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Von Heesen: "Wollen die Chance nutzen"

Nürnberg - Es war eine Steilvorlage, die sich dem Club mit dem ersten Freitagsspiel der Saison vergangene Woche bot. "Wir wollten gegen Wolfsburg vorlegen", so Thomas von Heesen bei der Pressekonferenz am Montag (14.04.08) vor dem nächsten Punktspiel beim VfB Stuttgart. Die Konkurrenz unter Druck setzen, mit einem Sieg für eine Nacht vor den anderen stehen. Und dann dieser Spielabbruch. "Nun mussten wir am Samstag zusehen, wie die Gegner punkten und waren in der Perspektive des Hinterherlaufenden. Die Mannschaft ist aber stabil genug, um damit umzugehen", so der Club-Trainer.

Von Heesen blickte noch einmal auf die 45 Minuten im easyCredit-Stadion zurück: "Wir haben trotz des nervösen Beginns, wo wir nicht gleich richtig in die Zweikämpfe gekommen sind, in der ersten Halbzeit eine Leistungssteigerung gesehen. Alle waren in der Halbzeitpause heiß, standen im Tunnel und wollten, dass es weitergeht. Es tut jedem Spieler weh, dass wir nicht weiterspielen konnten." Sauer aufgestoßen ist von Heesen auch die Tatsache, dass persönliche Strafen nicht rückgängig gemacht werden: "Für mich ist nicht nachvollziehbar, dass die Gelbe Karte, die Andreas Wolf kassiert hat, stehen bleibt, wo das Spiel doch in keiner Statistik auftauchen wird."

"Stuttgart technisch sehr gut"

Doch lange hadern gilt jetzt nicht, denn schon am Mittwoch erwartet der Deutsche Meister Stuttgart den 1.FCN im Gottlieb-Daimler-Stadion. Thomas von Heesen beobachtete den kommenden Gegner in der BayArena. "Ich habe mir das Spiel in Leverkusen am Sonntag angeschaut. Die Leistung vom VfB war wesentlich besser, als das souveräne Ergebnis vom 3:0 für Bayer vermuten lässt." Zwei unglückliche Aktionen des 19 Jahre jungen Torwarts Sven Ulreich brachten die Schwaben auf die Verliererstraße. Gemunkelt wird nun, dass Nürnbergs ehemaliger Keeper Raphael Schäfer zwischen die Pfosten zurückkehrt.

Von Heesen charakterisierte die Schwaben und listete ihre Vorzüge auf: "Zu den Stärken des VfB Stuttgart zählt, dass sie technisch sehr gut spielen. Sie haben ein gutes Kurzpass-Spiel und sind in allen Bereichen - Angriff, Mittelfeld und in der Defensive - gut organisiert. Auch ohne Gomez sind sie im Angriff mit Spielern wie Cacau und Marica sehr gut aufgestellt, können ihre Ausfälle gut kompensieren."

"Dagegen stehen und Nadelstiche setzen"

Top-Torjäger Mario Gomez wird höchstwahrscheinlich nur als Joker zum Einsatz kommen können, Thomas Hitzlsperger fällt mit einer tiefen Fleischwunde am rechten Oberschenkel aus. Thomas von Heesen bangt noch um den Einsatz seiner Offensivspieler Zvjezdan Misimovic und Ivan Saenko, Peer Kluge fällt aus. Der Coach erklärte, wie er den zuletzt starken Schwaben - vor der Partie in Leverkusen holten die Stuttgarter 20 Punkte aus acht Spielen - beikommen will: "Unsere Aufgabe ist es, erstens dagegen zu stehen und zweitens eigene Zeichen, eigene Nadelstiche zu setzen. Wir wollen Engagement zeigen und aufs Tor gehen. Ganz klar: Wir wollen die Chance nutzen und etwas Zählbares mitnehmen!" 

Von Heesen weiter: "Grundsätzlich erwarte ich immer, dass mein Team hochmotiviert ist. Das ist die Grundvoraussetzung, um erfolgreich zu spielen. Nur über diese Mentalität, eine positive Aggressivität, sind Punkte zu holen." Und Ivan Saenko meint: "Unsere Formkurve geht nach oben - und wie man Stuttgart schlägt, haben wir ja alle noch in Erinnerung." In der vergangenen Saison gab's inklusive Pokalfinale gleich drei Pflichtspielsiege...

Hört hier den Ausblick von Mathias Zeck und Club-Medienpartner Radio Gong 97.1 auf das Gastspiel des 1.FCN in Stuttgart.

(© ballon)

Veh: "Wollen die drei Punkte behalten"

VfB-Trainer Armin Veh: "Es gab keinen Grund, unruhig zu werden"

Nürnberg - Bis zum 20. Spieltag waren sie immer mal wieder da, die Krisen beim VfB Stuttgart - in der Saison nach dessen fünfter Meisterschaft. Doch Armin Veh bewältigte sie alle. Der 47-jährige Meister-Trainer als Krisen-Meister. Mit dem glücklichen Last-Minute-Sieg in Duisburg (3:2) kehrten Glück, Selbstvertrauen und letztlich der Erfolg zurück. Mittlerweile stellt der VfB das drittbeste Rückrundenteam - auch Vehs Verdienst. Vor dem Gastspiel des 1.FCN bei den Schwaben unterhielt sich fcn.de mit dem sachlichen und unaufgeregten Coach.


fcn.de: Armin Veh, Ihre Mannschaft hat am Sonntag mit 0:3 in Leverkusen verloren. Hinten zu unglücklichen Zeitpunkten kuriose Gegentore bekommen - aber woran haperte es im Spiel nach vorne?

