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Mathias Zeck von Radio Gong 97,1 mit der Vorschau auf das Spiel gegen Cottbus.


Club gegen Cottbus: Eine harte Nuss

Nürnberg - Am Sonntag (18.02.07, 17.00 Uhr) empfängt der 1. FC Nürnberg im dritten Heimspiel der Rückrunde den FC Energie Cottbus im easyCredit-Stadion. "Das wird ein richtig schweres Spiel für uns", vermutet Nürnbergs Co-Trainer Jürgen Raab. Der 53-Jährige vertrat am Freitag auf der Pressekonferenz Chef-Trainer Hans Meyer, der auf der Beerdigung von Georg Buschner, des ehemaligen Trainers der DDR-Auswahl, weilte.

"Ich bin mir sicher, dass sich die Cottbuser nach ihrer 1:4-Niederlage in Mainz wieder an ihre Stärken erinnern werden", so Raab weiter. "Die liegen vor allem in der Defensive." Das hatte der Club bereits in der Hinrunde erfahren müssen, als trotz großer Überlegenheit nicht mehr als ein 1:1 in der Lausitz herausgesprungen war. Meyer ist vorgewarnt: "Sie können ruhig davon ausgehen, dass ich dieses Spiel gegen den FC Energie als ein ganz, ganz kompliziertes einschätze", sagte der Thüringer im Vorfeld des Duells mit dem Aufsteiger, der in der Tabelle mit zwei Zählern Vorsprung auf die Abstiegszone auf Platz 13 rangiert.

Gegen den Aufsteiger den Zweikampf annehmen

Der 1.FCN-Coach lobte noch einmal ausdrücklich die bisherige Leistung seiner Mannschaft in der zweiten Halbserie: "Das gesamte Resultat von zehn Punkten aus vier Spielen - mit diesen Gegnern, gegen die wir gespielt haben: Bochum und Gladbach auswärts und zuhause gegen die auswärtsstarken Bayern und Stuttgart - ist geradezu optimal." Gegen Cottbus könnte für den Fünften der Liga nun der vierte Heimsieg in Folge und das elfte Spiel hintereinander ohne Niederlage eingefahren werden. Der Gegner zeigt Respekt vor Meyers Elf: "Nürnberg hat sich sehr gut entwickelt", stellte Cottbus' Keeper Tomislav Piplica fest. "Ich traue dem Club zu, am Ende den Sprung ins internationale Geschäft zu schaffen."

So weit ist es aber noch nicht. Erst einmal müssen die Cluberer ihre Stärke auch gegen die vermeintlich schwächeren Gegner unter Beweis stellen. Raab warnte davor, Cottbus, das bis zur Pleite am letzten Wochenende bei Mainz 05 in der Rückrunde noch kein Spiel verloren hatte, zu unterschätzen: "Zu Beginn der Saison galt Energie neben Aachen ja schon als der sichere Absteiger. Aber denen ist auch schon ein 1:1 gegen Werder Bremen gelungen. Natürlich ist die Spielweise von Energie nichts für Feinschmecker oder Fußballästheten, aber mich überzeugt vor allem die geschlossene Mannschaftsleistung. Wenn man den Zweikampf nicht annimmt, kommt man in echte Schwierigkeiten."

Drei Gelb-Sperren drohen

Nürnberg hat im eigenen Stadion noch kein Bundesliga-Spiel gegen Cottbus verloren. Einen Selbstläufer erwartet Stürmer Markus Schroth am Sonntag dennoch nicht: "Das wird eine sehr harte Nuss. Energie wird erst einmal versuchen, hinten dicht zu machen." Raab hat eine Lösung parat, wie Energie zu knacken ist: "Wir werden Geduld haben müssen, dass kann ein Kampf bis zur 85. Minute werden, bis das entscheidende Tor fällt." Dass der Club als eindeutiger Favorit in die Partie geht, sieht der Co-Trainer nicht als Nachteil: "Mittlerweile wissen unsere Gegner um unsere Stärke und versuchen, uns aus dem Konzept zu bringen. Aber wir sind nun so eingespielt, dass wir auch mal ein 0:1 verkraften, ohne dass die Jungs sich gleich geschlagen geben."

