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Mathias Zeck von Radio Gong 97,1 mit der Vorschau auf das Spiel in Mainz.


Stoppt der Club den Mainzer Höhenflug?

Nürnberg - Mainz 05 gegen den 1. FC Nürnberg - der Tabellendritte gegen den Tabellenersten der Rückrunde. "Das ist ein absolutes Spitzenspiel am Samstag", so Club-Trainer Hans Meyer voller Vorfreude auf das Duell der beiden Mannschaften, die je vier ihrer fünf Rückrundenspiele gewonnen haben und ihren Höhenflug natürlich fortsetzen möchten.

"Ich glaube aber eigentlich nicht, dass Mainz - genauso wie wir - in schöner Regelmäßigkeit die Chance haben wird, 13 von 15 möglichen Punkten zu holen. Wir spielen beide nicht in der Liga von Schalke 04, was das Potenzial des Kaders anbelangt", meinte auf der Pressekonferenz am Donnerstag (22.02.07) der Coach, der nach dem Spiel um 22.00 Uhr im Aktuellen Sportstudio von Moderator Wolf-Dieter Poschmann begrüßt wird.

Optimismus, Euphorie und ausverkauftes Haus

Das Stadion am Bruchweg ist ausverkauft, 2.000 Fans werden "ihrem" 1.FCN nach Mainz folgen. Die Euphorie in beiden Lagern ist gleichermaßen groß: Sowohl die meisten Club-Fans als auch die Mehrheit der Mainzer Anhänger rechnen mit einem Sieg des eigenen Vereins. Wer glaubt, die Statistik könne Hinweise auf den Ausgang der Partie liefern, sieht sich getäuscht - die Bilanz ist absolut ausgeglichen. Auch die derzeitige sportliche Verfassung der beiden Teams lässt darauf schließen, dass ein Duell auf Augenhöhe bevorsteht. Allerdings gilt dies nicht für die Gesamttabelle, wo der Club die elftplatzierten Mainzer vom fünften Rang aus grüßt.

Während die 05er erst seit Beginn der zweiten Saisonhälfte regelmäßig Erfolge feiern, kosten die Cluberer das Gefühl des Siegens schon seit längerem aus. Von den letzten zehn Spielen wurden sechs gewonnen, in den letzten zwölf Partien ging der 1.FCN nicht als Verlierer vom Platz. Torhüter Raphael Schäfer kassierte seit 417 Minuten kein Gegentor mehr, zudem datiert die letzte von insgesamt nur zwei Saison-Niederlagen (Liga-Bestwert) vom 11. Spieltag, als der Club unglücklich gegen Werder Bremen verlor (1:2). Serien, die der 19er-Kader in Mainz gerne fortführen würde.

Kristiansen wieder im Kader

Zum Aufgebot zählt im Vergleich zum Kader vom Cottbus-Spiel wieder Jan Kristiansen. Fehlen werden hingegen Marek Mintal, Marco Engelhardt, Glauber (Aufbautraining), Joshua Kennedy (OP am Montag), Petar Jelic, Leon Benko, Dean Heffernan und Thomas Paulus. Aufpassen müssen Javier Pinola, Andreas Wolf und Robert Vittek, die bei einer weiteren Gelben Karte für die nächste Partie gesperrt wären.

Bei den Gastgebern ist der Einsatz des kolumbianischen Winterzugangs Elkin Soto noch fraglich. Der Linksfuß hat die Aufgabe, den Mainzer Sturm um Mohamed Zidan mit Vorlagen zu füttern. Der Ägypter steuerte zusammen mit Leon Andreasen, der ebenfalls im Winter aus Bremen kam, sieben der acht Rückrunden-Tore bei und bescherte seinem Klub damit mehr Punkte (13) als in der gesamten Hinrunde (11). "Es kommt für mich nicht überraschend, dass Jürgen Klopp mit seiner Mannschaft ein erneutes Wunder vollbracht hat. Mainz hat sich dank 'Kloppos' gutem Auge in der Winterpause perfekt verstärkt. Sowohl Zidan als auch Andreasen haben eingeschlagen. Überhaupt finde ich, was Jürgen Klopp mit diesem kleinen Verein über Jahre geschafft hat, wirklich stark", so Meyers Urteil über die Arbeit seines Kollegen.

