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Hört hier den Beitrag von Mathias Zeck vom Club-Medienpartner Radio Gong 97,1 zur Personalmisere des 1. FC Nürnberg.

Jetzt erst recht!

Nürnberg - Aufstehen und neu angreifen heißt es für den 1. FC Nürnberg nach dem unglücklichen 1:2 gegen Bayer Leverkusen, dem fünften Spiel ohne Sieg am Stück. Nach zuletzt zwei Niederlagen versucht der Club trotz seiner Personalmisere mit mindestens vier Ausfällen am Samstag (29.09.07, 15.30 Uhr) beim VfL Bochum nach dem Motto "Jetzt erst recht" wieder zu punkten.

Bei der Pressekonferenz am Donnerstag warf Trainer Hans Meyer erstmal einen Blick zurück: "Es drückt mich, dass wir unseren Kader in der Breite verbessert haben, wie man jetzt auch im ordentlichen Spiel meiner Mannschaft gegen Leverkusen gesehen hat, aber die Resultate nicht dementsprechend sind. Gegen Bayer waren wir statistisch gesehen nicht das schlechtere Team und Michael Skibbes Jungs kamen nach dem richtig guten Lauf der letzten, gewonnenen Partien hochmotiviert zu uns. Ich bin mit meiner Mannschaft generell nicht unzufrieden, aber die Resultate stehen dem total entgegen. In der Partie gegen Leverkusen hat mich erstmals in dieser Saison kein Spieler meiner Mannschaft richtig enttäuscht."

Meyer: "Spielen ja keine Asche"

Meyer sagte, woran es seiner Meinung nach derzeit hapert: "Im Sturm haben wir derzeit richtige Probleme. Direkt vor dem Tor gelingt uns im Moment nichts, der direkte Wille zum Tor fehlt. Kennedy war ein Jahr verletzt. 'Harry' (Angelos Charisteas, Anm. d. Red.) kam erst 14 Tage später in die Vorbereitung, und Benko war ebenfalls lange verletzt. Mit Vittek fehlt ein wichtiger Stürmer, Saenko ist angeschlagen." Martin Bader verkündete deshalb auch dieses: "Wir schauen uns nach einem neuen Stürmer um."

Dennoch sprach Meyer seinem vorhandenen Personal das Vertrauen aus: "Das Team hat eine gute Einstellung. Panik und Aktionismus nützen überhaupt nichts, denn das führt zu weiterer Verunsicherung. Neben den Sturmproblemen müssen wir aber logischerweise weiter an uns arbeiten." So bleiben wie sie sind, sollen die Zuschauer, die Meyer lobte: "Es ist untypisch, dass die Fans nach vier sieglosen Spielen zuhause so mit Niederlagen umgehen. Es gab keine Pfiffe. Normalerweise hätte jedes Publikum Recht auf Unzufriedenheit, aber wir haben einen Bonus. Und das ist ein Zeichen, dass die Leistungen auf dem Platz nicht so schlecht sind. Wir spielen ja keine Asche."

Auch Bochum in Schwierigkeiten

Genauso sah es Bader, der zugab: "Wir stehen trotz hohen Aufwands mit leeren Händen da. Das geht natürlich nicht spurlos an mir vorbei." Daran, die Ziele nach unten zu korrigieren, denkt aber niemand am Valznerweiher. Bader: "Wir haben doch auch vergangene Saison nicht die Ziele nach oben korrigiert, als es sehr gut lief. Wir ändern nicht ständig unsere Ziele. Unser Ziel ist weiterhin, nichts mit dem Abstieg zu tun haben zu wollen." Und auch die Partie in Bukarest spielt jetzt erstmal eine untergeordnete Rolle. Meyer: "Die Bundesliga hat Priorität. Erst dann kommt der UEFA-Pokal."

Vor der Partie am Samstag hat der 1.FCN eine absolut ausgeglichene Auswärtsbilanz mit 3:3-Toren und vier Punkten. Zu wenig, um die verlorenen Heimspiele zu kompensieren. "Es ist dramatisch, wenn man zuhause von möglichen zwölf Punkten nur einen holt und dies mit den Auswärtsergebnissen nicht ausgleichen kann. Wir müssen so schnell wie möglich zuhause punkten, dürfen auf keinen Fall mehr Punkte abgeben", so Meyer. Am besten auch in Bochum nicht. Mut macht, dass auch der VfL seine Probleme hat, wie beim jüngsten 0:1 in Stuttgart zu sehen war. Vier Spiele ohne Sieg, drei Begegnungen ohne Tor - da ist doch was drin! Zeit also anzugreifen, vergangene Saison klappte es schließlich auch...

