut." Immerhin: Genauso wie Peer Kluge (Oberschenkelprellung) macht er die Reise in die Heimat mit, um mit Blick auf das Stuttgart-Spiel am Vorbereitungsprogramm teilzunehmen. "Am Mittwochabend werden beide definitiv nicht zum Einsatz kommen", betonte Meyer. Abgesehen von den Dauerpatienten Pinola, Vittek und Jacobsen fehlen in dem aufgestockten 20er-Kader hingegen Leon Benko und Chhunly Pagenburg.

Lutz Lindemann, Sportdirektor von Carl Zeiss, sagt seinem ehemaligen Lehrmeister im Ernst-Abbe-Sportfeld einen harten Kampf an. Mit 15.610 Zuschauern, darunter 1.700 Nürnberger Fans, ist das Stadion seit Wochen ausverkauft. "Hans Meyer muss wissen, dass sein Team hier bei uns ein ziemlich heißer Tanz erwartet", so Lindemann, der als Spieler in der legendären Europapokal-Final-Elf von 1981 in Düsseldorf stand.

Bilanz gegen Jena negativ

Der Alltag beim Tabellenvorletzten der zweiten Liga spricht indes eine andere Sprache. Die Elf von Valdas Ivanauskas, der den nach fünf Spieltagen geschassten Frank Neubarth als Trainer beerbt hatte, verlor fünf ihrer sechs Heimspiele (zuletzt 1:2 gegen Freiburg) und hat fünf Zähler Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Daran änderte auch die Verpflichtung des einstigen Bundesliga-Stars Jan Simak nichts.

Der Club, der mit einem 6:0 gegen den Fünftligisten Victoria Hamburg die 2. Pokal-Runde erreicht hatte, und Jena (3:0 gegen Gera) sind erst viermal - jeweils in der zweiten Liga - in Pflichtspielen aufeinandergetroffen. Die Bilanz ist mit drei Niederlagen negativ. Allerdings: Das letzte Duell mit den Thüringern in der Saison 1997/98 entschied der 1.FCN für sich. Thomas Richter (2) und Markus Kurth erzielten die Tore beim 3:0 für die damals von Felix Magath trainierten Nürnberger.

(© ballon)

Seemann pfeift im Ernst-Abbe-Sportfeld

Zeigt in Jena, wo es lang geht: Marc Seemann

Nürnberg - Schiedsrichter des DFB-Pokalspiels der Cluberer am Mittwoch (31.10.07, 19.00 Uhr) beim FC Carl Zeiss Jena ist Marc Seemann. Der Jura-Student ist seit 1999 Unparteiischer des DFB. In der Bundesliga leitete der 34-Jährige bislang sieben Partien, darunter zwei mit 1.FCN-Beteiligung. In der Hinrunde der vergangenen Saison feierte Seemann beim 1:1 des Club gegen Mainz 05 seine Premiere im Oberhaus. Unter seiner Obhut fand auch am 3. März dieses Jahres das Auswärtsspiel von Hans Meyers Truppe bei Arminia Bielefeld statt. Die Franken verloren mit 2:3.

Im Pokal pfiff Seemann zuletzt in der 1. Runde dieser Saison die Begegnung des SC Verl gegen den TSV München 1860 (0:3). Am Mittwoch im Ernst-Abbe-Sportfeld wird der Essener, der Mitglied der DJK Adler Frintrop ist, zum sechsten Mal für ein DFB-Pokal-Spiel verantwortlich sein. An den Seitenlinien assistieren ihm Dirk Margenberg und Mark Borsch.