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Mathias Zeck von Radio Gong 97,1 interviewte Club-Sportdirektor Martin Bader vor dem Pokalknüller am Dienstag gegen Eintracht Frankfurt.

Alles oder nichts

Nürnberg - "Siegen oder Fliegen" lautet am Dienstag (17.04.07, Anstoß 20.30 Uhr; Übertragungsbeginn in der ARD um 20.15 Uhr) die Devise für beide Teams, die im ersten Pokal-Halbfinale aufeinandertreffen: Sowohl der 1. FC Nürnberg als auch Eintracht Frankfurt können im easyCredit-Stadion das Ticket für Berlin lösen - oder eben kurz vor dem großem Ziel ausscheiden. "Das ist wirklich ein 'Alles oder Nichts'-Spiel. Eine Niederlage am Dienstag im Pokal wäre nicht so leicht zu verkraften wie eine Niederlage gegen Frankfurt in der Bundesliga", sagte Club-Trainer Hans Meyer am Montag bei der Pressekonferenz in den Stuhlfauth-Stuben. "Natürlich bin ich also angespannter als sonst."

Lässt man sich die Rahmenbedingungen auf der Zunge zergehen, steigt bei den Cluberern die Vorfreude ins Unermessliche: ausverkauftes Haus, Flutlicht-Atmosphäre, Heimvorteil - mehr Motivation geht nicht. "Ich bin aufgeregt. Appetitlosigkeit ist das Symptom. Das ist bei mir ein Zeichen höchster Aufgeregtheit", flachste Meyer, um dann ernsthaft fortzufahren: "Ich würde mich einfach unglaublich freuen für diese tollen Fans hier in Nürnberg und für meine Jungs. Ansonsten bin ich doch schon sehr zufrieden mit der Saison bis heute: Wir sind momentan auf Platz fünf in der Liga, unter den letzten vier im DFB-Pokal und haben einen Zuschauerschnitt von plus 10.000. Die Mannschaft wird am Dienstag also nicht erschossen, wenn sie gegen Frankfurt rausfliegen sollte."

Roth: "Das größte Spiel meiner Präsidentenkarriere"

Dennoch: "Das ist eine große Gelegenheit für uns, um Geschichte zu schreiben", weiß nicht nur Top-Verteidiger Andreas Wolf. "Die Mannschaft hat die einmalige Chance, für ein absolutes Highlight zu sorgen. Die Anspannung und das Kribbeln kann man in jeder Faser spüren", sagt Manager Martin Bader. Und auch Präsident Michael A. Roth ist vom Pokal-Virus infiziert: "Das wird das größte Spiel meiner Präsidentenkarriere. Für Nürnberg ist es vielleicht das wichtigste Spiel des Jahrzehnts." Mit einem Erfolg gegen die Riederwälder könnte der 1.FCN zum ersten Mal seit 1982 wieder ins Endspiel einziehen. "Mein Vater hat das Finale damals gegen die Bayern leider 2:4 verloren. Es wäre eine tolle Sache, wenn wir am Dienstag Frankfurt schlagen und nach Berlin fahren könnten", hofft Dominik Reinhardt, der wegen seines Muskelfaserrisses leider zum Zuschauen verdammt ist. Ansonsten soll es dasselbe 17er-Aufgebot wie im Spiel gegen Aachen richten; Marek Nikl rückt nach, sollte er nach dem Abschlusstraining grünes Licht bekommen.

Mit dem 1:0 gegen die Alemannia am vergangenen Samstag holte sich der Club Selbstvertrauen. Aber auch bei der Eintracht glückte die Generalprobe: in Bielefeld holte die Mannschaft um den wiedererstarkten Doppel-Schützen Ioannis Amanatidis ein 4:2. Über die Bundesliga konnte sich also keiner einen entscheidenden Vorteil verschaffen, wie auch die direkten Duelle in dieser Saison belegen: 2:2 endete die Partie in Frankfurt, 2:2 in Nürnberg vor gut einem Monat. Bader weiß: "Das wird eine Begegnung, in der die besseren Nerven entscheiden." Und diese hatte der Club im diesjährigen Pokal-Wettbewerb mehrfach - zweimal entschied er das Elfmeterschießen für sich, einmal behielt er in der Verlängerung die Oberhand.

Bader: "Haben die Chance, etwas gerade zu rücken"

Frankfurt musste auf seinem Weg ins Halbfinale nur einmal "nachsitzen" - beim 3:1 n.V. im Achtelfinale gegen Köln. Ansonsten gewann der vierfache Cup-Sieger alle Partien in der regulären Spielzeit - bei den Sportfreunden Siegen (2:0), bei Rot-Weiss Essen (2:1) und gegen Kickers Offenbach (3:0). In der Noris möchten die Mannen von Coach Friedhelm Funkel ihren Erfolg aus dem Vorjahr wiederholen, als sie erst im Finale an Bayern München scheiterten (0:1). "Sensationell für die Frankfurter, dass sie im zweiten Jahr in Folge unter den letzten Vier im DFB-Pokal sind. Das zeugt von der guten Arbeit in Frankfurt", lobt Meyer.

"Dieses Jahr sind wir aber dran", sagt Bader. "Wir haben die große Chance etwas gerade zu rücken", so der Sportdirektor in Anlehnung an das unglückliche Pokal-Aus gegen Frankfurt in der letzten Spielzeit (1:4 i.E.). Tipps dazu, wie es funktioniert, könnten die 62'er geben: vor 45 Jahren waren es Gustl Flachenecker und Co., die die goldene Trophäe nach dem Halbfinal-Sieg über Frankfurt (4:2) und dem 2:1-Endspielsieg gegen Düsseldorf zuletzt in den Himmel streckten.

Pianist an der Pfeife

Schiedsrichter mit Pfiff: Herbert Fandel von der DJK Utscheid

Frankfurt a. M. - Das DFB-Pokal-Halbfinale zwischen dem 1. FC Nürnberg und Eintracht Frankfurt am Dienstagabend (17.04.07, 20.30 Uhr) im easyCredit-Stadion wird geleitet von Herbert Fandel. Der 43-Jährige aus dem rheinländischen Kyllburg pfeift für die DJK Utscheid.

Der Pianist ist ausgesprochener Pokal-Experte und war bereits bei den Endspielen 2004 und 2006 im Einsatz. Weniger gute Erfahrungen mit Fandel machte der Club im nationalen Cup-Wettbewerb. Im Dezember 2005 ging das Achtelfinale für die Franken unter der Leitung Fandels verloren. Gegner damals: Eintracht Frankfurt - die Hessen hatten damals den Trumpf des Heimvorteils.

Positive Bilanz

In der Bundesliga blieb der Club in Spielen unter der Regie des FIFA-Referees allerdings in dieser Saison ungeschlagen (0:0 in Hamburg, 4:1 gegen Stuttgart). Auch insgesamt ist die Liga-Bilanz des 1.FCN mit Fandel bei fünf Siegen, drei Unentschieden und nur zwei Niederlagen positiv.

An den Seitenlinien assistieren Mike Pickel und Christian Soltow, vierter DFB-Offizieller ist Michael Kempter.