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Hört hier den Vorbericht zum Spiel der Cluberer gegen den VfB Stuttgart von Matthias Hochreuther vom Club-Medienpartner Radio Gong 97,1.

Ein paar Monate zurückdenken

Nürnberg - Die Gedanken an den Pokal werden da sein. Zwangsläufig. Doch statt an das bittere Aus im Elfmeterschießen zu denken, sollten die Club-Spieler am Samstag (03.11.07, 15.30 Uhr) versuchen, den Knock-Out in Jena (4:5 i.E.) auszublenden und sich lieber den letzten Triumph gegen den nächsten Gegner ins Gedächtnis zurückrufen. Vor etwas mehr als fünf Monaten genossen Akteure wie Fans des 1.FCN die Gänsehaut-Atmosphäre im Berliner Olympiastadion nach dem sensationellen 3:2-Finalsieg gegen den VfB Stuttgart. Im easyCredit kommt es nun zur Neuauflage und zum Duell der amtierenden Titelträger: Pokalsieger gegen Meister.

"Auch beim VfB war die Erwartungshaltung nach der Meisterschaft sehr groß, auch der VfB hat ähnliche Probleme wie wir mit Verletzten oder mit Spielern, die eine kurze Sommerpause hatten. Aber der VfB kommt jetzt mit den beiden Erfolgserlebnissen gegen Leverkusen und gegen Paderborn", so Trainer Hans Meyer. Allerdings - wirklich überzeugend waren die Schwaben bei ihren beiden knappen Siegen beileibe nicht. Vielmehr kamen die Stuttgarter im Pokal gegen Zweitliga-Schlusslicht SC Paderborn nach dem 3:2 in der Verlängerung durch Mario Gomez' entscheidenden Treffer mit einem blauen Auge davon. Die zurückgekehrten Hoffnungsträger Matthieu Delpierre und Thomas Hitzlsperger mussten kurz nach ihren Verletzungen gleich über die volle Distanz von 120 Minuten gehen.

Viele Parallelen zwischen Club und VfB

Grundsätzlich lässt sich über die Südklubs eine Schablone legen - so ähnlich ist die Situation in beiden Lagern. Wenn Meyer davon spricht, "dass wir mehr individuelle Fehler als im Vorjahr machen, das hat auch mit der allgemeinen Verunsicherung zu tun", dann lässt sich dies auch auf die Veh-Elf übertragen. Ließen beide Mannschaften vergangene Saison noch kaum Gegentore zu (Nürnberg 32 - Bestwert, Stuttgart 37 - drittbester Wert), so sind es jetzt - nach elf Spieltagen - schon 20 bzw. 18. Doch auch vorne läuft es nicht. Ein Beispiel: Der Meistersturm Gomez/Cacau erzielte bislang fünf Tore, zum vergleichbaren Zeitpunkt in der Vorsaison waren es noch zehn. In der ersten Halbzeit hat kein anderes Team seltener ins Schwarze getroffen wie Club und VfB.

Meyer macht die Misere seiner Nürnberger vor allem an der mangelnden Punkteausbeute auf heimischem Boden fest: "Im Hintergrund steht natürlich die Situation, die wir uns zu Hause eingebrockt haben, da haben wir in jetzt fünf Spielen elf Punkte verloren. Das wird auch das Spiel am Samstag beeinflussen, da spielst du einfach nicht so frei wie im vergangenen Jahr." Andererseits macht die schlechte Auswärtsbilanz des VfB Hoffnung: Fünf Spiele, null Zähler - letzter Platz. Nürnberg dagegen feierte zuletzt ein Erfolgserlebnis gegen Frankfurt (5:1). Unterm Strich bleibt jedoch Rang 15 mit neun Punkten, während die Schwaben mit ihrem jungen Kader zumindest Platz zwölf belegen und 13 Zähler auf dem Konto haben.

