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Mathias Zeck von Club-Medienpartner Radio Gong 97,1 mit der Vorschau auf das Auswärtsspiel des 1.FCN gegen Schalke 04.

Volle Konzentration auf Schalke

Nürnberg - In seinem vorletzten Auswärtsspiel dieser Saison trifft der 1. FC Nürnberg am Samstag (05.05.07, 15.30 Uhr) in der Veltins-Arena auf die heimstärkste Mannschaft der Liga, den FC Schalke 04. Es ist das Kräftemessen der beiden abwehrstärksten Teams (jeweils 29 Gegentore): Schalke hat zuhause die wenigsten Treffer (10) hinnehmen müssen, Nürnberg auswärts (15) - keine Überraschung also, dass die Hinrunden-Partie ohne Tore über die Bühne ging (0:0).

Es geht um viel Prestige, denn während der Club Punkte für Platz fünf sammeln und den UEFA Cup damit aus eigener Kraft erreichen will, kämpfen die Knappen um die Meisterschaft. Im Direktduell mit dem befreundeten Spitzenreiter nimmt der 1.FCN somit Einfluss auf das Titelrennen. Doch Gastgeschenke wird der Club nicht im Gepäck haben, schließlich soll die erste Teilnahme am Europapokal seit 1988 unter Dach und Fach gebracht werden. Die Verfolger auf den Plätzen sieben bis neun lauern schon - Hertha, Cottbus und Hannover haben nur noch vier Punkte Rückstand zum sechsten Platz, der den Club notfalls auch noch ins internationale Geschäft hieven würde.

Meyer: "Hart Erarbeitetes nicht zunichte machen"

"Wir gehen mit voller Konzentration in dieses Spiel. Wir wollen uns jetzt auch nicht all das, was wir uns über das Jahr so hart erarbeitet haben, durch die letzten drei Spiele wieder zunichte machen. Das wäre auch psychologisch nicht gerade die beste Grundlage für das DFB-Pokal-Finale", verspricht Meyer den Nürnberger Fans, die seit dem 2:1-Erfolg am 18. September 1993 - damals noch im altehrwürdigen Parkstadion - nun schon fast 14 Jahre auf den ersten Bundesliga-Sieg ihrer Lieblinge bei den Königsblauen warten.

Natürlich werden am Samstag auch die Fans aus Bremen und Stuttgart dem Club die Daumen drücken und nach dem Schalker 1:2 vor Wochenfrist im Bochumer rewirpowerSTADION auf einen weiteren Ausrutscher der Knappen im spannenden Titelrennen hoffen. "Ich habe Schalke in Bochum nicht so schlecht gesehen. Bis zum Ende haben sie massiv gekämpft. Schalke hat in diesem Spiel nur das Quäntchen Glück gefehlt, sie haben oft eben nur den Pfosten getroffen, und Bochum wuchs über sich hinaus", räumt Meyer den Königsblauen noch alle Chancen ein: "Schalke ist längst noch nicht aus dem Meisterschaftsrennen raus".

Reinhardt dabei, aber nicht von Beginn an

Im Gegenteil: Als einziger Klub kann es der Tabellenführer noch aus eigener Kraft packen. "Wir wünschen uns das Altmeister-Double", sagt Gerald Asamoah im Interview mit fcn.de in Anspielung darauf, dass Schalke vor seiner ersten Meisterschaft seit 49 Jahren steht und der 1.FCN erstmals nach 45 Jahren wieder den DFB-Pokal in den Händen halten könnte. Doch dazu müsste gegen den Club, der vier seiner fünf letzten Auswärtspartien verlor und nur zwei der letzten neun Begegnungen für sich entscheiden konnte, ein Sieg her. Zusammen mit Stuttgart haben die Franken die wenigsten Niederlagen in der Liga kassiert (6, eine weniger als Schalke) und können zudem wieder auf Tomas Galasek zurückgreifen. Der tschechische Routinier und wichtige Defensiv-Stratege hat seine Gelb-Sperre abgebrummt. Auch Dominik Reinhardt reist mit nach Gelsenkirchen. "Er wird aber nicht von Anfang an spielen", informierte Meyer die anwesenden Journalisten bei der Pressekonferenz am Donnerstag. Vratislav Gresko und Gerald Sibon weichen aus dem Aufgebot, das ansonsten das gleiche wie zuletzt im Spiel gegen Wolfsburg (1:1) ist.