Klopp: "Nürnbergs Vorteil ist ihr System" 

Kloppo gibt das Lob im Interview mit fcn.de zurück: "Der Club hat derzeit in der Liga den klarsten Plan vom Spiel in der Tasche und eine auf hohem Niveau ausgeglichen besetzte Mannschaft." Der 39-Jährige weiter: "Der Nürnberger Vorteil ist ihr völlig anderes System, niemand spielt auf dieselbe Art wie sie. Sie überzeugen durch sicheres Passspiel aus der letzten in die erste Linie."

Mit seiner eigenen Mannschaft hatte Klopp nach der Hinrunde noch auf dem letzten Platz gestanden. Der Coach krempelte darauhin in der Winterpause einige Dinge um, veränderte das Training und die Abläufe vor dem Spiel, setzte wieder auf Stammkeeper Dimo Wache und erntete zuletzt den Lohn dafür: nach dem 2:1 gegen Hertha in Berlin belegt der FSV den elften Rang. Nun sind alle gespannt, ob der Club die Rückrunden-Überraschungsmannschaft stoppen kann.

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"Club hat den klarsten Plan vom Spiel"

Zwei, die sich gefunden haben: Jürgen Klopp und Mohamed Zidan

Nürnberg - Elf Punkte holte der FSV Mainz 05 in der Hinrunde, stand für viele schon zur Winterpause als sicherer Absteiger fest. 13 Zähler erbeuteten die Rheinhessen aus den fünf Rückrundenspielen, hievten sich damit innerhalb kurzer Zeit ins Liga-Mittelfeld. Welch eine Auferstehung!

Die Wende leiteten zwei ein, die vor dem Start in die zweite Saisonhälfte von Werder Bremen geholt wurden: Leon Andreasen und Mohamed Zidan. Drei Tore des Dänen und vier von Zidan ließen die Hoffnungen der 05er auf den Klassenerhalt wieder aufleben. Weil sich die beiden Erfolgs-Garanten derzeit vor Anfragen kaum retten können, baten wir Trainer Jürgen Klopp zum Gespräch.


fcn.de: Jürgen Klopp, 2:1 hat Ihre Mannschaft am Samstag überraschend bei Hertha BSC gewonnen und sich damit Luft im Abstiegskampf verschafft. Weshalb ist es gelungen, den 0:1-Rückstand noch zu drehen?

Jürgen Klopp: Wir haben in der ersten Halbzeit nicht schlecht gespielt, haben aber einen Tick weniger in die Zweikämpfe investiert als in den Spielen zuvor. Das hatte etwas von einem Freundschaftsspiel. Nach der Pause haben wir uns direkt aggressiv zurückgemeldet, das war die Basis für unsere beiden Tore. Aber Luft haben wir uns deswegen im Abstiegskampf noch nicht verschafft. Wenn man sich die Ergebnisse unserer Konkurrenz im Abstiegskampf ansieht, dann war unser Erfolg in Berlin nur ein Pflichtsieg.

In der Winterpause wurde in Mainz der Slogan "Mission Possible 15" kreiert. Sie sprachen außerdem von der "wildesten Aufholjagd aller Zeiten", auf die Sie große Lust verspürten. Wie haben Sie die Mannschaft vor dem Start in die zweite Saisonhälfte motiviert, was ist während der bundesligafreien Zeit in Mainz passiert?

Klopp: Wir standen vor der Wahl, in der Rückrunde auf Abschiedstournee zu gehen oder eine Aufholjagd zu starten. Und weil alle große Lust haben, um diese Liga zu kämpfen, haben wir das Projekt gestartet. Eine besondere Motivation war dafür nicht nötig. Die Chance zu beweisen, dass wir besser sind als wir es in der Hinrunde gezeigt haben, und die Tatsache, dass uns viele Experten schon abgeschrieben hatten, haben da völlig ausgereicht.

