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Keine Tore in Hamburg

Wieder die Zuverlässigkeit in Person: Innenverteidiger Andi Wolf (re.)

Hamburg - Der 1. FC Nürnberg hat am Samstag (09.12.06) beim Hamburger SV einen Punkt entführt. Die Mannschaft von Trainer Hans Meyer trennte sich vor 54.628 Zuschauern in der AOL Arena von den Gastgebern 0:0. In einer umkämpften Partie vergab Robert Vittek in der 59. Minute die größte Chance zum Führungstreffer für den Club. Als der HSV in der Folgezeit etwas stärker aufkam, hielt Torwart Raphael Schäfer mit tollen Paraden das elfte Unentschieden der Saison für den 1.FCN fest.

Die Cluberer blieben damit zwar auch in ihrem zwölften Gastspiel hintereinander bei den Hamburgern ohne Sieg, bauten ihre derzeitige Serie aber auf fünf Partien ohne Niederlage aus. Zugleich verteidigte der 1.FCN mit jetzt 20 Punkten seinen neunten Tabellenplatz. Lediglich der VfL Wolfsburg könnte am Sonntag mit einem Heimerfolg gegen Aufsteiger Aachen die Franken noch verdrängen. Dagegen wartet der HSV nun schon seit acht Spieltagen auf einen "Dreier". Mehr noch: Auch im letzten Heimspiel der Hinrunde sahen die Hamburger Fans keinen Sieg von ihrem Team. Die Rothosen, die in dieser Saison nur einmal - beim 2:1 in Leverkusen -  jubeln durften, bleiben auf dem 17. Tabellenplatz, verkürzten den Abstand auf einen Nichtabstiegsrang allerdings auf drei Zähler.

Club mit der ersten Chance

Hans Meyer schickte dieselbe Startelf wie schon beim 0:0 gegen Schalke 04 ins Rennen. Der Australier Michael Beauchamp ersetzte in der Innenverteidigung erneut den verletzten Glauber. Zum Krankenlazarett des HSV, bestehend aus Vincent Kompany, Nigel de Jong, Mario Fillinger, Guy Demel, Raphael Wicky und Juan Pablo Sorin, gesellte sich der für vier Spiele gesperrte Rafael van der Vaart. Thimothee Atouba fehlte aus disziplinarischen Gründen. Collin Benjamin und Volker Schmidt begannen für van der Vaart und Atouba.

Die Hausherren starteten optisch überlegen in die Partie, fanden jedoch kein passendes Rezept gegen die sehr aufmerksame Nürnberger Hintermannschaft. Die Meyer-Elf wusste die Anfangsoffensive der Hamburger ein ums andere Mal gekonnt auszubremsen und ließ den Tabellenvorletzten meist gar nicht erst in Strafraumnähe vordringen. So gehörte nach 20 Minuten die erste Torchance den Cluberern, als Markus Schroth eine Flanke von Dominik Reinhardt nur knapp am linken Pfosten vorbeisetzte. Nur wenig später bekam Ivan Saenko einen missglückten Abwehrversuch von Mehdi Mahdavikia direkt vor die Füße, der Russe schlenzte die Kugel von der Strafraumgrenze allerdings einen Meter über die Querlatte (23.).

Kontrolle ohne Dominanz

Ab sofort kontrollierte der Club das Spiel, ohne dieses jedoch zu dominieren. Obwohl die Franken bei ihren wenigen Offensivaktionen zielgerichteter agierten, fehlte vor dem gegnerischen Tor die letzte Konsequenz. Für Zählbares hätte Jan Kristiansen in der 28. Minute sorgen können, doch der Freistoß des Dänen landete in der HSV-Mauer. Die Hamburger Fans hingegen mussten fast 40 Minuten auf den ersten Torschuss ihrer Mannschaft warten. Der Freistoß von Piotr Trochowski aus 22 Metern rutschte durch die FCN-Mauer und zwang den bis dahin arbeitslosen Raphael Schäfer zu seiner ersten Parade (39.).