Ivan Saenko, dem wie Ivica Banovic (jeweils 4) und Andreas Wolf (14) bei einer weiteren Gelben Karte eine Sperre droht, trainierte am Donnerstag wieder mit und wird wohl trotz seiner Pollenallergie spielen können. Fortschritte macht auch Robert Vittek, der Mitte nächster Woche wieder ins Training einsteigen könnte. Meyers Kollege Mirko Slomka muss auf Peter Lövenkrands und Mladen Krstajic verzichten. Der Schalker Chefcoach kündigte an, bis auf den Wechsel Levan Kobiashvili für Mesut Özil der gleichen Anfangsformation das Vertrauen zu schenken wie im Bochum-Spiel.

Asamoah wünscht sich "Altmeister-Double"

Ein echt sympathischer Typ: Schalkes Gerald Asamoah

Nürnberg - Er ist der dienstälteste Akteur im Kader von Schalke 04: Gerald Asamoah, der 2001 bereits die tragische "Meisterschaft der Herzen" miterlebte. Nun schicken sich der 28-jährige Nationalspieler und seine Kollegen an, mit dem ersten Meistertitel seit 49 Jahren das Trauma von damals endgültig ad acta zu legen. Asamoah: "Dann erfüllt sich ein Traum für ganz viele Menschen auf Schalke. Und ich bin einer von ihnen."

Vor dem Gastspiel des 1. FC Nürnberg am Samstag (05.05.07, 15.30 Uhr) in der Veltins-Arena spricht Gerald Asamoah im Interview mit fcn.de außerdem über die Chancen im Herzschlagfinale um die Meisterschaft, vergleicht Mannschaft und Stimmung mit der von 2001 und erzählt, wie ihm sein Glauben an Gott geholfen hat. Mit Blick auf den Club und die enge Freundschaft zwischen den Fanlagern beider Vereine wünscht sich Asamoah zudem das "Altmeister-Double".


fcn.de: Guten Tag, Herr Asamoah! Hand auf's Herz - hätten Sie am Freitagabend nach dem 1:2 in Bochum noch geglaubt, dass Sie mit Schalke auch am Ende des 31. Spieltags an der Tabellenspitze stehen?

Gerald Asamoah: Nicht unbedingt. Ich habe es natürlich gehofft, aber nach dem Spiel in Bochum war klar, dass das nicht mehr in unserer Macht lag.

Sie haben das Spiel der Bremer in Bielefeld vor dem Fernseher verfolgt. Was hat ihrer Meinung nach den Ausschlag für die Niederlage von Werder gegeben oder fühlten Sie sich sogar an die eigene Pleite in Bochum erinnert?

Asamoah: Es hat sich einfach gezeigt, dass in dieser Phase der Saison kein Spiel mehr einfach ist. Für Bielefeld ging es in der Partie gegen Bremen ja auch um ein ganz wichtiges Ziel, den Klassenerhalt. Das hat man in den 90 Minuten gesehen.

Was sind denn die Lehren, die die Mannschaft und ihr Trainer Mirko Slomka aus der Niederlage in Bochum gezogen haben?

Asamoah: Dass wir zu keiner Phase eines Spiels nachlassen dürfen zu kämpfen und konzentriert zu sein. Das haben wir in der Rückrunde immer beherzigt, sodass ich schon glaube, dass das Spiel in Bochum eine Ausnahme war.

Ist es für Sie psychologisch von Vorteil, dass die Bremer nun schon zum dritten Mal im Verlaufe der Rückrunde die Chance nicht genutzt haben, Schalke an der Tabellen-Spitze abzulösen?

Asamoah: Das wird sich zeigen, aber ich denke schon, dass dieser Gedanke an ihnen nagen wird.

Im spannenden Herzschlag-Finale ist nun Stuttgart ihr erster Verfolger. Insgesamt liegt das Führungstrio nur jeweils einen Punkt auseinander. Ist der VfB gegenüber ihrem Team und auch Bremen im Vorteil, weil auf den Schwaben der geringere Druck in der Nervenschlacht lastet?

Asamoah: Nein, das glaube ich nicht. Der Druck ist für alle Mannschaften der gleiche.

Müssen Sie wie angekündigt die 34 Kilometer von Dortmund nach Gelsenkirchen laufen, weil Sie schon am vorletzten Spieltag beim Erzrivalen BVB die Meisterschaft perfekt machen?

Asamoah: Um eines einmal ganz klar zu sagen: Mir ist es völlig egal, wann wir Meister werden - Hauptsache, wir werden es. Dann erfüllt sich ein Traum für ganz viele Menschen auf Schalke. Und ich bin einer von ihnen. Es geht mir überhaupt nicht darum, den Dortmundern eine lange Nase zu zeigen. Hätten wir am vorletzten Spieltag in Bochum gespielt, hätte ich Bochum gesagt, wäre es Düsseldorf gewesen, hätte ich Düsseldorf gesagt. Es war einfach ein Flachs, um deutlich zu machen: wenn wir die Schale holen, bin ich zu allem bereit.

