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Mathias Zeck vom Club-Medienpartner Radio Gong 97,1 mit der Vorschau auf das Heimspiel des 1.FCN gegen den VfL Wolfsburg.

Der Club-Plan: Platz fünf auch ohne vier

Nürnberg - Obwohl schon Rangs sechs erstmals nach 19 Jahren den Weg zurück aufs europäische Fußball-Parkett ebnen würde, gibt es im Lager des Clubs nur einen Wunsch: die Qualifikation für den UEFA Cup aus eigener Kraft! Im Fernduell um Platz fünf mit Leverkusen muss deshalb am Samstag (28.04.07) im easyCredit-Stadion gegen den VfL Wolfsburg ein "Dreier" her.

Lediglich einen Punkt beträgt nach dem 0:2 in der BayArena der Rückstand zum ausgelobten Ziel, der Vorsprung auf die möglichen Verfolger dagegen bereits sechs Zähler. Vier Runden vor Schluss will der Pokalfinalist alles andere als die Zügel schleifen lassen und auf die Dienste von "Steigbügelhalter" Stuttgart eben gerade nicht zurückgreifen müssen. Eine überragende Saison zu einer sensationellen machen - das ist es, was die Cluberer im Schilde führen.

Nicht durchs Hintertürchen

Sportdirektor Martin Bader: "Wir stehen im Pokalfinale gegen den VfB, können dort den ersten Titel seit 39 Jahren holen. Und wir können uns über die Bundesliga für den UEFA Cup qualifizieren. Es wäre eine große Sache, wenn wir eines dieser Ziele aus eigener Kraft schaffen." Und auch Hans Meyer bevorzugt nicht das Hintertürchen, sondern den ehrgeizigen, direkten Weg nach Europa: "Ich will Platz fünf und nicht auf Grund irgendwelcher Zusatzgeschichten in den UEFA Cup."

Die Niederlage in Leverkusen - die erste nach über einem Jahr, in der der Club seinem Gegner deutlich unterlegen war und zusammen mit dem 0:2 bei Schalke am 25. Februar 2006 die höchste in der Meyer-Ära - hatte der Nürnberger Coach schnell abgehakt und noch einmal klar gemacht: "Dass wir so lange konstant gespielt haben, ist die eigentliche Sensation!"

Gresko dabei

Gegen Lieblingsgegner Wolfsburg - gegen keinen anderen aktuellen Bundesligisten hat der Club besser abgeschnitten - soll am Samstag wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt und der dritte Heimsieg in Folge gelandet werden. Aber personell drückt der Schuh: Defensiv-Stratege Tomas Galasek fällt nach seiner fünften Gelben Karte am vergangenen Samstag in Leverkusen gesperrt aus, hinzu gesellen sich die verletzten Mnari, Reinhardt und Vittek.  "Das Schlimme ist, dass dieses Mal so viele Basisspieler auf einmal ausfallen. Aber wir werden auch Tomas Galasek ersetzen", ist Meyer optimistisch. Immerhin: Vratislav Gresko bestand den letzten Belastungstest im Abschlusstraining am Freitag und steht im Kader.

Sein Gegenüber Klaus Augenthaler kann aller Voraussicht nach zwar wieder auf Sturmtank Diego Klimowicz zurückgreifen, muss dafür aber weiterhin ohne Nationalspieler Mike Hanke und Jonathan Santana auskommen, die über das Saisonende hinaus ausfallen. Zudem fehlt der Torschütze aus der Hinrundenbegegnung (1:1) , Juan Carlos Menseguez. Darüber hinaus droht "Auge" auch noch der Star der Mannschaft, Marcelinho, abhandenzukommen, der vorbelastet mit vier Gelben Karten in die Partie geht.

Der VfL will sich vorzeitig retten

Wie in der vergangenen "Horrorsaison" (Augenthaler) befinden sich die Wölfe nach zwei knappen Niederlagen in Folge (jeweils 2:3 in Cottbus und gegen Bielefeld) mit gerade einmal zwei Punkten Vorsprung auf den Tabellen-Sechzehnten in akuten Abstiegsnöten. Zusätzlich drückt das Halbfinal-Aus im DFB-Pokal (0:1 gegen Stuttgart) auf die Stimmung. Die müsste dank eines mit fünf Toren und sieben "Assists" in 13 Partien überragend aufspielenden Marcelinhos eigentlich viel besser sein. Doch der in der Winterpause an die Aller gewechselte brasilianische "Zauberer" kann die Verantwortung auch nicht alleine stemmen. "Die ganze Mannschaft ist gefordert", erinnert Augenthaler im Interview mit fcn.de an die Grundregeln des Fußballsports.

