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Gemischte Gefühle

Sein letzter Treffer führte zum letzten Sieg: Markus Schroth

Nürnberg - Zuerst die gute Nachricht: Der 1. FC Nürnberg ist auch nach dem 9. Spieltag ungeschlagen und damit die einzige Mannschaft im Fußball-Oberhaus ohne Niederlage. Und nun die schlechte Nachricht: Mit dem 1:1 am Samstag (28.10.06) im Heimspiel gegen Dortmund musste sich der Club bereits zum siebten Mal in Folge mit einem Remis bescheiden.

Dabei hatte es zunächst so ausgesehen, als ob das lange Warten auf den dritten Saisonsieg endlich ein Ende haben würde, nachdem Jaouhar Mnari in der 59. Minute die Hausherren per verwandelten Foulelfmeter in Führung geschossen hatte. Doch Dortmunds Brasilianer Tinga nutzte kurz vor Abpfiff eine Unachtsamkeit in der Club-Abwehr zum 1:1-Ausgleichstreffer (87.) und zerstörte damit die Nürnberger Träume vom ersten "Dreier" seit dem 1:0 gegen Mönchengladbach (Torschütze: Schroth).

Die letzten zehn Minuten...

So schmeckte das Remis aus Sicht des neunmaligen Deutschen Meisters am Ende eher so bitter wie eine Niederlage. Wie angefressen die FCN-Profis waren, machte stellvertretend die Reaktion von Raphael Schäfer deutlich. Der Keeper hatte nach dem Ausgleich mit einigen herzhaften Tritten gegen den Pfosten die Standfestigkeit seines Gehäuses eingehend überprüft. Ergebnis: Es hielt, doch auch die Enttäuschung blieb.

"Es ist schön, wenn man nicht verliert. Aber das Ding hätten wir über die Bühne schaukeln müssen", ärgerte sich Angreifer Markus Schroth. Was den in seinen 277 Bundesliga-Einsätzen gestählten Haudegen besonders auf die Stimmung geschlagen haben dürfte, ist die Tatsache, dass nach Cottbus (1:1) und Mainz (1:1) nun schon zum dritten Mal der Sieg innerhalb der letzten zehn Minuten aus den Händen gegeben wurde.

Kritik an erster Hälfte, Lob für zweiten Durchgang

Mit sechs Zählern mehr wäre der siebtplatzierte Club punktgleich mit Tabellenführer Werder Bremen. "Die Mannschaft muss daran glauben, dass man solche Spiele auch gewinnen kann. Das ist das Problem", meint Tomas Galasek. Reine Kopfsache also? Anderer Auffassung als der erfahrene tschechische Mittelfeldstratege ist da Trainer Hans Meyer, der seiner Mannschaft "mangelnde Klasse in der einen oder anderen Situation" bescheinigte.

Trotz des späten Ausgleichstreffers wollte der Nürnberger Coach nicht mit Glücksgöttin Fortuna hadern: "Wenn wir beide Halbzeiten zusammennehmen, hat sich Dortmund das Remis verdient." Vor allem aufgrund der ersten 45 Minuten. "Wir haben uns in der ersten Halbzeit das Spiel aufdrücken lassen und die Dortmunder mit unserer Passivität stark gemacht", so Meyer, der dann aber für die Leistung seiner Schützlinge nach der Pause lobende Worte fand: "Wenn man die zweite Halbzeit betrachtet, muss ich der Mannschaft ein großes Kompliment machen."

Bader zieht positives Fazit

Auch wenn der Club aufgrund der langen Remis-Serie ein wenig auf der Stelle tritt und nun schon zum 15. Mal hintereinander den Erstliga-Vergleich mit Dortmund nicht gewinnen konnte, zog Sportdirektor Martin Bader nach dem ersten Viertel der Saison ein positives Fazit: "Wenn mir einer gesagt hätte, dass wir nach neun Spieltagen 13 Punkte haben, hätte ich gesagt, das ist ein guter Saisonstart." Jeder andere wohl auch!