Verletzt, krank, noch nicht topfit

Vom Arzt Ruhe verordnet bekommen: Angelos Charisteas

Nürnberg - Der 1. FC Nürnberg ist in seiner momentanen Lage wahrlich nicht zu beneiden: Ein verpatzter Saisonstart, Tabellenplatz 17 und fast jede Woche neue Hiobsbotschaften über den Gesundheitszustand einiger Stammspieler. Auch kurz vor der vierten Partie innerhalb von zehn Tagen am Samstag in Bochum (29.09.07, 15.30 Uhr) meldeten sich wieder zwei wichtige Akteure verletzt ab.

Javier Pinola hatte sich am Mittwoch beim 1:2 gegen Leverkusen eine Knochenabsplitterung am linken Schienenbein zugezogen. Trainer Hans Meyer muss auf den Argentinier, der einer seiner Schlüsselspieler in der vergangenen Saison gewesen ist, voraussichtlich bis Weihnachten verzichten. "Es ist zwar schlimm, aber Jammern hilft nichts", kommentierte "Pino" sein Verletzungspech. Jan Kristiansen ist einer der Anwärter für die frei gewordene Linksverteidiger-Position des Argentiniers, aber auch Ralf Schmidt könnte diesen Part ausfüllen und in Bochum eine Chance kriegen.

Charisteas mit Schmerzen, "Altlasten" drücken Hans Meyer 

Neben Pinola fehlt auch Angelos Charisteas. Der griechische Nationalspieler, der zuletzt als Meyers einzige Sturmspitze agierte, verspürt wieder verstärkt Schmerzen im Sprunggelenk. Die vergangenen Begegnungen hatte "Harry" nur mit Analgetika absolvieren können. Der Arzt hat nun dringend Ruhe empfohlen, damit sich das lädierte Gelenk erholen kann. Die aufkommende Kritik am Neuzugang, der bislang glücklos agiert und im Club-Dress noch nicht getroffen hat, versteht Meyer indes nicht: "Angelos ist kein Fehleinkauf gewesen. So einfach ist Fußball nicht."

Weiterhin nicht einsatzbereit sind zudem Robert Vittek (Knieoperation) und Lars Jacobsen (Leistenprobleme). Glauber, Jaouhar Mnari und Marco Engelhardt standen zwar schon wieder im Kader, sind aber noch ein Stück von ihrer Bestform entfernt und bereiten Meyer einige Sorgen: "Ich kann derzeit nicht auf Spieler wie Glauber, Mnari oder Engelhardt zurückgreifen, da sie nach ihren Verletzungen noch nicht wieder in der Verfassung sind, mit der sie uns richtig gut weiterhelfen können. Das sind Altlasten, die mich sehr drücken und erst Recht in solchen Phasen, in denen es - wie derzeit - schlecht läuft."

Wolf und Saenko vermutlich im Kader

Ob Andreas Wolf, der gegen Leverkusen aufgrund einer Fischvergiftung fehlte, am Samstag wieder mit von der Partie sein wird, ist noch offen. Der formstabile Innenverteidiger wird auf jeden Fall im Kader stehen. Ivan Saenko tritt die Reise nach Bochum zu 90 Prozent an. Der russische Nationalspieler ist zwar nicht völlig beschwerdefrei und wird vermutlich erst in vier bis fünf Wochen topfit sein, befindet sich aber auf einem "ordentlichen Weg", wie Meyer mitteilte. Die endgültige Entscheidung, ob Saenko dabei ist, trifft der Coach am Freitag nach dem Abschlusstraining.

Zdebel: "Für Mitgefühl ist kein Platz"

Steht Spielmachern wie Diego auf den Füßen: Thomas Zdebel (li.)

