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Mathias Zeck vom Club-Medienpartner Radio Gong 97,1 mit der Vorschau auf das Auswärtsspiel des 1.FCN gegen Bayer Leverkusen.

Europa zum Greifen nah

Nürnberg - Auf die rauschende Pokalnacht folgt - nun wieder in der Bundesliga - das nächste Highlight. Am Samstag (21.04.07, 15.30 Uhr) gastiert der 1. FC Nürnberg bei Bayer 04 Leverkusen. Das dritte Spiel binnen acht Tagen für das Team von Trainer Hans Meyer, das mit einem Sieg in der BayArena beim unmittelbaren Konkurrenten um Platz fünf seinem Traum von Europa einen großen Schritt näher kommen würde.

Ohnehin befindet sich der Club im Kampf um einen UEFA-Cup-Platz in komfortabler Ausgangslage und kann zweigleisig planen. Das umso mehr, als die Franken im Pokalfinale auf den VfB Stuttgart treffen. Unabhängig vom Ausgang des Endspiels im Berliner Olympiastadion ebnet diese Konstellation dem Club nach 19-jähriger Abstinenz nun schon dann die Rückkehr auf die europäische Bühne, sollte man am 34. Spieltag "nur" als Tabellen-Sechster über die Ziellinie gehen.

Meyer: "Noch nichts erreicht"

Europa ist zum Greifen nah - und seit dem 1:0 gegen Aachen steht für das Team von Trainer Hans Meyer sogar Rang fünf zu Buche. Und der soll gegen die Rheinländer, die nach dem 1:2 in München mit zwei Zählern Rückstand auf die Franken auf Platz sechs zurückgefallen sind, unbedingt verteidigt werden. "Ein Unentschieden würde uns sicherlich helfen", sagt Meyer und weiß: "Wir sind immer in der Lage - das hat das Jahr gezeigt - überall so zu spielen, dass ein Punkt oder auch mehr möglich ist."

Keine Sorgen hat der Coach, dass seine Schützlinge nach der bezaubernden 4:0-Gala gegen Frankfurt - dem höchsten Sieg in einem DFB-Pokal-Halbfinale seit dem 5:0 von Fortuna Köln gegen Borussia Dortmund vor mehr als 24 Jahren - es ein wenig schleifen lassen könnten. Meyer: "Das Erreichen des Finals wird dazu beitragen, dass die Spannkraft erhalten bleibt und wir die verbleibenden Partien mit voller Konzentration bestreiten." Außerdem habe ja "jeder einzelne von uns eigentlich noch nichts erreicht".

Schäfer: "Ganz wichtiges Spiel"

Kapitän Raphael Schäfer bestätigt mit Blick auf Samstag die Einschätzung seines Trainers: "Es ist ein ganz wichtiges Spiel, in dem wir sicher mehr gefordert werden als in den letzten beiden Partien." In der Tat, denn die Ausgangslage für Leverkusen ist nach dem Halbfinal-Aus im UEFA Cup und vier Pflichtspiel-Niederlagen in Folge (0:3 und 0:1 gegen Osasuna, 1:4 gegen Bochum, 1:2 in München) ungleich schlechter als die der Gäste. "Das Spiel gegen Osasuna und Bochum muss man im Zusammenhang sehen. Das war natürlich ganz schwach. Aber schon in München durften sie eigentlich nicht verlieren. Sie wissen, was ein Sieg über uns bedeutet", warnt Meyer.

42 Gegentore, sechs mehr als der Tabellenletzte Mönchengladbach, verdeutlicht, wo der Werkself aus Leverkusen am meisten der Schuh drückt. Hier könnte der Schlüssel zum Erfolg für den 1.FCN liegen. Mit 19 Mann und fast demselben Kader, der am Dienstagabend das Heldenstück gegen Frankfurt vollbrachte, hat sich der Club am Freitagabend auf die Reise ins Rheinland gemacht. Neu dabei ist der wieder genesene Marek Nikl, weiterhin fehlen die Verletzten Gresko (Oberschenkelzerrung), Reinhardt und Vittek (beide Reha nach Muskelfaserriss) sowie Mnari (Knie-OP), Benko (Knie) und Kennedy (Reha nach Achillessehnenriss). Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter Matthew Spiranovic (muskuläre Probleme).

Lizenz ohne Probleme

Dagegen vermisst Leverkusens Trainer Michael Skibbe, der nach abgelaufener Gelb-Sperre wieder auf Bernd Schneider zurückgreifen kann, mit Roque Junior und Carsten Ramelow nur zwei wichtige Spieler. Die Hausherren warten seit drei Partien auf einen Heimsieg gegen den Club. Beim letzten Vergleich der beiden Kontrahenten in der BayArena erzielte ausgerechnet Stefan Kießling in der Nachspielzeit den Ausgleichstreffer für den 1.FCN zum 2:2-Endstand. Fast hätte "Kies" das Wiedersehen mit seinen alten Kollegen verpasst, doch für seine Rote Karte in der Partie gegen Bochum wegen Schiedsrichter-Beleidigung wurde der Neu-Leverkusener nur für ein Spiel gesperrt. Eine Zwangspause droht mit Galasek, Banovic und Saenko (jeweils 4 Gelbe Karten) auch drei Cluberern; bei Bayer 04 vorbelastet sind Babic, Barnetta, Juan und Voronin.

Übrigens: In die Euphorie der letzten Tage passt auch eine Nachricht vom Freitag aus Frankfurt: Die Deutsche Fußball Liga hat dem 1.FCN die Lizenz für die kommende Spielzeit erteilt. Derzeit läuft einfach alles rund für den Club, warum soll die Nürnberger Festwoche also nicht auch in Leverkusen weitergehen?

