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Das Duell zweier angeschlagener Gegner

Nürnberg - Nach dem UEFA-Pokalspiel gegen den FC Everton (0:2) heißt es für die Cluberer Mund abwischen: In der Bundesliga steht am Sonntag (11.11.07, 17.00 Uhr) die nächste schwere Aufgabe an. Drei Tage nach dem Duell mit den "Blues" geht es für den 1.FCN in der Schüco-Arena gegen die Blauen von Arminia Bielefeld. Die Partie beim um drei Punkte besser gestellten Konkurrenten sei "auf alle Fälle wichtiger als Everton", hatte Hans Meyer Anfang der Woche festgestellt. Kapitän Tomas Galasek ergänzte: "Wir müssen gut spielen und Punkte holen."

Dennoch äußerte sich Nürnbergs Coach am Freitag auf der Pressekonferenz noch einmal ausführlich über den Auftakt seiner Mannschaft in der Gruppenphase des Europapokals. "Gestern war auch Vieles positiv. Viele international unerfahrene Spieler konnten sich mit Top-Leuten messen und haben ihre Sache richtig gut gemacht", urteilte Meyer. "Zum Beispiel Ralf Schmidt, der Junge hat gegen einen der besten Mittelfeldleute der Insel, Arteta, wirklich gut ausgesehen. Zudem waren Andreas Wolf und Glauber im Zentrum 80 Minuten lang richtig stark, die haben den 17-Millionen-Mann Yakubu von Everton kaum ins Spiel kommen lassen. Ivan Saenko hat sich ebenfalls gesteigert, auch wenn er noch nicht wieder so gut ist, wie er sein kann. Er muss jetzt über Spiele fit werden. Außerdem zeigte Dominik Reinhardt eine starke Leistung, die den Gästetrainer sogar zu einer Umstellung veranlasste."

Der gleiche Kader wie gegen Everton

Über den Ausgang der Partie konnte Meyer natürlich nicht zufrieden sein: "Unser Ziel, dass Leistung und Resultat im Einklang stehen, haben wir leider nicht erreicht. Aber die Gegentore waren hausgemacht, zweimal stehen unsere 'langsamsten' Spieler gegen den anerkannt pfeilschnellen Victor Anichebe. Da war der falsche Mann am falschen Platz." Es ist zwar eine Binsenweisheit, sie verdient es aber dennoch, wiederholt zu werden: Was der Club in seiner derzeitigen Lage unbedingt braucht, sind Erfolgserlebnisse. "Nicht nur die Niederlage gegen Everton muss verdaut werden, auch die letzten Heimspiele, bei denen Vieles positiv war, die wir aber nicht gewonnen haben, waren richtige 'Schläge'. Das bekommt man nicht einfach aus dem Kopf", sagte Meyer gegenüber den Medienvertretern. "Im Fußball schafft man so etwas nur über Siege."

Vielleicht gelingt es den Cluberern, aus ihrem Auftritt gegen Everton Kraft zu ziehen. Mit einer ähnlich guten Leistung am Sonntag in Bielefeld wäre der erste Sieg gegen die Ostwestfalen seit fünf Jahren zum Greifen nahe. Erfreulich zudem: Es hat sich kein weiterer Akteur am Donnerstag verletzt. "Wir reisen mit dem selben Aufgebot wie gegen Everton nach Bielefeld", informierte Meyer. Auf Abruf stehen Nicky Adler und Dario Vidosic.

Stammkräfte kehren bei der Arminia zurück

Die Partie des 13. Spieltags wird nicht einfach, darüber sind sich alle Beteiligten einig. "Da treffen zwei Mannschaften aufeinander, die angeschlagen sind", so Meyer. Während Nürnberg in dieser Meisterschaft überhaupt noch nicht richtig in Tritt gekommen ist, startete die Arminia zunächst mit einem Höhenflug. Nach fünf Spieltagen rangierte das Team von Trainer Ernst Middendorp auf Platz zwei. Doch dann folgte der Absturz auf Rang 13 mit zuletzt sieben Ligaspielen ohne Sieg bei 2:19 Toren. "Vielleicht war in Bielefeld die Erwartungshaltung nach dem zweiten Platz am fünften Spieltag sehr hoch", mutmaßt Meyer.