Seit 1999 spielen Sie in Königsblau, sind damit dienstältester Profi im Kader und haben auch die tragische "Meisterschaft der Herzen" 2001 miterlebt. Vergleichen Sie doch mal Team und Stimmung von damals und heute.

Asamoah: Die Stimmung war ähnlich, und beide Teams hatten ihre Stärken. 2001 waren wir kämpferisch sehr gut, waren aber auch in der Offensive stark mit dem Sturm Sand, Mpenza, Asamoah, die von Möller und Böhme unterstützt wurden. Heute ist die individuelle Klasse in unserem Kader aber in der Breite noch viel stärker vorhanden.

Sie selbst mussten wegen eines Schien- und Wadenbeinbruchs sechs Monate pausieren. Nach zwei Kurzeinsätzen standen Sie in den letzten vier Partien schon wieder in der Startelf und haben zwei Treffer erzielt. Wie schlimm war die Zeit persönlich für Sie, und was hat Ihnen die Kraft und den Mut gegeben so gestärkt zurückzukehren?

Asamoah: Das Vertrauen zu Gott. Auf ihn konnte ich mich immer verlassen, etwa, als man mir wegen der Herzgeschichte das Ende meiner Profilaufbahn voraussagte. Manchmal denke ich mir: Gott wollte, dass ich mir nach dem turbulenten letzten Jahr eine Pause nehme, um gestärkt zurückzukommen.

Der letzte Meistertitel von Schalke liegt 49 Jahre zurück, der vom 1. FC Nürnberg 39 Jahre. Auch der Club könnte in dieser Saison endlich den angestaubten Ruf eines "Altmeisters" ablegen und Pokalsieger werden - so wie Sie das bereits zweimal mit den Knappen geschafft haben. Wie bewerten Sie denn die Leistung des 1.FCN in dieser Saison, und was trauen Sie dem Team von Hans Meyer im Endspiel von Berlin zu?

Asamoah: Der 1. FC Nürnberg gehört für mich zu den positiven Überraschungen der Saison. Ein paar Unentschieden weniger und sie hätten sogar noch weiter oben stehen können. Was das Pokalfinale betrifft, schließe ich mich unseren Fans an: Die wünschen sich in diesem Jahr das 'Altmeister-Double'.

Sie spielen auf die jahrelange und innige Freundschaft beider Fanlager an. Am kommendem Samstag ist vor und nach der Begegnung zwischen Schalke und dem Club eine riesen Party geplant. Feierlaune auf den Rängen - derweil steht unten auf dem Rasen unheimlich viel auf dem Spiel: Wie sind ihre Erwartungen an die Begegnung?

Asamoah: Wir haben alle großen Respekt vor dem FCN. Aber um Meister zu werden, brauchen wir einfach einen Sieg. Das muss unser Ziel sein.

Meyer zum Vierten

Jurist und Schiedsrichter: Florian Meyer

Nürnberg/Frankfurt a.M. - Schiedsrichter Florian Meyer pfeift am Samstag (05.05.07, 15.30 Uhr) das Auswärtsspiel des 1. FC Nürnberg beim FC Schalke 04. Der Namensvetter des Club-Trainers leitet bereits zum vierten Mal in dieser Saison eine Begegnung der Franken. Sowohl der 3:0-Erfolg beim VfB Stuttgart zum Saisonauftakt, als auch die 1:2-Niederlage am 4. November 2006 in Berlin und das 2:2 im März dieses Jahres gegen Eintracht Frankfurt standen unter Meyers Leitung.

Nach einem Sieg, einer Niederlage und einem Remis wäre nun also eigentlich wieder ein "Dreier" dran - zumal die Club-Erfolge in der Gesamt-Bilanz eindeutig unterrepräsentiert sind. Unter Meyer stehen für Nürnberg drei Siege, fünf Unentschieden und neun Niederlagen zu Buche.

Schon 126 Bundesligapartien gepfiffen

Der 38-jährige Referee aus dem niedersächsischen Burgdorf hat bereits 126 Bundesligapartien über die Bühne gebracht. 2005 pfiff er das DFB-Pokal-Endspiel. Auch international sammelte der Unparteiische einige Erfahrungen. Unter den wachsamen Augen des FIFA-Referees fanden neben acht Länderspielen und elf UEFA-Cup-Partien fünf Begegnungen in der Champions League statt.

Assistiert wird der Kanzleileiter am Samstag in der Veltins-Arena von Thomas Frank und Carsten Kadach, vierter DFB-Offizieller ist Christoph Bornhorst.