Der Weltmeister von 1990 ist trotz der misslichen Lage überzeugt davon, "vorzeitig den Klassenerhalt zu sichern." Wie das aber ausgerechnet in Nürnberg klappen soll, bleibt sein Geheimnis. Kein Geheimnis dagegen die Tatsache, dass die Grün-Weißen die letzten acht Spiele gegen den Club ohne Sieg geblieben sind und dass vor allem am Ende oft die Puste fehlt. Eine Tabelle, die nur die zweite Spielhälfte berücksichtigt, weist die Wölfe als zahnlosestes Team der Liga aus. Zudem trifft der VfL als auswärtsschwächste Rückrunden-Mannschaft am Samstag ausgerechnet auf die heimstärkste Truppe der zweiten Halbserie.

Bis aufs stille Örtchen...

Bleibt also wohl doch nur die Hoffnung auf Marcelinho, der für seine ehemaligen Herthaner in fünf Spielen gegen den 1.FCN ebenso oft ein Tor erzielt hat. "Marcelinho kann auch an einem schlechten Tag das kleine Quäntchen bedeuten, das über Sieg und Niederlage entscheidet. Für mich ist er der kreativste Spieler, den ich jemals trainiert habe", schwärmt Meyer aus seiner Berliner Zeit mit dem Brasilianer. Wer sich in Abwesenheit Galaseks der Sonderbewachung Marcelinhos annehmen wird, ließ Meyer offen. Aber - wer immer es sein mag - bekommt einen wichtigen Ratschlag seines Trainers mit auf den Weg: "Wenn Marcelinho aufs Klo geht, geh mit!"

Ernst wird Meyer, wenn er auf die Stärken des Gegners zu sprechen kommt: "Die haben außer Marcelinho mit Klimowicz, Boakye und Krzynowek wirklich viel Substanz in der Mannschaft." Umso mehr setzen Club-Coach und Spieler auf die tolle Unterstützung der Fans, die am Samstag wieder mal in Scharen ins easyCredit-Stadion strömen werden, um ihre Lieblinge anzufeuern: 43.000 Tickets sind bereits weg...

"Auge": "Ganze Mannschaft ist gefordert"

Den vorzeitigen Klassenerhalt fest im Blick: Klaus Augenthaler

Nürnberg - Ein alter Bekannter kehrt in die Noris zurück: Klaus Augenthaler. Der Coach des VfL Wolfsburg, der von März 2000 bis April 2003 drei Jahre lang auf der Club-Trainerbank saß, gastiert mit seinem Team am Samstag (28.04.07, 15.30 Uhr) im easyCredit-Stadion. Wie schon in der vergangenen Saison stehen die Grün-Weißen mit dem Rücken zur Wand: Der Vorsprung des VfL auf einen Abstiegsplatz beträgt nur zwei Punkte.

Und das trotz eines derzeit überragend aufspielenden Marcelinhos. "Die ganze Mannschaft ist gefordert", mahnt deshalb "Auge" im Interview mit fcn.de.


fcn.de: Herr Augenthaler, am Samstag setzte es für Ihr Team die zweite 2:3-Niederlage in Folge. Was waren die Gründe dafür, dass der VfL den Sieg gegen Bielefeld noch aus der Hand gegeben hat?

Klaus Augenthaler: Wir haben es versäumt, nach der 2:1-Führung nachzulegen, waren dann unkonzentriert und haben im Gegenzug zwei aus meiner Sicht vollkommen unnötige Tore kassiert.

Sitzblockaden und zum ersten Mal auch Unmutsäußerungen der Fans in Ihre Richtung zeigen, wie angespannt die Lage in Wolfsburg ist. Hat das verlorene Pokal-Halbfinale gegen Stuttgart seinen Teil dazu beigetragen?

Augenthaler: Natürlich, aber der Pokal ist ein Zubrot. Schwerer wiegt die aktuelle Situation in der Bundesliga. Ich kann verstehen, dass die Fans verärgert sind.

In den Abstiegskampf sind immer noch ein Dutzend Bundesliga-Teams verstrickt. Wolfsburgs Vorsprung auf Rang 16 beträgt mittlerweile nur noch zwei Punkte. Muss auch Ihre Mannschaft bis zuletzt zittern?

Augenthaler: Wie Sie richtig sagen: Es sind noch ein Dutzend Bundesliga-Teams in den Abstiegskampf verstrickt. Und der VfL Wolfsburg gehört derzeit dazu. Wir werden aber alles in Bewegung setzen, vorzeitig den Klassenerhalt zu sichern. Die Mannschaft hat den festen Willen, sich aus dieser Situation herauszubringen. Ich bin davon überzeugt, dass die Entscheidung zu unseren Gunsten schon vorher fällt.

Hat denn jeder Spieler in der Mannschaft den Ernst der Lage erkannt?

Augenthaler: Davon will ich doch ausgehen. Ansonsten hat derjenige seinen Beruf verfehlt. Die Einsicht, was schief gelaufen ist, ist da, und auch der Wille, dass sich das nicht wiederholt.