Bei Bielefelds 0:4-Niederlage vom vergangenen Samstag in Leverkusen waren die Fans über den Auftritt ihrer Mannschaft so erbost, dass sie erst zehn Minuten nach der Halbzeitpause wieder in ihren Block zurückkehrten. Ähnlich wie Meyer hat auch Middendorp eine lange Verletztenliste zu beklagen. Doch die Reihen im Bielefelder Lazarett lichten sich langsam. Am Sonntag kehren die genesenen Matthias Langkamp, Jörg Böhme, Jonas Kamper und Artur Wichniarek in die Elf zurück. Angeschlagen ist dagegen Christian Eigler (grippaler Infekt). Zu den Langzeitverletzten gehören Petr Gabriel (Fissur im Mittelfuß), Andre Mijatovic (Teilabriss des Innenbandes im Knie) sowie Siyabonga Nkosi (Faserriss in den Adduktoren).

"Es wird ein anstrengendes Spiel"

Guter Keeper, starke Persönlichkeit: Bielefelds Mathias Hain

Nürnberg - Er ist Torwart, Kapitän und Führungsfigur bei Arminia Bielefeld. Und es zeichnet Mathias Hain aus, dass er sich nie zu schade ist, sich zu stellen. Ob den eigenen Fans beim letzten Gastspiel in Leverkusen oder der Redaktion von fcn.de, die den 34-Jährigen vor dem Duell zwischen Bielefeld und Nürnberg (So., 11.11.07, 17.00 Uhr) zum Interview bat. Darin schildert Hain die aktuelle Lage bei der Arminia, sagt, welche Club-Spieler er besonders schätzt und gibt seine Erwartungen an die Partie in der Schüco-Arena preis.


Mathias Hain, nach den Remis in Karlsruhe und gegen Cottbus schien der freie Fall der Arminia erst einmal gestoppt. Am Samstag setzte es dann aber diese 0:4-Niederlage in Leverkusen. Haben Sie diesen Rückschlag bereits verdaut?

Mathias Hain: Was heißt "verdaut"? Ich persönlich war jetzt erstmal froh, dass ich nach Hause konnte, weil wir ja zwischen Pokal- und Bundesligaspiel nicht heim gefahren sind. Wichtig war, dass man von der Niederlage Abstand gewinnt, die Zeit mit der Familie verbringt und auf andere Gedanken kommt. Aber klar ist auch: Das schüttelt man nicht so einfach ab!

Das Pokalspiel in Koblenz steckte Bielefeld in den Knochen, außerdem fehlten in Leverkusen noch die Stammspieler Wichniarek, Mijatovic, Langkamp und Böhme. Waren das die Hauptursachen für die deutliche Niederlage?

Hain: Wir sollten es tunlichst sein lassen, nach Entschuldigungen zu suchen. Und auf ein Spiel gemünzt, ist das auch nicht das Problem. Wir haben einen großen Kader, in dem jeder den Anspruch hat, von Anfang an zu spielen. Dementsprechend sollte man sich dann auch auf dem Platz präsentieren. Aber natürlich brauchen wir Spieler wie Böhme oder auch einen Gabriel, der ja schon länger fehlt - ganz klar.

Sie haben mal gesagt: Die Stärke des Teams sei ihr Zusammenhalt. Ist der Teamgeist bei der Arminia auch nach sieben Spielen ohne Sieg und 19 Gegentoren in dieser Zeit noch ungebrochen?

Hain: Vereine wie wir, die finanziell nicht so wahnsinnig investieren können, leben von der Geschlossenheit und vom Kollektiv. Deshalb spielen wir jetzt auch im vierten Jahr hintereinander in der Bundesliga. Man muss jetzt nicht jeden Mittag zusammen essen oder jeden Abend zusammen verbringen - dafür sind die Charaktere einfach zu unterschiedlich, dafür haben wir einfach auch zu viele Spieler aus verschiedenen Nationen. Aber man kann schon erwarten, dass jeder sich persönlich einbringt und wir diese Geschlossenheit dann gemeinsam auf den Platz bringen.

Einige Arminen-Fans verließen aus Protest nach der Pause die BayArena. Wie nimmt man als Spieler solch eine Aktion wahr?

