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Das Team der Stunde

Die Party geht weiter: Der Club siegt auch gegen Gladbach

Nürnberg - Der Held des Abends strahlte. "Für uns ist dieser klasse Start eine tolle Sache. Wir haben zwar kein besonderes Spiel gemacht, aber gewonnen. So kann es weitergehen", sagte Markus Schroth, Schütze des Siegtreffers beim 1:0 über Mönchengladbach. Dabei hatte der 31-jährige Goalgetter kurzzeitig sogar die Übersicht verloren: "Ich habe erst gar nicht gesehen, dass der Ball drin war."

Es ehrt Schroth, dass er trotz des Jubels über seinen zweiten Saisontreffer, der seinem Club den besten Bundesliga-Start der Vereinsgeschichte bescherte, einräumte, dass der FCN am Freitagabend (18.08.06) nicht unbedingt eine Galavorstellung gezeigt hatte. Eher war der knappe Erfolg, mit dem die Tabellenführung verteidigt werden konnte, unter der Rubrik Arbeitssieg einzuordnen.

Meyer: "Glücklicher Sieg für uns"

Ähnlich sah es nach dem Abpfiff auf der Pressekonferenz auch Nürnbergs Trainer Hans Meyer: "Es war in den ersten 20 Minuten von beiden Seiten ein richtig gutes Spiel, in dem wir glücklich in Führung gegangen sind. Nach der Auswechslung von Galasek haben wir die Initiative aus der Hand gegeben. Gladbach war danach über weite Strecken fußballerisch besser. Es war ein sehr glücklicher Sieg für uns."

In der Tat brachte die Verletzung von Tomas Galasek einen Bruch ins Spiel der Gastgeber. Die klaffende Platzwunde an der Stirn, die der tschechische Nationalspieler nach einem Tritt von Gladbachs Michael Delura davon getragen hatte, musste mit sieben Stichen genäht werden. Dabei hatte Club-Sportdirektor Martin Bader, vor dem Anpfiff auf die Verletzung Robert Vitteks (Knie) angesprochen, noch gehofft: "Langsam sollte unser Pech doch aufgebraucht sein..." Leider nicht!

Mintals Rückkehr

Immerhin: Nach über achtmonatiger Leidenszeit feierte Marek Mintal ein gelungenes Bundesliga-Comeback. Um 21.50 Uhr kehrte der Torjäger der Saison 2004/05 unter großem Jubel der Fans im ausverkauften easyCredit-Stadion auf die große Bühne zurück. Ein bewegender Moment!

Gegen vor allem in der zweiten Halbzeit immer druckvollere Borussen stemmten sich Mintal und Co. mit großer Leidenschaft und Engagement, hatten aber auch Pech als Gladbachs Youngster Eugen Polanski bei einem Kopfball an den eigenen Pfosten um ein Haar ein Eigentor unterlaufen wäre.

Meyer: "Wer soll uns noch stoppen?"

Die Gäste trauerten am Ende ihren vergebenen Chancen hinterher. "Der Ball wollte heute einfach nicht ins Tor", klagte Nationalspieler Oliver Neuville. Und Borussen-Trainer Jupp Heynckes kam zu dem Schluss: "Meine Mannschaft hätte mehr verdient gehabt als eine Niederlage. Aber so ist der Fußball, wenn man seine Chancen nicht nutzt."

Sein Nürnberger Pendant hatte da natürlich gut lachen. "Sechs Punkte, kein Gegentor - wer soll uns noch stoppen?", fragte Hans Meyer mit ironischem Unterton in die Runde. Als nächstes darf sich kein geringerer als der Deutsche Meister Bayern München darin versuchen, den erfolgreichen Lauf des Teams der Stunde zu beenden.

Roth mahnt zur Gelassenheit

"Für die Fans gebe es nichts Höheres als einen Sieg in München", weiß FCN-Präsident Michael A. Roth, der vor dem bayerisch-fränkischen Derby am kommenden Samstag in der Allianz-Arena allerdings auch an das Kräfteverhältnis erinnert: "Es ist schon noch ein großer Unterschied zwischen beiden Mannschaften." Trotz aller Euphorie sei jetzt in erster Linie Gelassenheit gefragt. Roth: "Wir dürfen nicht so viel träumen und jetzt größenwahnsinnig werden."

Dennoch - der FCN reist mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein an die Isar. "Wir können jetzt mit breiter Brust zu den Bayern fahren", meint Markus Schroth. Eine Einschätzung, gegen die auch Roth nichts einzuwenden haben dürfte.