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Es geht doch!

Die Cluberer feiern ihren dritten Saisonerfolg

Nürnberg - Am Samstag (18.11.06) war es endlich so weit: Erstmals seit August und zehn sieglosen Spielen hat der 1. FC Nürnberg mit dem 3:2 (1:1) gegen Bayer 04 Leverkusen wieder eine Bundesligapartie gewonnen - die dritte in dieser Saison. Dabei mussten die Cluberer aufgrund zahlreicher vergebener Möglichkeiten bis zum Schluss zittern. Erst als der ehemalige Nürnberger Stefan Kießling in der Nachspielzeit die letzte Chance knapp am Club-Tor vorbei gesetzt hatte, konnte Hans Meyer erleichtert aufatmen: "Wichtig war, dass wir gesehen haben: Es geht!"

Besondere Note des "superwichtigen Siegs" (Jan Kristiansen): Alle drei Nürnberger Stürmer waren erfolgreich. In den letzten Wochen mussten die glücklosen Angreifer viel Kritik einstecken: "Wir haben uns diese Kritik zu Herzen genommen", so Robert Vittek, der nach einer schönen Stafette über Ivan Saenko, Jan Kristiansen und wieder Saenko per Hacke den wichtigen Treffer zum 1:1-Ausgleich erzielt (12.) und damit nach 762 Minuten zum zweiten Mal in dieser Saison ins Schwarze getroffen hatte. Ein weiteres Tor des Slowaken kurz vor der Pause wurde wegen Abseitsstellung nicht anerkannt (37.).

Schroth traf nach 784 Minuten wieder das Tor

Die Torflaute bei Markus Schroth dauerte noch länger an, nämlich genau 784 Minuten. Der Goalgetter hatte zum letzten Mal beim 1:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach eingenetzt. Gegen Leverkusen gelang ihm in Hälfte zwei der 2:1-Führungstreffer - sein drittes Saisontor (48.). Schroth freute sich hinterher aber vor allem über den Mannschaftserfolg: "Egal wie, es war einfach wichtig, heute zu gewinnen."

Und auch der Dritte im Offensiv-Bunde, Saenko, der beim 1:0 bereits als Vorlagengeber geglänzt und auch sonst eine tolle Leistung geboten hatte, durfte nach 357 Minuten wieder jubeln. Leverkusens Torhüter Jörg Butt hatte sich bei einer Flanke verschätzt und dem Schützen freie Bahn gelassen. "Ich musste nur schnell reagieren und das leere Tor treffen", beschrieb der Nationalspieler das Zustandekommen des erlösenden 3:2. Saenko erhöhte sein Torkonto in der aktuellen Spielzeit ebenfalls auf drei.

Torschuss-Training brachte den Erfolg

Wie es kam, dass die Stürmer plötzlich wieder ihre Hauptaufgabe erfüllten? Meyer scherzte und gewährte einen Blick in seine Trickkiste: "Es hat so gut geklappt, weil wir diese Woche nach langer Zeit mal wieder Torschuss-Training absolviert haben." Hundertprozentig zufrieden war der Trainer dennoch nicht: "Man hat gemerkt, dass die Mannschaft nach der zuletzt harten Kritik in den Medien etwas verunsichert war. Leverkusen ist in der ersten Halbzeit sehr gut organisiert gewesen." Die Gäste waren nicht unverdient durch Ahmed Madouni früh in Führung gegangen (8.). Nürnberg drehte erst zu Beginn der zweiten Halbzeit richtig auf, erspielte sich dann aber eine Vielzahl hochkarätiger Chancen.

Schroth (52., 60., 66.), Kristiansen (59.) und Glauber (52.) hatten den dritten Treffer, der sicherlich die Vorentscheidung gewesen wäre, auf dem Fuß oder dem Kopf. "Wir haben es versäumt, das frühe Beruhigungstor zu machen und mussten am Ende wieder bis zum Schlusspfiff zittern", so Club-Präsident Michael A. Roth.

Glücklich war höchstens der späte Zeitpunkt des Siegtores

Als der eingewechselte Tomas Paulus durch sein unglückliches Eigentor den Gästen den 2:2-Ausgleich beschert hatte (69.), drohte wieder das alte Lied. Dank der tollen Moral im Team, das nicht aufsteckte, und Saenkos Tor gab es diesmal aber das verdiente Happy End. "Gott sei Dank hat Ivan noch das 3:2 gemacht" - nicht nur FCN-Verteidiger Dominik Reinhardt war ein Felsbrocken vom Herzen gefallen. Meyer betonte, dass die Ernte von drei Punkten nach 90 Minuten harter Arbeit nicht allein der Hilfe von Schicksalsgöttin Fortuna zu verdanken gewesen sei: "Ich denke, dass unser Sieg nicht nur glücklich war. Glücklich war höchstens der späte Zeitpunkt des Siegtreffers."

In der Tabelle machte der Club drei Plätze gut und belegt nun nach dem 13. Spieltag mit 17 Zählern Rang neun. Nächsten Samstag treten Meyers Schützlinge zum Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg an. Es wird das dritte Duell gegen einen Tabellennachbarn hintereinander. Die Wölfe trennten sich am Sonntag in Bielefeld 0:0-unentschieden und liegen zurzeit mit einem Zähler in Front. Das könnte sich aber bald ändern. Das 3:2 des 1. FC Nürnberg gegen Leverkusen hat Appetit auf mehr gemacht.