Hain: Ehrlich gesagt habe ich das im Spiel erstmal gar nicht mitbekommen, weil ich während der 90 Minuten so fokussiert auf das Geschehen auf dem Platz bin. Ich habe das erst registriert, als die Fans wieder reinkamen. Das waren ja auch nur die ersten fünf bis zehn Minuten nach der Pause, in denen sie weg waren. Aber ich habe natürlich Verständnis für sie und habe nach der Partie auch den Dialog gesucht.

Aber als einziger...

Hain: Als Kapitän stehe ich da auch ein Stück weit mehr in der Verantwortung als andere. Grundsätzlich finde ich, dass man sich immer den Problemen stellen und nicht vor ihnen weglaufen sollte.

Am Sonntag treffen Nürnberg und Bielefeld aufeinander. Der Club rangiert zurzeit auf Platz 16 und steht damit wie die Arminia unter Druck. Mit welchen Trümpfen geht Ihre Mannschaft in diese Partie und vor welchem Akteur beim Club haben Sie besonderen Respekt?

Hain: Wir müssen die Geschlossenheit auf den Platz bringen und vor allem mit Mut auftreten. Das hat uns zuhause immer ausgezeichnet, auch in dieser Saison. Aber auswärts haben wir eben nicht immer das Selbstvertrauen und den Mut gehabt, sodass wir teilweise diese Klatschen erhalten haben. Unser Team lebt vom Kollektiv - genauso wie das von Nürnberg. Außer Schäfer und Schroth hat den 1.FCN ja keiner verlassen und ich denke, dass Charisteas und Kennedy diese Lücke von ihrer Spielart auch schließen können. Von Kennedy, der ja auch lange verletzt war, halte ich eigentlich ziemlich viel - auch von Saenko und Mintal, wenn sie ihre Qualitäten einbringen.

Was erwarten Sie generell für eine Partie? Bei Duellen von zwei Teams, die unten drin stehen, ist man ja normal nicht unbedingt auf einen Leckerbissen eingestellt...

Hain: Ja, solche Spiele, wo man vorher gesagt hat: "Das kann eigentlich nur ein müder Kick werden" - habe ich schon erlebt. Das waren dann wirklich keine ansehnlichen Begegnungen. Aber andersrum gab's auch Spiele, die auf sehr hohem taktischen und spielerischen Niveau geführt wurden. Ich denke aber, dass sich die Zuschauer am Sonntag auf ein sehr anstrengendes Spiel einstellen und sehr viel Geduld aufbringen müssen. Denn wir sind zwar gut gestartet, dann aber durch ein Tal gegangen und brauchen die Punkte jetzt genauso wie die Nürnberger. Insofern ist es die gleiche Konstellation, und ich gehe deshalb davon aus, dass keiner bedingungsloses Risiko eingehen wird.

Ein erfolgreiches Spiel können wir Ihnen leider nicht wünschen, dennoch bedanken wir uns recht herzlich für das Gespräch, Herr Hain!

Mit Schiri Schmidt nach Bielefeld

Der Mann in schwarz: Schiri Markus Schmidt

Frankfurt/a. M. - Der Club tritt am Sonntag (11.11.07) in Bielefeld bei der gastgebenden Arminia an. Ebenfalls auf die Reise nach Ostwestfalen macht sich Schiedsrichter Markus Schmidt, der die Begegnung des 13. Bundesliga-Spieltags in der Schüco-Arena pfeifen wird.

Der 34-jährige Unparteiische, der in Stuttgart wohnt und Vereinsmitglied des SV Sillenbuch ist, steht vor seinem 39. Erstliga-Einsatz. Seit der Saison 2003/04 pfeift Schmidt in der Beletage des deutschen Fußballs. Zwei Partien des 1.FCN standen bislang unter der Aufsicht des Referenten für Personalentwicklung - und in diesen blieben die Franken ungeschlagen. In der vergangenen Spielzeit gab's zu Hause ein 3:2 gegen Leverkusen, in der laufenden Saison - ebenfalls im easyCredit-Stadion - ein 2:2 gegen Hannover. Nun also muss der Club unter Schmidts Leitung erstmals auswärts ran.

Mit ins Ostwestfälische reisen auch die Sportkameraden Matthias Anklam und Harald Sather, die ihren gewohnten Platz an den Seitenlinien einnehmen werden. Vierter DFB-Offizieller ist Stefan Lupp.