Armin Veh: Wir haben insbesondere in der ersten Halbzeit ordentlich gespielt und konnten uns auch die eine oder andere gute Torchance erspielen. Leider haben wir diese Gelegenheiten nicht genutzt, das war unter dem Strich der entscheidende Unterschied zu den Leverkusenern, die ihre Gelegenheiten konsequent verwertet haben.

Dennoch lief es zuletzt gut für den VfB: Aus acht Spielen holte Ihr Team vor der Niederlage bei Bayer 20 Punkte. Nach dem 10. Spieltag war der VfB noch 14., der 1.FCN 15. Seitdem hat Ihr Team diese Serie hingelegt. Hängt das vor allem damit zusammen, dass sich die Defensive um Meira, Pardo und Delpierre stabilisiert hat?

Veh: Dafür gibt es mehrere Gründe. Eine stabile Defensive ist mit Sicherheit ein wichtiger Faktor, dafür sind aber nicht nur die Abwehrspieler, sondern die gesamte Mannschaft verantwortlich. Insgesamt betrachtet kommt uns natürlich auch zu Gute, dass wir in den vergangenen Wochen weniger Verletzte zu beklagen hatten als zu Saisonbeginn. Mit Mario Gomez und Thomas Hitzlsperger müssen wir aktuell aber wieder sehr wichtige Spieler ersetzen.

In überragender Form präsentiert sich seit Monaten Mario Gomez. In der Hinrunde hat er das goldene Tor gegen den Club erzielt. Was meinen Sie: Kann er Fußballer des Jahres 2008 werden und seinen Titel damit verteidigen?

Veh: Mario Gomez war bis zu seiner Verletzung in einer überragenden Verfassung. Er ist aus meiner Sicht momentan der beste deutsche Stürmer und bringt alle Voraussetzungen mit, um sich in Zukunft noch weiter zu steigern. Wichtiger als die verschiedenen Auszeichnungen ist aber, dass er möglichst schnell wieder auflaufen kann und gemeinsam mit der Mannschaft positive Ergebnisse erzielt.  

Ihr Spielmacher, Yildiray Bastürk, ist - auch aufgrund von Verletzungen zu Saisonbeginn - noch nicht in der Verfassung wie zu Leverkusener oder Bochumer Zeiten. Glauben Sie, dass er wieder an das Niveau herankommen kann, wenn es für die Mannschaft insgesamt von Anfang an besser läuft?

Veh: Wir waren immer von Yildirays Fähigkeiten überzeugt, auch als es zu Saisonbeginn für ihn und die gesamte Mannschaft nicht optimal lief. Er hatte großen Anteil an der positiven Entwicklung der vergangenen Wochen, und ich bin davon überzeugt, dass er in den nächsten Spielen einen weiteren Schritt nach vorne machen wird.

Ihre Mannschaft musste viele Krisen in dieser Saison durchleben. Mit fast stoischer Ruhe haben Sie aber alle gemeistert und kämpfen jetzt sogar um die Champions League. Sie müssen ein sonniges Gemüt haben...

Veh: Uns war schon vor der Saison bewusst, dass die Spielzeit nicht einfach werden würde. Für die wechselhafte Vorrunde gab und gibt es logische Erklärungen, deshalb gab es für mich und mein Trainerteam keinen Grund, unruhig zu werden. Wir haben immer an die Mannschaft geglaubt.

Der VfB hat erst dreimal in dieser Saison unentschieden gespielt. Was sagt das aus?

Veh: Das kann man aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Unter dem Strich ist es aber nicht entscheidend. Viel wichtiger ist, dass wir nach 34 Spielen genügend Punkte auf dem Konto haben, um unsere Ziele zu erreichen. 

Sie haben mal gesagt, Ihr Kader sei in der Breite nicht gut genug besetzt. Wären Spieler wie Simak oder Lanig, an denen der VfB offiziell Interesse bekundet hat, diese Transfers für die Breite?

Veh: Wir werden im Hinblick auf die neue Saison sicherlich die eine oder andere Veränderung am Kader vornehmen. Es ist momentan aber nicht der richtige Zeitpunkt, um darüber öffentlich zu sprechen. 

Khedira, Hilbert, Hitzlsperger, Gomez - vier Stuttgarter Kandidaten für die Europameisterschaft. Bei wem sind Sie sicher, dass er auf den EM-Zug aufspringt?

Veh: Wir freuen uns, dass so viele Spieler vom VfB für die Europameisterschaft im Gespräch sind. Momentan befassen wir uns aber nicht mit diesem Thema. Unser Konzentration gilt einzig und allein der Bundesliga.

Oft sind in den Stadien von gegnerischen Fans Parolen wie "Ihr wollt Deutscher Meister sein?" zu hören. Haben Sie das Gefühl, dass Ihrer Mannschaft immer noch nicht genügend Respekt entgegengebracht wird?

Veh: Solche Gesänge gehören einfach dazu. Wir sind der amtierende Deutsche Meister, da ist es völlig normal, dass man unter besonderer Beobachtung steht und die gegnerischen Fans auch mal hämisch reagieren, wenn es bei uns nicht optimal läuft.   

Am Mittwoch empfängt der VfB den Club. In der Hinrunden-Begegnung wartete Stuttgart ab, Nürnberg bestimmte den Rhythmus. Setzt Ihre Mannschaft auch im eigenen Stadion wieder auf die Kontertaktik?

Veh: Wir wollen die Punkte in Stuttgart behalten und werden dementsprechend auftreten.

Vielen Dank, Herr Veh!