In der vergangenen Saison rettete sich Wolfsburg im dramatischen Endspiel gegen Kaiserslautern. Wieso hat der Klub die Euphorie, die damals aus dem Klassenerhalt entstanden ist, nicht in diese Spielzeit transportieren können?

Augenthaler: Das sind verschiedene Faktoren, die zusammenkommen. Solch eine Euphorie kann nie lange anhalten. Jede Saison hat ihre eigenen Vorzeichen, ihre Unwägbarkeiten. Bei uns kommt in diesem Jahr sicherlich das erhebliche Verletzungspech erschwerend hinzu.

Ihre Mannschaft hat einen hohen Altersdurchschnitt - wäre es nicht mal einen Versuch wert, junge Talente einfach ins kalte Wasser zu schmeißen?

Augenthaler: Sie können sicher sein, dass ich auch über solche Maßnahmen nachdenke. Mit Emre Öztürk saß im Spiel gegen Bielefeld ein Nachwuchsstürmer auf der Bank. Wichtig ist, dass diese Talente auch das Vertrauen rechtfertigen, dass man in sie setzt.

In Nürnberg zählt für die Wölfe jeder Punkt. Muss Marcelinho einen guten Tag erwischen, damit der VfL etwas aus dem easyCredit-Stadion mitnimmt?

Augenthaler: Marcelinho hat bislang kaum einen schlechten Tag gehabt. Gerade in den beiden letzten Spielen gegen Stuttgart im Pokal und gegen Bielefeld hat er sich förmlich zerrissen. Leider musste ich ihn gegen Bielefeld wegen Magenkrämpfen vorzeitig rausnehmen. Ich bin sicher, dass er in Nürnberg erneut eine gute Leistung zeigen wird. Dies allein wird aber nicht reichen. Die ganze Mannschaft ist gefordert.

Marcelinho hat trotz vieler Bedenken der sogenannten Fußballexperten voll eingeschlagen. Was macht den Brasilianer aus Ihrer Sicht zu einem so wertvollen Spieler?

Augenthaler: Er spielt unglaublich mannschaftsdienlich, kann darüber hinaus aber auch mal ein Spiel allein entscheiden. Ihn zu verpflichten, war ungemein wichtig für die Mannschaft.

Nur in drei Rückrundenspielen des VfL fielen weniger als drei Tore. Erwarten Sie auch am Samstag ein torreiches Spiel?

Augenthaler: Ich bin schon zufrieden, wenn nur ein Tor fällt - das 1:0 für uns.

Der Club steht im Pokal-Finale und vor dem Einzug in den UEFA Cup. Was sagen Sie zur Entwicklung Ihres ehemaligen Vereins in den letzten Monaten?

Augenthaler: Das ist sicherlich eine durchaus positive Entwicklung, aber grundsätzlich äußere ich mich nicht über meine ehemaligen Vereine.

Sie fahren oft von Wolfsburg in Ihre niederbayerische Heimat. Legen Sie dabei gelegentlich auch mal einen Zwischenstopp in Nürnberg ein oder bestehen keine Verbindungen mehr zum Club?

Augenthaler: Da ich meist das Flugzeug von Hannover nach München nehme, ist ein Zwischenstopp nicht ganz einfach (lacht).

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Augenthaler!

Wagner erneut an der Pfeife

Leitet zum dritten Mal in dieser Saison ein Club-Spiel: Lutz Wagner

Nürnberg - DFB-Schiedsrichter Lutz Wagner leitet am Samstag (28.04.07, 15.30 Uhr) im easyCredit-Stadion zum wiederholten Mal das Duell Nürnberg gegen Wolfsburg. Der 43-jährige Referee pfiff bereits in der Hinrunde das 1:1 der Cluberer bei den Wölfen. Und auch die Partie des 1.FCN gegen M'gladbach vom 2. Spieltag hatte unter seiner Obhut stattgefunden. Damals gewannen die Franken mit 1:0. Die Saison-Bilanz unter Wagner ist also positiv. Das sollte doch ein gutes Omen für den 31. Spieltag sein.

Der Unparteiische aus dem hessischen Hofheim ist Mitglied beim SV 07 Kriftel und gehört zu den erfahrenen Vertretern seiner Zunft. Seit 1994 hat Wagner (verheiratet, 1 Kind) 161 Begegnungen in der höchsten deutschen Spielklasse über die Bühne gebracht, darunter 13 Paarungen mit Beteiligung des 1. FC Nürnberg (3 Siege, 3 Unentschieden, 7 Niederlagen).

Bei seiner Arbeit im easyCredit-Stadion wird Wagner wie immer von drei Kollegen unterstützt: Sönke Glindemann und Markus Kuhl assistieren an den Seitenlinien, Alexander Schlutius fungiert als vierter Offizieller.