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Mathias Zeck von Radio Gong 97,1 mit der Vorschau zum Auswärtsspiel des 1.FCN am Samstag bei Arminia Bielefeld.

Zurück in die Erfolgsspur finden

Nürnberg - Die Euphorie nach dem ersten Halbfinal-Einzug im DFB-Pokal seit 25 Jahren wollte in den letzten Tagen in Franken gar kein Ende nehmen. Aber nun gilt beim Club alle Konzentration der Bundesliga und dem Gastspiel bei Arminia Bielefeld. Bei den Ostwestfalen wollen die Schützlinge von Trainer Hans Meyer am Samstag (03.03.07, 15.30 Uhr) ihre Auswärtsbilanz aufpolieren und möglichst auch UEFA-Cup-Platz fünf verteidigen. Doch die Gastgeber stehen nach dem Abrutschen auf den 16. Tabellenrang unter gewaltigem Zugzwang.

"Bielefeld wird in meinen Augen absolut unterschätzt. Was die dort geschaffen haben mit ihren geringen Möglichkeiten, ist für mich absolut überraschend. Sie haben ihre Arbeit in den letzten zwei Jahren eigentlich super gemacht. Dass die Bielefelder momentan ins Trudeln geraten sind, ist für mich allerdings auch nicht so sensationell. Es gibt Mannschaften in der Bundesliga, die einfach eher abstiegsgefährdet sind wie zum Beispiel Bochum, Cottbus oder eben wir bis noch vor kurzem. Sicher hat die Trainerfrage auch viel Unruhe in den Verein reingebracht", meinte Meyer bei der Pressekonferenz am Freitag.

Für Bielefeld zählt nur ein Sieg

Nach der 0:1-Niederlage beim FC Bayern München hatte Ex-Coach Thomas von Heesen einvernehmlich mit der Arminia seinen Vertrag aufgelöst. Nachfolger wurde sein Co-Trainer Frank Geideck, der seine ersten beiden Bundesligaspiele als Chef-Trainer verlor. Weil mittlerweile schon elf Partien ohne "Dreier" zu Buche stehen (letzter Sieg am 12. Spieltag in Frankfurt) und die Ostwestfalen die letzten fünf Partien verloren haben, muss die Arminia nun unbedingt dreifach punkten, um sich aus der Abstiegszone zu befreien. "Für uns zählt nur der Sieg!", sagt Geideck im Interview mit fcn.de. Bielefeld stellt neben Frankfurt das einzige Team, das in der Rückrunde noch kein Spiel gewonnen hat und belegt damit in der Rückrunden-Tabelle den letzten Platz.

Auf die Nöte des nächsten Gegners kann und wird der Club aber keine Rücksicht nehmen. Stattdessen möchte der 1.FCN nach der Niederlage beim 1.FSV Mainz 05 (1:2) wieder in die Erfolgsspur zurückfinden und seine Erfolgsserie von vier Siegen in sechs Rückrunden-Begegnungen fortsetzen. Dass die Kräfte raubende Pokalpartie unter der Woche dabei ein Hindernis sein könnte, glaubt Hans Meyer nicht: "Wenn alles normal läuft, sollte der englische Rhythmus für die Mannschaft auch nach der Verlängerung gegen Hannover kein Problem sein."

Glauber wieder im Kader

In der SchücoArena muss der Coach auf die Gelb-gesperrten Andreas Wolf und Javier Pinola verzichten. Robert Vittek und Ivan Saenko droht bei momentan vier Gelben Karten ebenfalls eine Ein-Spiele-Pause. Verletzungsbedingt nicht im Kader sind Markus Schroth (Nasenbeinbruch), Jaouhar Mnari (Knie-OP), Joshua Kennedy (Achillessehnen-OP) und Marek Mintal (Reha nach Mittelfußbruch).

Im Vergleich zum Mainz-Spiel stehen dafür wieder Abwehrchef Glauber, Marco Engelhardt und Thomas Paulus im Aufgebot. Bei Bielefeld fehlen Markus Schuler (5. Gelbe Karte), Christian Eigler (Bänderanriss im Sprunggelenk) und Marcel Ndjeng (grippaler Infekt). Hoffen wir, dass die 1.000 mitreisenden fränkischen Anhänger (für die Partie gegen Frankfurt wurden bereits 35.000 Karten verkauft), ebenso ausgelassen jubeln können wie im Pokal vor drei Tagen...

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"Club hat beste Spieleröffnung der Liga"

Frank Geideck: "Ich liebe Arminia Bielefeld"

Nürnberg - Seit dem 12. Februar 2007 ist Frank Geideck Coach von Arminia Bielefeld. Der 40-Jährige, der mehrere Jahre als Co-Trainer bei seinem Lieblingsverein arbeitete und in dieser Funktion schon viermal den Bundesliga-Aufstieg feierte, steht nun, schon zu Beginn seiner Karriere als Cheftrainer, vor seiner wohl größten Prüfung: den Abstieg des DSC zu verhindern.

Bedrohlich ist die Situation für die Arminia, nachdem ein kontinuierlicher Abwärtstrend, angefangen am 16. Spieltag, in einen Abstiegsplatz mündete. fcn.de unterhielt sich mit Geideck und fragte nach den Gründen für die Misere.


fcn.de: Herr Geideck, trotz einer 1:0-Führung und beinahe 60-minütiger Überlegenheit hat Bielefeld am vergangenen Samstag in Cottbus den zum Greifen nahen Sieg noch aus der Hand gegeben. Wie tief sitzt in der Mannschaft die Enttäuschung über das 1:2?