Nürnberg - Gegnerische Spielmacher sind seine Sache. Auf teils rustikale Art versucht Thomas Zdebel, Mittelfeldspieler des VfL Bochum, den Kreativkopf des Kontrahenten auszuschalten. Kleine Fouls zu Beginn einer jeden Partie und aggressives Forechecking lebt der Kapitän des Ruhrpottklubs vor. Am Samstag (29.09.07, 15.30 Uhr) könnte es mit Zvjezdan Misimovic einen früheren Kollegen treffen. Vor der Begegnung mit dem Club sprachen wir mit Zdebel, der abgesehen vom Kampf auch spielerisch einiges drauf hat.


fcn.de: Thomas Zdebel, in Stuttgart mussten Sie nach langer Zeit mal wieder die Bank drücken - obwohl Sie fit waren. Wie hat Ihnen Marcel Koller seine Maßnahme erklärt und wie war es, das Spiel von draußen anzuschauen?

Thomas Zdebel: Als Profi will man immer spielen und natürlich macht es einen nicht glücklich, wenn man nur zuschauen darf und nicht aktiv helfen kann. Aber Marcel Koller hat mit mir intensiv gesprochen und seine Beweggründe waren absolut nachvollziehbar. Die Saison ist lang und wir brauchen jeden Spieler. Gerade in den Englischen Wochen ist die Belastung besonders hoch, und da tut eine Pause auch mal ganz gut. Trotzdem war es beinahe unerträglich, nicht aktiv eingreifen zu können.

Sinnbildlich für das 0:1 beim VfB war, dass Defensivkraft Philipp Bönig mit einem Fernschuss die meiste Gefahr erzeugte. Welche Gedanken sind Ihnen durch den Kopf gegangen, als Sie den harmlosen Auftritt Ihrer Teamkollegen gesehen haben?

Zdebel: Es wäre viel zu einfach, jetzt alles auf die offensiven Spieler abzuwälzen. Wir haben hinten sehr gut gestanden und gegen den Ball gearbeitet, nur nach vorne fehlte es an Konzentration und Ideen. Aber es ging schließlich auch gegen den Deutschen Meister und die Stuttgarter haben Spieler mit großen individuellen Fähigkeiten im Team. Wir wollten uns Möglichkeiten herausspielen, das ist leider zu wenig gelungen. Daran werden wir arbeiten und gegen den Club sicher anders auftreten.

Hätte man nicht schon im Vorfeld mit einem offensiveren System und zwei Spitzen ein Zeichen setzen müssen? Denn in der Defensive stand der VfL wieder gut, aber nach vorne ging ja gar nichts...

Zdebel: Hätte, wenn und aber bringen im Nachhinein gar nichts. Wir haben mit dem gleichen System in Leverkusen zahlreiche Chancen gehabt. Es ist nicht immer nur eine Frage des Systems, sondern auch eine Frage, wie die Spieler dieses System und die Vorgaben des Trainers umsetzen. Letztlich ist auch die Tagesform mit entscheidend.

Mit sieben Punkten aus den ersten drei Spielen war Bochum der Saison-Start gut gelungen. Nun aber steht Ihr Klub nach zuletzt drei Spielen ohne Tor mit acht Zählern auf Platz 14. Fehlen in dieser Phase die Pässe von Zvjezdan Misimovic und die Torgefährlichkeit eines Theofanis Gekas?

Zdebel: Die beiden sind nicht mehr bei uns, es lohnt also nicht darüber einen Gedanken zu verlieren. Wir haben gute Qualität im Kader und auch mit den beiden haben wir nicht jedes Spiel gewonnen...

Am Samstag kommt der Club nach Bochum. Erwarten Sie ein anderes Auftreten des VfL vor eigenem Publikum?

Zdebel: Wir werden alles unternehmen, um unseren Fans ein erfolgreiches Spiel zu präsentieren und die Punkte in Bochum zu behalten.

14. gegen 17. - ist das schon ein richtungsweisendes Duell für die nächsten Wochen?

Zdebel: Unser Trainer hat uns in den letzten Jahren eingeimpft, dass wir immer nur von Spiel zu Spiel schauen sollen. Das haben wir verinnerlicht und konzentrieren uns jetzt ausschließlich auf die Partie am Samstag. Natürlich ist das Spiel sehr wichtig, denn der Verlierer kann den Anschluss ans Mittelfeld verpasssen, aber auch nach acht Spieltagen ist die Saison noch lange nicht zu Ende.

Der 1. FC Nürnberg scheint das Pech derzeit gepachtet zu haben, war gegen Leverkusen die bessere Mannschaft und traf in der Schlussminute nur die Latte. Zudem ist Javier Pinola verletzt. Gibt es im Profigeschäft da auch so etwas wie Mitgefühl für den Kontrahenten?