Nach der Hinrunde stand Mainz noch ziemlich abgeschlagen mit sechs Punkten Rückstand zum rettenden Ufer auf dem letzten Platz der Tabelle. Kaum einer rechnete noch mit ihnen. Nun aber hat der FSV beste Chancen, die Klasse doch noch zu halten. Wie ist der Erfolg der Mannschaft in der Rückrunde zu erklären?

Klopp: Wichtig war für uns, einen Schlussstrich unter die Hinrunde zu ziehen und noch einmal völlig neu anzufangen. Wir haben den Kader verändert und im Trainingslager die Basis geschaffen, dass wir uns zurückmelden können. Der Sieg gleich am ersten Rückrundenspieltag in Bochum war natürlich auch ein wichtiges Signal für uns und unsere Fans.

Ein Grund für die derzeitige Erfolgsserie sind ohne Zweifel Leon Andreasen und Mohamed Zidan. Beide kamen in der Winterpause von Werder Bremen, beide waren dort keine Stammspieler. Liegt es nur am Mainzer Umfeld, dass sie nun so aufblühen oder gibt es dafür auch noch andere Gründe?

Klopp: Unsere beiden Bremer hatten bei Werder einfach sehr starke Spieler auf ihren Positionen vor sich und haben sich deshalb entschlossen, bei einem kleineren Klub gewissermaßen neu anzufangen. Beide sind, jeder auf seine Art, richtig gute Fußballer. Das Mainzer Umfeld hilft ihnen dabei, dies auch zu zeigen. Das gleiche gilt übrigens auch für Elkin Soto und Angreifer Marius Niculae, unsere beiden anderen Winter-Zugänge.

Andreasen hat in Bremen auch häufiger in der Innenverteidigung gespielt, während er in Mainz im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kommt. Liegt es demnach vielleicht auch an der Position?

Klopp: Es liegt vor allem daran, dass er spielt.

13 Punkte aus den ersten fünf Rückrunden-Partien holte wie der FSV auch der Club, auf den Sie am Samstag treffen. Was beeindruckt Sie am meisten an ihrem nächsten Gegner?

Klopp: Der Club hat derzeit in der Liga den klarsten Plan vom Spiel in der Tasche und eine auf hohem Niveau ausgeglichen besetzte Mannschaft.

Im Stadion am Bruchweg spielt der Dritte gegen den Ersten der Rückrunden-Tabelle. Können wir mit einem Spitzenspiel rechnen?

Klopp: Wir kümmern uns nicht um Rückrundenbilanzen. Wir konzentrieren uns darauf, unser Spiel auf den Platz zu bringen, denn das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass wir erfolgreich spielen.

Danke für das Interview.

Gagelmann am Bruchweg

Macht am Mainzer Bruchweg Station: Peter Gagelmann

Frankfurt/M. - Der Anpfiff für die Bundesliga-Auswärtspartie des 1. FC Nürnberg beim 1. FSV Mainz 05 am Samstag (24.02.07, 15.30 Uhr) kommt von Schiedsrichter Peter Gagelmann. Der Bremer Karosserieflanscher vom ATSV Sebaldsbrück leitet im Stadion am Bruchweg sein 77. Erstliga-Spiel. Begonnen hat die Bundesliga-Karriere des 38-Jährigen im Jahr 2000.

In dieser Saison hat Gagelmann, der als Hobbies Squash, Skifahren und Reisen angibt, bereits zwei Partien mit Club-Beteiligung gepfiffen. In beiden Spielen - beim 1:1 gegen Dortmund und 3:1 gegen Hannover 96 - blieb das Team von Trainer Hans Meyer ungeschlagen. Diese Serie wollen die Franken natürlich auch bei ihrer Saison-Auswärtspremiere unter Gagelmanns Leitung fortsetzen.

Anklam und Thielert an der Linie

Insgesamt fällt die Bundesliga-Bilanz des Clubs in den Partien mit dem Bremer Unparteiischen negativ aus. Vier Siegen und drei Unentschieden stehen fünf Niederlagen gegenüber.

An den Seitenlinien im Bruchweg-Stadion assistieren Matthias Anklam und Sascha Thielert, vierter DFB-Offizieller ist Mark Borsch.