Nach der Pause sollte Ivica Banovic anstelle von Kristiansen für die nötigen Ideen im Offensivspiel der Gäste sorgen. Der Wechsel hätte sich bereits in der 51. Minute beinahe ausgezahlt. Den ersten Eckball der Partie für die Cluberer köpfte der Kroate allerdings aus kurzer Distanz einen Meter am linken Pfosten vorbei (51.). Nur wenig später hatte dann Vittek die bis dahin beste Möglichkeit. Nach schönem Doppelpass mit Saenko tanzte der Slowake im Strafraum seinen Gegenspieler Bastian Reinhardt aus und hatte freie Bahn, sein Rechtsschuss ging jedoch haarscharf am linken Pfosten vorbei (59.).

Überragender Schäfer

In der Folgezeit nahm die Partie an Fahrt auf, insbesondere weil die Gastgeber den Druck erhöhten. Raphael Schäfer stand jetzt vermehrt im Blickpunkt. Dank seines hervorragenden Stellungsspiels verhinderte der Nürnberger Schlussmann in der 61. Minute den Führungstreffer des HSV. Zuvor hatte Javier Pinola einen Moment nicht aufgepasst, so dass Volker Schmidt nach einem 40-Meter Pass plötzlich frei vor dem Club-Kapitän auftauchte, der geschickt den Winkel verkürzte und somit den Schuss des Hamburger Debütanten parieren konnte. Nur elf Minuten später scheiterten die Gastgeber erneut an Schäfer. David Jarolim hatte Danjiel Ljuboja mit einem Steilpass in den Strafraum bedient, Schäfer rettete per Fußabwehr (72.).

Auch die Schlussviertelstunde gehörte dem Team von Thomas Doll. In der 79. Minute musste Schäfer erneut Kopf und Kragen riskieren, um mit einer ebenso spektakulären wie fairen Faustabwehr vor Paolo Guerrero zu klären. Der erst kurz zuvor als dritte Spitze eingewechselte Hamburger Angreifer verletzte sich bei dieser Aktion und wurde benommen vom Platz getragen. Es sollte die letzte Chance der Partie gewesen sein. Dank einer soliden Abwehrleistung und eines großartig haltenden Raphael Schäfers entführte der Club am Ende verdient einen Punkt aus der AOL Arena.

Erfolgreicher Abschied in die Winterpause?

Zum Abschluss der Hinrunde empfangen die Schützlinge von Trainer Hans Meyer am nächsten Samstag (16.12.06, 15.30 Uhr) im easyCredit-Stadion Hannover 96. Die Niedersachsen taten sich vor heimischem Publikum am Samstag erneut schwer und mussten sich gegen Bielefeld mit einem 1:1 begnügen. In der Fremde ist die Mannschaft von Dieter Hecking dagegen eine Macht und mit 14 Punkten die derzeit drittbeste Auswärtsmannschaft der Liga. Im letzten Spiel des Jahres also keine leichte Aufgabe für die Cluberer, die sich selbst und ihren Fans natürlich am liebsten einen "Dreier" als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk auf den Gabentisch legen wollen.


Das Spiel im Stenogramm:

Hamburger SV: Wächter - Schmidt, Reinhardt, Mathijsen, Benjamin - Laas - Mahdavikia, Jarolim - Trochowski (64. Sanogo) - Ljuboja, Berisha (72. Guerrero, 84. Lauth)

1. FC Nürnberg: Schäfer - Reinhardt, Wolf, Beauchamp, Pinola (90. Gresko) - Mnari, Galasek - Kristiansen (46. Banovic) - Vittek, Schroth (83. Benko), Saenko

Tore: Fehlanzeige

Zuschauer: 54.628

Schiedsrichter: Fandel

Gelbe Karten: Schmidt/Saenko, Banovic

Gelb-Rote Karten: -/-

Rote Karten: -/- 

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