Zdebel: Man nimmt zur Kenntnis, wenn eine Mannschaft einen negativen Lauf hat, aber für Mitgefühl ist in der Bundesliga kein Platz. Man wünscht niemandem etwas Schlechtes, geschweige denn eine Verletzung, aber für Mitleid gibt es keine Punkte und nur die zählen.

Zvjezdan Misimovic kehrt am Samstag an alte Wirkungsstätte zurück. Sie werden sich auf dem Platz wohl besonders um ihn kümmern. Telefonieren Sie mit "Zwetschge" vor dem Spiel?

Zdebel: Ob Zwetschge spielen wird, das wird sich ja noch zeigen. Ob wir vor dem Spiel miteinander sprechen, weiß ich jetzt wirklich nicht, aber danach ist er absolut willkommen.

Sie sind "Experte" in Sachen Gelben Karten, attackieren den Gegner meist schon in der Anfangsphase recht aggressiv. Man hat fast das Gefühl, da steckt Methode hinter...

Zdebel: Methode? Das sicher nicht und ich ärgere mich über jede Karte, die ich bekomme.

Wie sieht eigentlich Ihre weitere Karriereplanung aus. Sie sind 34 Jahre alt und in Polen geboren. Wollen Sie noch mal in der polnischen Liga kicken oder ist Bochum Ihre letzte Station?

Zdebel: Darüber habe ich mir noch keine endgültigen Gedanken gemacht, aber ich werde sicher nicht nach Polen zurückgehen. Ich bin in Deutschland zu Hause und fühle mich mit meiner Familie sehr wohl.

Am Samstag wird's aber nicht so kuschelig. Danke für's Gespräch.

Fandel pfeift in Bochum

Alles unter Kontrolle: Herbert Fandel

Frankfurt a. M./Nürnberg - Das Auswärtsspiel des 1. FC Nürnberg am Samstag (29.09.07, 15.30 Uhr) beim VfL Bochum wird von Herbert Fandel, einem der erfahrensten Schiedsrichter, geleitet. 1993 pfiff der 43-Jährige das erste Mal in der 2. Bundesliga, ab 1996 in der höchsten deutschen Spielklasse. 1998 folgte die Beförderung zum FIFA-Schiedsrichter. Wiederum zwei Jahre später dann Fandels erfolgreichstes Jahr: Der für die DJK Utscheid aktive Referee, der im rheinländischen Kyllburg zu Hause ist, wurde zu den Olympischen Spielen 2000 in Sydney berufen und 2000/01 sowie 2004/05 in Deutschland zum "Schiedsrichter des Jahres" gewählt.

Neben vielen Länder- und Europapokalspielen gehören die U16-Europameisterschaft 1998 in Schottland, der Meridian Cup 1999 in Südafrika, die U21-Europameisterschaft 2000 in der Slowakei und die DFB-Pokal-Endspiele 2004 und 2006 sowie das UEFA-Cup-Endspiel 2006 zu den wichtigen Stationen seiner Schiedsrichterlaufbahn. Zuletzt leitete Fandel im Mai 2007 das Champions-League-Finale in Eindhoven. Das EM-Qualifikationsspiel zwischen Dänemark und Schweden im Juni dieses Jahres war vermutlich einer der negativen Höhepunkte. Der Referee wurde im Kopenhagener Parken-Stadion von einem dänischen Fan angegriffen und brach danach die Partie ab.

Bilanz unter Fandels Leitung positiv

Der Vater zweier Kinder, der hauptberuflich Pianist und Direktor einer Musikschule ist, hat bislang elf Bundesliga-Partien des 1.FCN gepfiffen. Die Bilanz ist bei fünf Siegen, vier Unentschieden und zwei Niederlagen positiv. In der vergangenen Saison betreute Fandel sowohl das 0:0 beim Hamburger SV als auch den tollen 4:1-Erfolg gegen den VfB Stuttgart zum Rückrunden-Auftakt. Hoffentlich wird es für Hans Meyers Team am Samstag im rewirpowerSTADION wieder ähnlich viel Grund zur Freude geben!

Mike Pickel und Volker Wezel an den Seitenlinien sowie Dirk Margenberg als vierter DFB-Offizieller assistieren Fandel bei seinem 216 Bundesliga-Spiel.