Drei Fragezeichen, ein alter Bekannter und ein Geburtstagskind

"Wir haben die bekannten Probleme, da kann ich bis Weihnachten eine Platte bequatschen", so Meyer bei der Pressekonferenz am Donnerstag. Eines dieser Probleme sind die vielen Verletzungen, die sich wie ein roter Faden durch die Saison ziehen. Jaouhar Mnari laboriert seit der Partie in Jena an einem Pferdekuss, der Tunesier musste im Ernst-Abbe-Sportfeld noch in der ersten Hälfte ausgewechselt werden. "Die Chancen bei Joe stehen 30:70", informierte Meyer. Sicher fehlen wird Angelos Charisteas, der Schmerzen im Fußgelenk hat. Noch offen ist, ob Peer Kluge und Ralf Schmidt mitwirken können. Meyer warf trotz der angespannten personellen Lage einen optimistischen Blick nach vorne: "Wir werden Weihnachten die Geschenke hoffentlich in Ruhe auspacken können."

Am Samstag erwartet der Club im weiten Rund wieder 40.000 Zuschauer - und zwei alte Bekannte. Während Cacau schon mehrfach gegen seinen früheren Arbeitgeber gespielt hat, ist es für Raphael Schäfer das erste Mal. Der ehemalige Club-Keeper und -Kapitän wird sicher besonders "heiß" auf einen Sieg sein. Das gleiche gilt für Hans Meyer. Nürnbergs Cheftrainer feiert am Samstag seinen 65. Geburtstag und würde einen "Dreier" als Geschenk wohl allzu gerne annehmen. Es wäre der vierte Sieg hintereinander gegen Lieblingsgegner Stuttgart - und ein ganz wichtiger dazu...

Schäfer: "Kein Spiel wie jedes andere"

Gestern: Raphael Schäfer als Club-Keeper mit dem Pott im Arm

Nürnberg - Von 2001 bis 2007 war Raphael Schäfer Torwart des 1. FC Nürnberg. Einen besseren Abschied hätte der damalige Kapitän gar nicht haben können - in Berlin gewann er gegen seinen neuen Verein VfB Stuttgart den DFB-Pokal. Jetzt kehrt der 28-Jährige erstmals an alte Wirkungsstätte zurück.

Im Interview mit fcn.de spricht Schäfer über die derzeitige Verfassung seines neuen Klubs und die eigene Form. "Natürlich steht man beim Meister besonders unter Beobachtung", so Schäfer. In der Champions League hielt er bislang stark, in der Bundesliga wechselten sich Licht und Schatten ab.


Hallo Raphael, toll, dass du Zeit gefunden hast. Am Samstag erwartet dich ein ganz besonderes Spiel. Nach sechs Jahren beim Club kehrst du mit dem VfB nach Nürnberg zurück. Mit welchen Gefühlen?

Raphael Schäfer: Natürlich ist das Spiel am Samstag etwas ganz Besonderes für mich. Ich hatte eine tolle Zeit beim Club und habe mich in Nürnberg immer sehr wohl gefühlt. Ich werde zum ersten Mal als Gegner ins easyCredit-Stadion einlaufen und dabei auf viele bekannte Gesichter treffen. Mit Sicherheit also kein Spiel wie jedes andere.

Der Pokalsieg mit Nürnberg liegt mittlerweile gut fünf Monate zurück. Denkst du manchmal in ruhigen Stunden noch daran zurück? Hast du irgendwelche Zeitungsartikel aufbewahrt oder Andenken?

Schäfer: Der Pokalsieg war ein Riesenerlebnis und ist für alle Beteiligten unvergessen. Natürlich hat man auch das eine oder andere Andenken an diesen Abend aufbewahrt. Jetzt zählt für mich aber ausschließlich die Gegenwart und meine Aufgabe beim VfB Stuttgart.

Beim VfB und 1.FCN läuft es nach der grandiosen letzten Saison noch nicht richtig rund. Wie erklärst du dir, dass es nicht gleich erfolgreich weiterging? Ist das sowas wie ein Kater nach einer tollen Party?

Schäfer: Warum es beim Club derzeit nicht wunschgemäß läuft, kann ich aus der Entfernung nicht beurteilen. Beim VfB kamen mehrere Faktoren zusammen, beispielsweise der gleichzeitige Ausfall von wichtigen Spielern über mehrere Wochen. Die vergangenen Spiele gegen Leverkusen und auch das Weiterkommen im DFB-Pokal haben aber gezeigt, dass es wieder aufwärts geht und ich bin guter Hoffnung, dass wir in den kommenden Wochen weitere positive Ergebnisse erzielen werden.