Hans Meyer stehen alle Spieler zur Verfügung, die vor einer Woche in Bochum  (2:0) mit dabei waren. Als einzige Änderung steht diesmal Gerald Sibon für Leon Benko im Kader. Marek Mintal, Marco Engelhardt und Glauber befinden sich noch im Aufbautraining. Joshua Kennedy, Dean Heffernan, Jan Kristiansen, Thomas Paulus sowie Petar Jelic fanden keine Berücksichtigung. Mit Robert Vittek, Javier Pinola und Andreas Wolf drohen am Sonntag gleich drei 1.FCN-Profis Gelb-Sperren.

Cottbus ohne Kapitän McKenna?

FC-Coach Petrik Sander fehlen drei Langzeitverletzte: Ervin Skela (Lauftraining nach auffälligen Blutwerten), Lars Jungnickel (Oberschenkelprobleme) und Benjamin Schöckel (Bauchoperation) sind noch nicht hundertprozentig fit. Zudem steht hinter den Einsätzen von Mariusz Kukielka (Risswunde an der Achillessehne) und Kapitän Kevin McKenna (Knieprobleme) ein großes Fragezeichen. Vor allem der mögliche Ausfall des Kanadiers McKenna, der für die Stabilität in der Cottbuser Innenverteidigung nahezu unersetzlich ist, würde den nächsten Club-Gegner hart treffen.

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"Psychologischer Vorteil"

Tomislav Piplica ist bekannt für seine federleichten Flugeinlagen

Nürnberg - Er ist eine der schillerndsten Figuren im Bundesliga-Geschäft und Publikumsliebling bei Energie Cottbus: Tomislav Piplica. Der Torhüter, der mal ganz starke Paraden auspackt und dann Fehler begeht, die Schmunzeln hervorrufen, steht seit 1998 im Kasten der Lausitzer. Im Interview mit fcn.de spricht Piplica über seine besondere Beziehung zu Cottbus, den Abstiegskampf mit Energie und natürlich die Partie gegen den 1. FC Nürnberg am Sonntag (18.02.07).


fcn.de: Herr Piplica, bis zum vergangenen Spieltag war Ihr Team in der Rückrunde noch ungeschlagen. In Mainz setzte es jedoch die bislang höchste Niederlage für Cottbus in dieser Saison. Wie tief sitzt der Stachel nach dem 1:4?

Tomislav Piplica: Die Niederlage ist ärgerlich, aber sie haut uns nicht um. Wir können nicht in jedem Auswärtsspiel Punkte holen. In Mainz haben wir viele individuelle Fehler gemacht. Wir haben darüber in dieser Woche intensiv gesprochen. Jetzt ist das abgehakt.

Vor allem in der Defensive offenbarte Energie ohne seinen Kapitän Kevin McKenna Schwächen. Müssen Sie sich manchmal innerlich die Haare über die Patzer Ihrer Vorderleute raufen?

Piplica: Nein, denn wir funktionieren nur als Mannschaft. Da haben gegenseitige Vorwürfe keinen Platz.

In der Hinrunde war Cottbus bester Aufsteiger und galt als Überraschungsmannschaft der Saison. Inzwischen ist der Abstand zu den Mitaufsteigern Aachen und Bochum wie zu den Abstiegsplätzen auf zwei Zähler geschrumpft. Hat sich die Stimmung im Team und rund um den Verein geändert?

Piplica: Die Frage verstehe ich nicht. Haben Sie sich mal unseren Etat und unsere Möglichkeiten angesehen? Wir stehen über dem Strich und das schon die ganze Saison. Das ist sensationell. Wir spielen bisher eine richtig gute Serie. Warum sollte sich dann die Stimmung verändern?

"Tomislav Piplica ist Energie Cottbus!", so charakterisierte Sie Ihr Mannschaftskollege Steffen Baumgart vor kurzem. Seit 1998 spielen Sie in der Lausitz. Wie kam es, dass Sie dem Verein so lange treu geblieben sind?

