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"Blinder Blazek überragend"

Widerlegte seine Kritiker: Nürnbergs neuer Keeper Jaromir Blazek

Cottbus - Es war eine packende Partie, die die rund 1.000 mitgereisten Cluberer am Samstagnachmittag (01.09.07) im Stadion der Freundschaft erlebten. Das erste Unentschieden des 1.FCN in der laufenden Saison ließ vor allem die Frage aufkommen: War es ein Punktgewinn oder hatte der Club zwei Zähler liegen gelassen?

Ein umstrittener Elfmeter für Cottbus (14.) und ein leider nicht gegebenes Tor von Nicky Adler (88.) sprechen sicherlich dafür, dass mehr drin gewesen wäre. Doch - und das sahen auch die Nürnberger Verantwortlichen so - Cottbus hatte mehrere hochkarätige Chancen und traf zweimal den Pfosten. Zudem fiel der Ausgleich für den Club erst sehr spät (85.).

Im Spiel hielt die Franken in der zweiten Hälfte vor allem einer, der zuletzt in der Kritik stand: Torwart-Neuling Jaromir Blazek. In den Duellen mit Rangelov (53., 62.) und Kioyo (53., 68.) sowie ganz am Schluss gegen Rost und Shao (90.) zeigte er seine Klasse. "Er hat all diejenigen, die ihn als Fehleinkauf gepriesen haben, eines Besseren belehrt", sagte Trainer Hans Meyer. Hier alle Stimmen zum Spiel.


Trainer Hans Meyer (1. FC Nürnberg) in der PK: "In der letzten Saison in Cottbus haben wir auch einen Punkt geholt, damals war er für uns aber nichts wert. Heute hingegen freue ich mich darüber. Wir waren über weite Strecken nicht souverän und haben den Gegner nicht beherrscht. Es ist wenig von dem Selbstvertrauen zu spüren, unsere Probleme sind nicht gelöst. Aber da wir fast eine halbe Stunde in Unterzahl gespielt haben, bin ich nicht ganz unzufrieden mit dem Punkt. Wir haben das Spiel fast noch gewonnen, es wäre aber wahrscheinlich des Guten zuviel gewesen. Das 2:1 war in meinen Augen ein Tor, weil Marek [Mintal, Anm. d.  Red.] nichts mit dem Zweikampf zu tun hatte. Jetzt haben wir noch etwas gut beim Fußball-Gott."

Torhüter Jaromir Blazek (1. FC Nürnberg): "Ich bin zufrieden mit mir und auch mit dem Resultat, weil wir eine gute halbe Stunde nur mit zehn Mann gespielt haben. Ich brauchte so ein Spiel wie heute für mein Selbstvertrauen, alle haben das erwartet. Es ist gut, dass ich das zeigen konnte. Es haben sich aber auch viele Gelegenheiten geboten, mich auszuzeichnen. Insgesamt ein super Tag, ein gutes Resultat."

Torschütze Andreas Wolf (1. FC Nürnberg): "Ob es mein wichtigstes Tor war, ist für mich persönlich unerheblich. Entscheidend ist, dass es der Mannschaft geholfen hat."

Abwehrspieler Dominik Reinhardt (1. FC Nürnberg): "Wir haben mit zehn Mann bewiesen, dass unsere Truppe Moral hat. Letztendlich geht der Punkt in Ordnung. Auswärts haben wir bisher besser gespielt als zuhause, das müssen wir ändern. Dann werden wir auch wieder erfolgreich sein."

Stürmer Ivan Saenko (1. FC Nürnberg): "Super, wie Blazek gehalten hat. Er war ein absoluter Rückhalt, vor allem in der Szene kurz vor Schluss, als er Rost den Ball wegnimmt. Wenn da das 2:1 gefallen wäre, nachdem wir so gut in Unterzahl gekämpft haben, wären wir verrückt geworden."

Stürmer Nicky Adler (1. FC Nürnberg): "Ich freue mich über mein erstes Bundesligaspiel. Schade, dass mein reguläres Tor nicht zählte. Die Trauer darüber überwiegt leider."

Trainer Hans Meyer (1. FC Nürnberg): "In der zweiten Hälfte haben wir in Unterzahl gespielt und uns den Punkt insgesamt mit unserer Einstellung verdient.  Ich freue mich, dass man jetzt sagen kann: Der blinde Blazek hat überragend gehalten. Er hat richtig zu dem Ergebnis beigetragen und all diejenigen, die ihn als Fehleinkauf gepriesen haben, eines Besseren belehrt. Ich bin froh, dass er für sein Selbstvertrauen und seinen Glauben an sich etwas getan hat. Letztlich wäre ein Sieg wohl des Guten zuviel gewesen, und Cottbus kann den Punkt ja auch ganz gut gebrauchen."

Trainer Petrik Sander (Energie Cottbus): "Ich bin nicht zufrieden mit dem Punkt. Wir haben vieles von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir waren aggressiv und haben die notwendige Leidenschaft an den Tag gelegt. Auch die taktischen Umstellungen haben sich ausgezahlt. Am Ende fehlte uns aber das Quäntchen Glück, und wir wurden durch eine Standardsituation bestraft. Aber wir haben heute nicht gespielt wie ein Absteiger."