Heute: Raphael Schäfer gibt im VfB-Trikot Anweisungen

Du selbst scheinst so langsam das Niveau aus Nürnberger Zeiten zu erreichen. Musstest du dich erst auf deine neuen Vorderleute einstellen?

Schäfer: Natürlich geht die Eingewöhnung in einem neuen Verein nicht von heute auf morgen. Man muss die neuen Mitspieler kennenlernen und die Spielweise der Mannschaft verinnerlichen. Und natürlich steht man beim Deutschen Meister auch unter besonderer Beobachtung. Ich denke aber, dass wir nach den Schwierigkeiten der vergangenen Wochen auf einem guten Weg sind und sich jeder einzelne in den kommenden Spielen weiter verbessern wird.

In der letzten Saison hat der Club dreimal gegen den VfB gewonnen. Armin Veh hat in den letzten Wochen immer gesagt, dass ihr mal ein Ergebnis, also einen Sieg brauchtet. Habt ihr jetzt nach dem 1:0 gegen Leverkusen und dem Last-Minute-Pokalerfolg gegen Paderborn genügend Selbstvertrauen getankt und genügend Stabilität, um diesen "Fluch" zu besiegen?

Schäfer: Wir können nach den Siegen gegen Leverkusen und Paderborn selbstbewusst nach Nürnberg fahren und wollen auch gegen den Club ein positives Ergebnis erzielen. In der vergangenen Saison hatte der VfB zwar in den Spielen gegen Nürnberg jeweils das Nachsehen, in den Jahren zuvor waren die Gastspiele des VfB in Nürnberg aber durchaus erfolgreich. Ich hoffe natürlich, dass wir am Samstag unseren Aufwärtstrend fortsetzen werden.

In der Not hat Veh gegen Leverkusen auf Youngster wie Andreas Beck, den gebürtigen Nürnberger Marco Pischorn und Julian Schuster gesetzt - und das mit Erfolg. Reift da die dritte Generation der "Jungen Wilden" heran?

Schäfer: Die jungen Spieler haben gezeigt, dass man sie bedenkenlos in der Bundesliga einsetzen kann. Das spricht für die Jungs und die hervorragende Jugendarbeit, die beim VfB seit vielen Jahren geleistet wird.

Fandel pfiff das 4:1 in der letzten Saison

Herbert Fandel und Mike Pickel haben Erfahrung mit dem Duell

Nürnberg - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat für das Duell zwischen Pokalsieger 1. FC Nürnberg und Meister VfB Stuttgart einen absoluten Klasse-Schiri angesetzt: Herbert Fandel pfeift am Samstag (03.11.07, 15.30 Uhr) im easyCredit-Stadion.

Der 43-jährige Pianist und Leiter einer Musikschule wurde in den Spielzeiten 2000/01, 2004/05 und 2006/07 Schiedsrichter des Jahres und leitet nun seine bereits 220. Bundesliga-Begegnung. Der Kyllburger, dessen Verein die DJK Utscheid ist, leitete auch schon das Champions-League-Finale 2007, die DFB-Pokal-Endspiele 2004 und 2006 sowie 24 Länderspiele.

Zuletzt zwei Heimsiege unter Fandel

Mit dem Club kam Fandel insgesamt elf Mal in Kontakt. Die Bilanz: fünf Siege, vier Remis und zwei Niederlagen. Zuhause hat der 1.FCN seine letzten beiden Heimspiele unter Fandels Leitung gewonnen. Kurioserweise trafen sich Nürnberg und Fandel im easyCredit-Stadion in der Rückrunde der vergangenen Saison, als der VfB Stuttgart bei dichtem Schneetreiben mit 4:1 abgefertigt wurde. Zuvor gab's am 18. Februar 2006 ein 1:0 gegen den VfL Wolfsburg.

Zumindest ein Assistent - Mike Pickel - schwang schon beim letzten Bundesliga-Duell mit Stuttgart die Fahne. Kollege Carsten Kadach und der vierte Offizielle Markus Wingenbach dagegen sind "neu". Vor dem Gespann hüten sollte sich - gesetztenfalls er spielt - Peer Kluge. Der Mittelfeldspieler hat vier Gelbe Karten gesammelt und wäre bei einem weiteren "Karton" für eine Partie gesperrt.