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Gibt's in Leverkusen die Belohnung?

Nürnberg - Vier Wochen harter Arbeit liegen seit Thomas von Heesens Amtsantritt in Nürnberg hinter der Mannschaft und dem Trainergespann. "Irgendwann werden wir dafür belohnt werden", sagte der Club-Coach am Freitag (16.03.08) auf der Pressekonferenz - in der stillen Hoffnung, dass dies schon am Sonntag, 17.00 Uhr, beim Auswärtsspiel seiner Elf bei Bayer 04 Leverkusen geschehen werde.

"Die Jungs haben diese Woche dreimal hart und intensiv trainiert. Alle ziehen gut mit, keiner lässt sich hängen. Wir sind gut vorbereitet", informierte der 46-Jährige die anwesenden Journalisten. Dass die Gastgeber, die in der Tabelle nur zwei Punkte hinter dem direkten Bayern-Verfolger Werder Bremen auf Rang vier liegen, der Favorit sind, daran lässt auch von Heesen keinen Zweifel: "Bayer ist eine große Herausforderung." Dennoch geben sich die Franken kämpferisch: "Wir fahren nach Leverkusen, um von dort auch etwas mitzunehmen." Für den Tabellen-16. gilt es, den Abstand von einem Zähler auf das rettende Ufer und Rang 15 zu verringern.

"Ich lasse mich nicht instrumentalisieren"

Einer der Trainingsschwerpunkte der Cluberer unter der Woche lag auf dem Einstudieren von Spielzügen und taktischen Mustern. Von einigen Medien wurde diese "Nachhilfe" von Heesens als Kritik an dessen Vorgänger Hans Meyer kolportiert. Nichts lag von Heesen ferner: "Ich habe noch nie ein Wort über die Arbeit meiner Vorgänger verloren, egal wo. Das können Sie nachprüfen. Dieses Thema ist absolut tabu für mich. Ich lasse mich auch nicht für irgendwelche Konflikte, die eventuell auf anderen Ebenen stattfinden, instrumentalisieren. Das wird es mit mir nicht geben. Alles was ich artikuliert habe, sind meine eigenen Vorstellungen davon, wie eine Mannschaft zu funktionieren hat und wie sie Fußball spielen soll."

Leverkusen präsentierte sich zuletzt formstark. Im Achtelfinale des UEFA-Pokals musste die Werkself zwar nach ihrem 1:0-Sieg auf eigenem Platz im Rückspiel beim Hamburger SV noch einmal zittern, setzte sich am Ende aber auf die denkbar knappste Weise wegen der auswärts erzielten Tore durch (2:3) und trifft nun auf St. Petersburg, Nürnbergs Gegner aus der Gruppenphase. Das Weiterkommen im Europapokal gab noch einmal zusätzliches Selbstvertrauen. Und zuhause ist der Werksklub ohnehin eine Macht, denn von den letzten sieben Begegnungen in der BayArena gewannen Skibbes Schützlinge fünf, zwei endeten unentschieden. In der laufenden Spielzeit haben bislang nur die Bayern alle drei Punkte entführt.

Jacobsen - "von der Qualität her eine Alternative"

Doch uneinnehmbar ist die Leverkusener Festung keineswegs. Einer der Nürnberger, Andreas Wolf, kann sich noch gut an den letzten Club-Sieg vor fünf Jahren bei Bayer erinnern: "Wir haben mit 2:0 gewonnen", so der Innenverteidiger, der mit seinem Team nur eins der letzten vier Gastspiele am Rhein verlor. Wolf wird am Sonntag aufgrund des Fehlens von Tomas Galasek (Innenbanddehnung am Knie) erneut die Kapitänsbinde tragen. Verzichten muss von Heesen neben Matthew Spiranovic (Adduktoren) zudem auf Javier Pinola nach dessen fünfter Gelber Karte. Die frei gewordene Position links in der Viererabwehrkette könnte Lars Jacobsen nach seiner gut siebenmonatigen Zwangspause (Rücken- und Knieprobleme) einnehmen. "Er ist von der Qualität her natürlich eine Alternative als Verteidiger. Er hat diese Woche unter hoher Belastung mit trainiert und hat die Bewegungsabläufe kennengelernt."

Wieder an Bord sind außerdem Peer Kluge und der zuletzt gesperrte Jan Koller. "Jan ist unheimlich wichtig für die Mannschaft, als Spieler sowie als Mensch. Er reißt andere mit und motiviert sie - mehr noch, als es auf dem Platz den Anschein macht", freut sich von Heesen über die Rückkehr des tschechischen Nationalstürmers. Von Heesens Gegenüber, Michael Skibbe, hat lediglich drei Wackelkandidaten in den eigenen Reihen: "Tranquillo Barnetta, Hans Sarpei und Theofanis Gekas sind nicht ganz fit, ich muss bis Sonntag abwarten", sagte Skibbe, der den Club viel besser einschätzt, als es dessen 16. Platz zurzeit ausdrückt. Die Aufgabe am Sonntag beurteilt Leverkusens Coach daher als "schwer und gefährlich. Das ist eine richtig starke Mannschaft."

Hört hier den Beitrag von Mathias Zeck vom Club-Medienpartner Radio Gong 97.1 vor dem Auswärtsspiel in Leverkusen.