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Profis Teamcheck Donnerstag, 05.12.2013

Teamcheck Mainz: BVB meets Club

Mainz 05 brachte in der Vergangenheit schon einige Stars hervor und möchte diesen Weg auch in der Zukunft weitergehen.

Foto: Picture Alliance

Hans-Joachim Watzke, Borussia Dortmunds oberster Boss, verriet am vergangenen Samstag im Aktuellen Sportstudio ein Geheimnis: Wenn der BVB seine 90 Minuten in der Bundesliga gespielt habe, dann, so Watzke, erkundige er sich als erstes, wie Mainz 05 abgeschnitten hat. „Ich mag Mainz“, bekannte der Ober-Borusse. Eine wirkliche Überraschung ist dies freilich nicht. Schließlich lotste er 2008 mit Jürgen Klopp den damaligen Trainer der 05er nach Dortmund. Mit durchschlagendem Erfolg, wie man heute weiß.

Klopp ist nur einer von vielen Mainzer Exportschlagern für die Liga, die eines belegen: Der FSV, 2009 gemeinsam mit dem Club in die Bundesliga zurückgekehrt, bereichert Deutschlands Eliteklasse nachhaltig. Weitere Beispiele: Neven Subotic, den Klopp mit nach Dortmund nahm, Andre Schürrle und Lewis Holtby, mittlerweile England-Legionäre bei Chelsea und Tottenham, oder auch Adam Szalai, der seine Tore seit dieser Saison für Schalke schießt.

Talenten können den FSV als Sprungbrett nutzen

Sie alle belegen aber auch eines: Wenn sehr gute Angebote für Spieler kommen, dann lässt Mainz diese ziehen. Interessante Fußballer, die Mainz verpflichten will, werden auf diese Art und Weise sogar geködert: Sie können sich in einem vergleichsweise ruhigen Umfeld entwickeln, den sprichwörtlichen nächsten Schritt gehen und dann, im Erfolgsfall, Mainz als Sprungbrett in die große Fußballwelt nutzen.

Natürlich profitieren die 05er ebenfalls, indem sie entsprechende Ablösesummen generieren. Für einen Subotic oder Schürrle flossen hohe einstellige oder gar noch höhere Millionensummen. Geld, das in Mainz seit jeher mit Bedacht eingesetzt wird, um die Mannschaft gezielt zu verstärken und die Infrastruktur zu verbessern. Kontinuität schreibt sich in Mainz groß, Präsident Harald Strutz steht dem Verein seit einer gefühlten Ewigkeit vor, Christian Heidel ist der dienstälteste Manager bei einem Bundesligisten – Martin Bader folgt in diesem Ranking übrigens hinter Michael Zorc aus Dortmund auf Rang drei. Und neben Klopp ist Mainz in seiner Bundesligageschichte nur noch von einem zweiten Trainer, von Thomas Tuchel, trainiert worden. Vergangenes Wochenende saß er zum 150. Mal bei einer Partie auf der Bank.

Die Mischung zwischen jung und alt macht's

Verlässt ein begehrter Spieler den FSV für viel Geld, investieren Heidel und Tuchel in die Breite, um der Mannschaft Qualität zuzuführen. So auch vor dieser Spielzeit, als Szalai nach Schalke ging, andererseits aber auch bewusst Einschnitte vorgenommen wurden. Zum Beispiel, indem der Vertrag mit Andreas Ivanschitz nicht mehr verlängert wurde. Der Österreicher glänzte noch im Vorjahr als Leistungsträger im Mittelfeld, doch Tuchel sah die Zeit für einen Umbruch gekommen. Für die Offensive holte er mit dem japanischen Nationalspieler Shinji Okazaki einen laufstarken Angreifer aus Stuttgart, der gut ins System passt und mit aktuell fünf Saisontreffern seinen Torriecher neu entdeckt hat. Ex-Cluberer Sebastian Polter nimmt dagegen nur eine Nebenrolle ein.

Die unberechenbare Offensive führen neben Okazaki vor allem Nicolai Müller und ein anderer Ehemaliger, Eric-Maxim Choupo-Moting, an. Für 17 der 21 Saisontore zeichnete dieses Trio verantwortlich, vor allem Müller, der im Juni im Nationalteam debütierte, glänzte mit sieben Treffern. In der Abwehr setzt Tuchel eher auf bewährte, altgediente Kräfte wie Nikolce Noveski, Bo Svensson oder Zdenek Pospech. Umstritten ist die Position im Tor. Heinz Müller plagen immer wieder Verletzungen, Youngster Loris Karius steht aktuell im Tor und konnte seine Chance bislang nutzen.

Viele Gemeinsamkeiten mit dem Club

Dies reicht derzeit für einen Rang im gesicherten Mittelfeld – das belegen 19 Punkte auf dem Tableau. Dabei verbindet diese beiden Vereine so manches, wie Christian Heidel und Martin Bader vergangenen Januar in einem kicker-Interview verrieten. Vor allem bei Neuverpflichtungen laufen sie sich häufig über den Weg, gilt das Interesse denselben Spielern. „Wir fischen im gleichen Teich“, sagten beide.

Im eigenen Stadion namens Coface-Arena, in der Mainz seit 2011 seine Heimspiele austrägt, soll laut Strutz und Heidel kontinuierlich Erstliga-Fußball geboten werden. Das freut vielleicht dann auch Hans-Joachim Watzke.

Spieldaten

15. Spieltag, Bundesliga 2013/2014
1 : 1
1. FC Nürnberg
5. Per Nilsson 1:0
1. FSV Mainz 05
75. Shinji Okazaki 1:1
Stadion
Grundig Stadion
Datum
06.12.2013 19:30 Uhr
Schiedsrichter
Manuel Gräfe
Zuschauer
31084

Aufstellung

1. FC Nürnberg
Schäfer - Chandler (61. Feulner) - Nilsson - Pogatetz - Plattenhardt - Frantz (69. Mak) - Hasebe - Kiyotake - Drmic - Hloušek - Ginczek (78. Pekhart)
Reservebank
Feulner, Mak, Pekhart, Rakovsky, ??, Pinola, Esswein
Trainer
Gertjan Verbeek
1. FSV Mainz 05
Karius - Pospech - Bell - Noveski - Díaz - Geis - Park - Zimling (60. Saller) - Müller - Okazaki (78. Sliskovic) - Polter (29. Choupo-Moting)
Reservebank
Mathenia, Choupo-Moting, Saller, Svensson, Malli, Moritz, Sliskovic
Trainer
Thomas Tuchel

Ereignisse

5. min Spielstand: 1:0
Per Nilsson

29. min Spielstand: 1:0
Eric Maxim Choupo-Moting kommt für Sebastian Polter

45. min Spielstand: 1:0
Mike Frantz

60. min Spielstand: 1:0
Benedikt Saller kommt für Niki Zimling

61. min Spielstand: 1:0
Markus Feulner kommt für Timothy Chandler

66. min Spielstand: 1:0
Jung-Bin Park

69. min Spielstand: 1:0
Robert Mak kommt für Mike Frantz

75. min Spielstand: 1:1
Shinji Okazaki

78. min Spielstand: 1:1
Tomas Pekhart kommt für Daniel Ginczek

78. min Spielstand: 1:1
Benedikt Saller

78. min Spielstand: 1:1
Petar Sliskovic kommt für Shinji Okazaki

90. min Spielstand: 1:1
Petar Sliskovic