Piplica: Weil ich mich hier wohl fühle. Die Menschen haben mich hier phantastisch aufgenommen und das Klima im Verein stimmt. Ich bin glücklich in Cottbus und ich möchte auch nach meiner Karriere bei Energie bleiben.

Sie haben mit Cottbus einiges erlebt. An welches sportliche Ereignis erinnern Sie sich denn besonders gern?

Piplica: Natürlich die beiden Aufstiege in die Bundesliga. Für eine Region wie die Lausitz ist so ein Aufstieg eigentlich ein Weltwunder. Die Begeisterung in der Region zu spüren, das hat unheimlich Spaß gemacht.

Im Vergleich zum Team aus Ihrer letzten Bundesliga-Saison 2002/03: Was sind aus Ihrer Sicht die Vor- und Nachteile der Mannschaft von heute?

Piplica: Wir haben heute viel mehr Spieler mit Erstligaerfahrung. Da haben einige schon in der Champions League gespielt oder im UEFA Pokal. Wir sind viel ruhiger am Ball als damals und wir spielen auch besseren Fußball. Junge Spieler können sich viel mehr entwickeln, weil sie an den Erfahrenen wachsen können.

Energie ist eine Mannschaft mit viel Erfahrung im Abstiegskampf. Kann das am Ende ein Vorteil gegenüber Konkurrenten wie zum Beispiel dem Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach sein?

Piplica: Ich hoffe es. Wobei diese Teams natürlich ein viel größeres fußballerisches Potential haben. Wir haben nichts anderes als den Abstiegskampf erwartet und alles ist darauf ausgerichtet, am Saisonende mindestens 15. zu sein. Wenn wir das schaffen, ist unser Ziel erreicht. So gesehen, liegt der psychologische Vorteil natürlich bei uns. In Hamburg und Mönchengladbach ist dieser Platz immer noch eine Enttäuschung.

Am Sonntag wartet der 1. FC Nürnberg auf Energie. Der Club ist seit zehn Spielen ungeschlagen und hat in der Rückrunde erst ein Gegentor kassiert. Überrascht es Sie, dass Hans Meyers Team Platz fünf belegt?

Piplica: Nein, denn Nürnberg hat sich sehr gut entwickelt. Das war schon in der letzten Rückrunde zu sehen und hat sich in der Hinrunde fortgesetzt. Ich traue Nürnberg zu, am Ende den Sprung ins internationale Geschäft zu schaffen.

Cottbus reist nach der 1:4-Schlappe in Mainz nicht gerade mit breiter Brust ins Frankenland. Warum hat Ihre Mannschaft dennoch eine Chance beim 1.FCN?

Piplica: Weil es in einem Spiel mit einer so großen Erwartungshaltung für die Heimmannschaft immer eine Chance für den Außenseiter gibt.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Piplica!

Club gegen Cottbus: Kinhöfer pfeift

Das zehnte Mal den Club: Schiedsrichter Torsten Kinhöfer

Nürnberg - Das Heimspiel des 1. FC Nürnberg gegen Energie Cottbus (Sonntag, 17.00 Uhr) wird geleitet von Thorsten Kinhöfer. Der 38-jährige Controller aus Herne pfeift für den RSV Wanne. Kinhöfer leitete in dieser Saison das 0:0 des Club beim FC Bayern München am 3. Spieltag.

Seit 1994 ist Kinhöfer DFB-Schiedsrichter und brachte insgesamt 65 Bundesligapartien über die Bühne. Neunmal davon pfiff er den Club, die Bilanz ist positiv: Vier Siegen stehen zwei Unentschieden und drei Niederlagen gegenüber. Vor heimischem Publikum fällt die Ausbeute noch besser aus - dreimal gewann der 1.FCN, einmal teilte der Club die Punkte und eine Begegnung ging unter Kinhöfers Leitung verloren.

An den Seitenlinien im easyCredit-Stadion assistieren Detlef Scheppe und Robert Kampka, vierter DFB-Offizieller ist Christian Fischer.