"Der Bessere soll gewinnen"

Höflich im Interview, stark auf dem Platz: Bernd Schneider

Nürnberg - Unter Wein-Liebhabern sagt man: je älter der edle Tropfen, desto besser. Im Fußball trifft dies sicherlich auf Bernd Schneider zu. Der 33-jährige Mittelfeldakteur von Bayer Leverkusen spielt wieder einmal eine herausragende Saison - von Altersmüdigkeit keine Spur. fcn.de bat den Nationalspieler vor der Auswärtspartie des 1. FC Nürnberg in Leverkusen zum Interview.

Darin äußert sich der feine Techniker mit den genialen Einfällen unter anderem über den Kampf um die UEFA-Pokal-Plätze, die Leistungsschwankungen seiner Mannschaft und natürlich über das Duell gegen den Club am Samstag (21.04.07, 15.30 Uhr) in der BayArena. 


fcn.de: Herr Schneider, Sie haben am Sonntag eine Gelb-Sperre absitzen müssen und konnten deshalb bei der 1:2-Niederlage Ihrer Mannschaft in München nicht mitwirken. Wo haben Sie sich die Partie denn angeschaut?

Bernd Schneider: Ich habe zuhause auf arena das Spiel gesehen.

Leverkusen hat bei den Bayern zum fünften Mal hintereinander in einem Pflichtspiel verloren. Dennoch zeigte die Mannschaft vor allem in der zweiten Halbzeit eine gute Leistung. Geht es für Bayer 04 wieder bergauf?

Schneider: Tatsache ist, dass wir unser Saisonziel - Platz fünf, Teilnahme am UEFA-Cup - aus eigener Kraft schaffen können.

Nach guten und mitreißenden Auftritten in der Bundesliga und im UEFA-Pokal gegen Lens musste Leverkusen einen herben Rückschlag hinnehmen. Bayer schied gegen CA Osasuna sang und klanglos aus und verlor zuhause gegen Bochum mit 1:4. Wie erklären Sie sich diese Leistungsschwankungen?

Schneider: Um nach oben zu kommen, muss man auch mal Täler durchschreiten. Unsere junge Mannschaft war noch nicht reif genug, um ins Halbfinale des UEFA-Cups einzuziehen.

Sie sind ein "alter Hase" im Bundesliga-Geschäft, aber so eine verrückte Saison wie die aktuelle, in der die Hälfte der Mannschaften vom Abstieg bedroht ist, haben Sie wohl auch noch nicht erlebt...

Schneider: In der Tat: Solch eine Konstellation habe ich in der Bundesliga auch noch nicht erlebt. Doch damit ist für Spannung gesorgt. Das ist schön für die Bundesliga und alle Fans.

Leverkusen kämpft mit Nürnberg um den begehrten fünften Platz. Hätten Sie vor der Saison erwartet, dass der Club einer der ärgsten Konkurrenten für Bayer werden könnte?

Schneider: Schon, weil Hans Meyer zu den besten Trainern der Bundesliga gehört.

Haben Sie vor einem Club-Spieler besonderen Respekt?

Schneider: Saenko oder Galasek sind schon gute Spieler. Entscheidend aber ist, dass das Team sehr geschlossen auftritt. Respekt habe ich im Übrigen vor jedem Bundesligaspieler.

Am Samstag kommt es zum direkten Duell der beiden Konkurrenten. Fällt in der BayArena unter Umständen schon die Vorentscheidung über die Vergabe des fünften Platzes?

Schneider: Ich gehe davon aus, dass der Kampf um Platz fünf erst am letzten Spieltag entschieden wird - unabhängig vom Spielausgang am Samstag.

Stefan Kießling darf am Samstag nach seiner Roten Karte wieder mitwirken. Hat der ehemalige Cluberer der Mannschaft ein paar Tipps gegeben, wie der 1.FCN zu schlagen ist?

Schneider: Unser Trainer wird uns schon gut auf Nürnberg einstellen. Sicherlich kann Stefan Kießling einige Tipps geben.

Was für eine Partie erwarten Sie am Samstag?

Schneider: Ich hoffe auf ein schönes, attraktives Spiel - am Ende soll der Bessere gewinnen.

Vielen Dank, Herr Schneider, für das Gespräch!

Ein Spezialist für Unentschieden

Einmal Liga, zweimal Pokal: Schiedsrichter Dr. Jochen Drees

Nürnberg - Schiedsrichter Dr. Jochen Drees leitet das Auswärtsspiel des 1. FC Nürnberg am kommenden Samstag (21.04.07, 15.30 Uhr) bei Bayer 04 Leverkusen. Es ist erst die zweite Bundesliga-Partie für den 37-Jährigen Unparteiischen aus Mainz, der für den SV Münster-Sarmsheim pfeift, mit Club-Beteiligung: In der vergangenen Saison betreute er das Nürnberger Gastspiel in Hannover (1:1).

Ebenfalls remis - zumindest nach 90 Minuten - endeten die beiden anderen Begegnungen des 1.FCN unter der Regie von Drees in dieser Spielzeit, die zwei Pokalspiele gegen Paderborn und Hannover. Bekanntlicherweise siegten die Cluberer am Ende doch noch - jeweils nach Verlängerung bzw. im Elfmeterschießen.

Drees, der erst seit der vergangenen Saison zur Gilde der Bundesliga-Schiedsrichter zählt und seitdem 17 Erstliga-Partien über die Bühne gebracht hat, wird in der BayArena von seinen Kollegen Christian Dingert und Peter Henes an den Seitenlinien unterstützt. Der vierte DFB-Offizielle ist Mark Borsch.