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"Nach 20 Minuten ein Muster ohne Wert"

Die beiden Trainer im Gespräch: Schaaf und von Heesen (re.)

Bremen - Es waren mehrere entscheidende Szenen am Samstag (16.02.08) im Weserstadion, die den Club gegen Werder Bremen schon in der Anfangsphase auf die Verliererstraße brachten. Zunächst die vergebene Möglichkeit von Jan Kristiansen, der das 1:0 auf dem Fuß hatte, dann die unnötige Gelb-Rote Karte für Ivan Saenko und schließlich das Missgeschick von Andi Wolf, der den ersten Gegentreffer durch Markus Rosenberg hinterher "voll auf meine Kappe" nahm. Hier die Meinungen der Beteiligten nach der Partie.


Club-Trainer Thomas von Heesen: "Das Spiel war nach 20 Minuten ein Muster ohne Wert. Wir hätten mit 1:0 in Führung gehen müssen nach Kristiansens 100-prozentiger Chance - das ist das, was wir gebraucht hätten. Werder kam nie richtig ins Spiel. Wir hatten dann aber nicht die Alternativen, um mit zehn Mann noch gefährlich anzugreifen. Tore fallen immer durch indivuelle Fehler. Wenn ich wie Ivan weiß, dass ich eine Gelbe Karte habe, bleibe ich weg und provoziere nicht noch eine Gelb-Rote Karte. Wir werden nicht resignieren und müssen zusehen, dass wir wieder Power kriegen. Wir müssen uns als Gemeinschaft finden, um ordentlich dagegen zu halten."

Abwehrchef Andreas Wolf: "Wir hatten mehr vom Spiel, die besseren Möglichkeiten. Bei der Gelb-Roten Karte hätte man ein bisschen Fingerspitzengefühl zeigen können. Mit zehn Mann war es dann schwer. Wir haben gekämpft und haben es versucht, leider ist nicht mehr herausgesprungen. Fehler passieren - blöd, dass es ausgerechnet in dieser Situation geschah. Ich habe den Ball nicht erwischt, er sprang mir an die Hacke. Wir brauchen uns nicht zusammensetzen, wir wissen, worauf es ankommt und dass wir gegen Cottbus drei Punkte holen müssen. Wir packen den Klassenerhalt."

Rechtsverteidiger Dominik Reinhardt: "Zu zehnt ist es schwer, gerade auswärts gegen eine Mannschaft wie Werder. Zumal wir vor nicht einmal zwei Tagen in Lissabon gespielt haben. Letztlich waren wir bestrebt und bemüht, möglichst schnell und mit kurzen Pässen nach vorne zu kommen. Am Ende ließen aber die Kräfte nach. Für die Unterstützung unserer Fans in Lissabon und in Bremen möchten wir uns herzlich bedanken. Gegen Cottbus sind wir selbstverständlich gewillt, drei Punkte zu holen und als Mannschaft zu zeigen, dass wir uns positiv entwickeln."

Werder-Torhüter Tim Wiese: "Wenn Nürnberg zu elft gewesen wäre, wäre das heute eine ganz andere Partie geworden. Wir haben ein ganz schlechtes Spiel abgeliefert."

Bremens Trainer Thomas Schaaf: "Es war sicherlich nicht der große Glanz. Wir haben uns in der zweiten Hälfte schwer getan und das Tempo nicht hochgehalten. Wir haben alles versucht, ein bisschen mehr Feuer hätte es aber sein können. Trotzdem war es heute in Ordnung."

"Gute Chance auf den Klassenerhalt"

Der Blick ist nach vorn gerichtet: Thomas von Heesen

Bremen - Auch unter Thomas von Heesen wartet der Club auf den ersten Sieg in der Bundesliga-Rückrunde. 42 Stunden nach dem UEFA-Cup-Spiel in Lissabon kassierte der 1.FCN am Samstag (16.02.08) beim 0:2 in Bremen seine siebte Auswärtsniederlage in der Liga hintereinander. Dennoch bleibt der neue Trainer nach der zweiten Partie unter seiner Regie zuversichtlich: "Bei den beiden Spielen in Lissabon und Bremen konnte man erkennen, dass die Moral der Mannschaft intakt ist. Sie hat Substanz und deshalb auch eine gute Chance auf den Klassenerhalt."

Dafür, dass es am Samstag (16.08.08) im Weserstadion - der 900. Bundesliga-Begegnung in der Club-Historie - nicht zu mehr gereicht habe, waren nach Meinung des 46 Jahre alten Trainers "drei Schlüsselszenen" ausschlaggebend: "Jan Kristiansen konnte eine sehr gute Möglichkeit zum 1:0 nicht nutzen, Ivan Saenko hat zurecht die Gelb-Rote Karte gesehen und vor dem Bremer Führungstreffer hat sich Andreas Wolf einen Patzer erlaubt."

"Muster ohne Wert"

Ärgerlich, denn nach zuvor fünf Niederlagen in Bremen hintereinander schienen die Grün-Weißen an diesem Nachmittag durchaus verwundbar. Von Heesen: "Werder war nicht in der Form, wie man es von den Bremern kennt und hat uns am Anfang gut ins Spiel kommen lassen. Aber wegen des Platzverweises war die Begegnung schon nach 20 Minuten eigentlich ein Muster ohne Wert."

Saenko habe sich zwar in der Kabine bei den Mitspielern entschuldigt, so von Heesen, "aber mir reicht das nicht. Er war sich seiner Verantwortung für das Team nicht bewusst. Wer drei Minuten zuvor verwarnt wurde, muss bei einem Freistoß einfach weggehen, wenn der Schiedsrichter direkt danebensteht. Andreas (Wolf, Anm. d. Red.) wollte die Situation elegant lösen, muss aber auch lernen, dass man den Ball manchmal auf die Tribüne dreschen muss."

"Bin nicht der Typ, der herumlamentiert"

Mit Blickrichtung auf das wegweisende Spiel um den Klassenerhalt gegen Cottbus im easyCredit-Stadion (So., 17.00 Uhr) meinte der Nürnberger Coach: "Grundvoraussetzung für einen sportlichen Umschwung ist, dass die Power ins Team zurückkommt, eine gute Regeneration ist die Basis. Fachlich kann ich nur sagen, dass ich wegen der knappen Zeit noch kein einziges inhaltliches Training durchführen konnte."

Angesprochen auf die missliche Situation, in der sein Team stecke, betonte von Heesen, der nach seinem Rücktritt in Bielefeld erstmals seit einem Jahr wieder als Bundesliga-Trainer auf der Bank saß: "Ich bin nicht der Typ, der herumlamentiert. Ich wusste schließlich vom ersten Tag an um die Rahmenbedingungen, mit denen es in Nürnberg zu arbeiten gilt."