Frank Geideck: Direkt nach dem Spiel war die Enttäuschung sehr groß, weil wir den Sieg einfach weggeschenkt und uns um den verdienten Lohn unserer Bemühungen gebracht haben. Ich kann mich nach solchen Momenten relativ schnell wieder motivieren. Die Spieler hatten den Sonntag Zeit, um das Spiel zu verarbeiten. Von Montag bis Mittwoch haben wir ein Trainingslager bezogen.

Nach der Begegnung haderten Spieler, Verantwortliche und Fans gemeinsam über die vergebenen Chancen in der ersten Hälfte. War die mangelhafte Torausbeute der Knackpunkt des Spiels?

Geideck: Ja, ganz klar. Wir haben uns in den ersten 45 Minuten und auch noch zu Beginn der zweiten Halbzeit ausreichend Möglichkeiten erspielt, erarbeitet und erzwungen. Es fehlte die letzte Konsequenz, um die Führung beruhigender zu gestalten.

In Cottbus war es die schlechte Chancenverwertung, in den Partien zuvor führten einige Male individuelle Fehler die Entscheidung herbei. Täuscht der Eindruck, oder steht sich die Arminia seit einigen Wochen selbst im Weg?

Geideck: Auf jeden Fall haben wir eine komfortable Ausgangssituation leichtfertig verschenkt. Ob wir uns dabei selbst im Wege standen oder der jeweilige Gegner ist im Moment egal.

Wie erklären Sie sich das?

Geideck: Die Mannschaft hat die Qualität, dies hat sie in vielen Spielen bewiesen, auch wenn selbst die erfolgreiche Hinrunde keine durchgängige Erfolgsgeschichte war. In den psychologischen Bereich kann man alles hinein interpretieren. Zu wenig Druck, weil man vordergründig gesichert ist. Zu viel Druck, weil die Erwartungshaltung plötzlich steigt usw. Das ist jetzt unwichtig. Wir müssen die aktuelle Situation annehmen.

Zum Rückrundenauftakt war die Ausgangslage für Bielefeld mit Platz acht und 22 Punkten komfortabel. Inzwischen belegt Ihr Verein nach elf Partien ohne Sieg zum ersten Mal seit dem 3. Spieltag wieder einen Abstiegsplatz. Wie bedrohlich ist die Situation?

Geideck: Ein Blick auf die Tabelle dürfte für jeden ausreichen, die Situation zu erkennen.

Sie sind bereits seit 1972 Vereinsmitglied der Arminia und damit trotz Ihres jungen Alters ein "Urgestein" bei den Ostwestfalen. Was macht den Klub für Sie so besonders?

Geideck: Wenn ich mein Leben lang Fußballfan bin, habe ich natürlich eine besondere Beziehung zu meinem Heimatverein. In dem Moment, wo ich den Cheftrainerposten übernehme, muss ich mir aber bewusst sein, dass eine neue Zeitrechnung beginnt. Ich liebe diesen Verein, aber ich muss Erfolge und Punkte holen und da ist es vollkommen egal, ob ich in Bielefeld oder Timbuktu geboren bin.

Den ersehnten Umschwung konnten Sie in Bielefeld bislang noch nicht einleiten. Die ersten beiden Partien unter Ihrer Regie gingen verloren. Wo müssen Sie nun als neuer Chef-Trainer den Hebel ansetzen?

Geideck: Es gibt so viele Möglichkeiten Einfluss zu nehmen und Hebel anzusetzen, personell, spieltaktisch, psychologisch. Dabei kann man es so kompliziert machen. Wir sind mit dem Cottbus-Spiel auf dem richtigen Weg, und da haben wir uns vorgenommen, es in schwierigen Situationen einfach zu halten.

Am Samstag kommt der 1. FC Nürnberg in die Schüco-Arena. Der Club war zur Winterpause nur einen Zähler und einen Tabellenplatz besser als Bielefeld, hat danach aber die entgegengesetzte Richtung eingeschlagen und belegt zurzeit einen UEFA-Cup-Platz. Was hat in der Rückrunde den Unterschied zwischen dem 1.FCN und der Arminia ausgemacht?

Geideck: Über unsere Situation habe ich genug gesagt, und es steht mir nicht zu, eine Bewertung des 1.FCN vorzunehmen.

Im Abstiegskampf zählt für Ihre Mannschaft am Samstag sicherlich nur ein "Dreier". Was für eine Partie erwarten Sie?

Geideck: Nürnberg hat, für mich, von hinten heraus die beste Spieleröffnung aller Bundesligamannschaften und eine klare Spielstruktur. Dazu stehen im offensiven Bereich Spieler mit individuellen Stärken. Unter anderen Umständen würde ich von meiner Mannschaft eine erfolgreiche Partie erwarten, die auch darin bestehen kann, dass wir eine ähnlich gut strukturierte Spielweise an den Tag legen, um von dem reinen Ergebnisdenken weg zu kommen. Aber Sie haben Recht, in dieser Situation zählt für uns nur der Sieg.

Vielen Dank, dass Sie sich für fcn.de Zeit genommen haben, Herr Geideck!

Seemanns viertes Bundesligaspiel

Zweite Bundesliga-Begegnung mit Club-Beteiligung: Marc Seemann

Nürnberg - Schiedsrichter der Partie zwischen Arminia Bielefeld und dem 1.FCN ist Marc Seemann. Der Essener ist noch ein Neuling im Bundesligageschäft, pfeift am kommenden Samstag (03.03.07) erst sein viertes Spiel im Oberhaus.

In der Hinrunden-Partie des Club gegen Mainz 05 (1:1) hatte Seemann seine Premiere gefeiert. In die SchücoArena begleiten den 33-Jährigen Guido Winkmann und Dirk Margenberg sowie der vierte DFB-Offizielle, Christoph Bornhorst.