Profis Mittwoch, 22.06.2022

Wintzheimer und Gyamerah im Doppel-Interview: "Alle haben Bock zu arbeiten"

Foto: fcn.de

Sie kennen sich bereits aus gemeinsamen Zeiten beim HSV, ab sofort tragen Manuel Wintzheimer und Jan Gyamerah das Club-Wappen auf der Brust. fcn.de hat mit dem Duo unter anderem über den Wechsel in den Süden, den Start beim Club und über die persönlichen Ziele gesprochen.

fcn.de: Servus Männer! Jan, erstmal vorab alles Gute nachträglich zum Geburtstag! Gab’s ein Geschenk von Manu?

Jan Gyamerah: Darauf warte ich noch heute.

Manuel Wintzheimer: Da wird auch nichts kommen. (lacht)

fcn.de: Dabei dachten wir eigentlich, dass ihr euch schon ganz gut versteht? Oder jetzt erst neuerdings mit dem gemeinsamen Wechsel in den Süden?

Jan (lacht): Zwangsweise! Beim HSV waren wir aber auch fast Sitznachbarn. Dadurch hatten wir schon automatisch auch bisschen mehr miteinander zu tun. Bei Manu stand dann auch schon eher fest, dass er nach Nürnberg wechselt. Dann hat er mich den ganzen Urlaub genervt: ‚Wie sieht’s aus? Kommst du her‘?

Manuel: Nein, nein, nein, das war anders! Er wollte immer alles von mir wissen. ‚Wie ist es in Nürnberg? Wie waren die Gespräche?‘

Jan (lacht): Ist das schlecht! Im Urlaub hat er mir sogar schon den Weg von Zuhause zum Trainingsplatz geschickt. ‚Guck mal, guck mal, das ist der Weg zum Training‘!

Manuel: Ich habe es ihm natürlich schmackhaft gemacht. Ich wollte ja auch, dass ich hier einen kenne.

Jan: Endlich sagst du mal die Wahrheit!

fcn.de: Also haben wir es auch ein Stück weit dir zu verdanken, Manu, dass wir uns über einen neuen Rechtsverteidiger freuen können.

Manuel: Nein, nein. Dieter Hecking und Olaf Rebbe haben das schon souverän gemacht.

fcn.de: Wie war denn die erste Woche für euch beim Club?

Jan: Der Einstieg lief sehr gut. Alle haben Bock zu arbeiten, aber in der Kabine ist gleichzeitig eine lockere Stimmung, das macht es neuen Spielern einfach.

Manuel: Die Jungs sind echt top, die haben uns toll aufgenommen. Da fällt es keinem schwer, sich zu integrieren. Die Atmosphäre ist echt super.

fcn.de: Wie war die letzte Woche für euch denn abseits des Fußballs? Neue Stadt, Umzugsstress: Was stand an?

Jan: Viele Kartons auspacken. Ein Umzug ist immer sehr stressig. Aber wenn man dann das Größte geschafft hat ist es auch eine Erleichterung. Nach und nach haben wir die Kisten weg und fühlen uns dann auch wohl.

Manuel: Ich kenne die Stadt ja noch von früher, da haben wir oft Schulausflüge nach Nürnberg gemacht. Die Stadt ist echt schön, aber ich bevorzuge sogar eher das Ländliche, da gehe ich auch gerne mit meinem Hund spazieren.

fcn.de: Also bist du dann für die Stadtführungen für Jan zuständig?

Manuel: So gut kenne ich mich dann doch nicht aus, aber in der Stadt kann man schon gut essen gehen.

fcn.de: Warum habt ihr euch denn letztendlich für den Club entschieden?

Jan: Ja wegen Wintzi!

beide lachen

Manuel: Es waren gute Gespräche mit dem Trainer, mit Dieter Hecking und Olaf Rebbe. Ich habe den Club schon etwas länger verfolgt. Man sieht, dass die letzten zwei Jahre ein Aufschwung waren. Die Spielidee ist gut.

Jan: Der Club ist ein traditionsreicher Verein. Ich bin schon viele Jahre in der Liga unterwegs und dann lernt man auch den ein oder anderen Verein kennen. Nürnberg war immer in der Wahrnehmung ein cooler Verein. Wenn man daran denkt, dass vor ein paar Jahren Abstiegsrelegation gespielt wurde, ist mittlerweile Ruhe eingekehrt. Dieter Hecking und Tobias Schweinsteiger kenne ich schon etwas länger, daher war es keine schwere Entscheidung.

fcn.de: Was in eurer Vita auch auffällt: ihr habt beide mal für den VfL Bochum gespielt. Aber dort nie zusammen, oder?

Manuel: Jan ist damals von Bochum zu uns nach Hamburg gekommen, dann haben wir noch die Vorbereitung zusammen gemacht und dann habe ich mich nach Bochum ausleihen lassen.

Jan: Ein oder zwei Spiele hast du noch mitgemacht, oder? Du kamst gegen Darmstadt rein, Pokal in Chemnitz warst du auch noch da, oder?

Manuel: Ein paar Spiele waren es dann noch, stimmt. Dann kam Martin Harnik und dann war klar, dass ich gehen muss, um Spielpraxis zu sammeln.

fcn.de: Man merkt schon, dass ihr beide gut miteinander harmoniert. Wie würdet ihr euch denn gegenseitig beschreiben? Was ist Jan für ein Typ, Manu?

Jan: Jetzt bin ich wirklich gespannt, ob du wenigstens einmal ehrlich sein kannst.

Manuel (lacht): Ich bin ehrlich, Jan ist ein Quatschkopf. Er ist lustig und loyal, so würde ich ihn beschreiben. Wenn es dann ernst wird, ist er aber voll da.

Jan: Wie würde ich „Wintzmüller“ beschreiben? Er muss auf alle Fälle immer das letzte Wort haben. Das geht nicht anders. Er liebt es, Geschichten zu erzählen und kann auch gut provozieren. Aber er hat auch ein gutes Herz und auf ihn kann man sich verlassen, das muss man schon sagen. Auf dem Platz gibt er immer Vollgas und er weiß nicht, welcher sein starker Fuß ist, das habe ich auch noch nie gehört. Er hat mit beiden einen echt guten Abschluss. Er sagt zwar zu mir Quatschkopf, aber ich glaube, er ist der größere Quatschkopf.

Manuel: Wir können ja mal eine Umfrage in der Kabine machen.

Jan: Das wäre nicht gut für dich.

fcn.de: Was sind denn eure Ziele in diesem Jahr?

Jan: Für mich erst einmal gesund bleiben. Das steht für mich über allem. Und dann will ich auch besser werden, dafür bin ich auch hergekommen. Mir wurde das Gefühl gegeben, dass man in mir auch Potenzial sieht und wir an ein paar Punkten arbeiten können.

Manuel: Da kann ich mich anschließen. Gesund bleiben ist immer das Wichtigste. Und natürlich so viel wie möglich trainieren, um besser zu werden. Und dann schauen wir, wohin die Reise geht.

fcn.de: Dann danken wir euch an der Stelle für das Interview, wünschen euch noch eine erfolgreiche Saison-Vorbereitung und freuen uns auf die Zeit mit euch!


]]>