Diese Webseite verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

OK
Nachwuchs Donnerstag, 26.09.2019

Wiesinger im Interview: "Es fühlt sich schon so an, wieder zuhause zu sein"

Foto: Sportfoto Zink

Seit wenigen Wochen ist Michael Wiesinger zurück. Der ehemalige Spieler und Cheftrainer des 1. FC Nürnberg hat Anfang September die Leitung des NachwuchsLeistungsZentrum übernommen. Im Interview mit fcn.de spricht Wiesinger über seine Rückkehr, seinen neuen Job und verrät, welche Persönlichkeit ihn in seiner Laufbahn am meisten prägte.

fcn.de: Servus Michael! Zunächst nochmal herzlich willkommen zurück beim Club! Deine ersten drei Wochen als Leiter des NLZ liegen hinter dir: Wie sind deine ersten Eindrücke?

Michael Wiesinger: Danke schön! Ich habe von Anfang an das Gefühl gehabt, wieder voll integriert zu sein. Es fühlt sich schon so an, wieder zuhause zu sein. Es ist ein wirklich gutes Gefühl, wieder zurück zu sein. Die ersten drei Wochen vergingen mit den vielen Eindrücken und Gesprächen wie im Fluge. Ich versuche, mich so schnell wie möglich in die Themen einzuarbeiten. Ich fahre wirklich gerne hierher, es macht mir echt Spaß.

fcn.de: Vor sechs Jahren warst du zuletzt beim Club beschäftigt. Was hat sich seitdem verändert?

Michael Wiesinger: Der neue Kunstrasenplatz springt einem förmlich ins Gesicht. Auch am Max-Morlock-Platz gab es Veränderungen. Bei den Mitarbeitern gibt es viele neue Gesichter. Allerdings gibt es auch noch viel Vertrautes, sonst würde ich mich auch nicht so schnell wieder wie zuhause fühlen.

fcn.de: Und wie hast du dich in der Zeit persönlich verändert?

Michael Wiesinger: Es ist nicht leicht, das selber einzuschätzen. Ich denke, jede berufliche Veränderung bringt wertvolle Erfahrungen mit sich. Zuletzt hatte ich hier das Erstliga-Trainer-Dasein. Das ist mit die wichtigste Position, die man hier ausführen kann. Dass ich das hier erfahren durfte, hat mich sehr geprägt. Auch die Freistellung war eine lehrreiche Erfahrung, die auch durchaus wehtat. Daraus kann man aber wichtige Erkenntnisse ziehen. Mir hat dann auch gutgetan, mal aus diesem Umfeld rauszukommen. Die letzten Jahre waren für mich verdammt wichtig, auch um als Persönlichkeit zu reifen und die Dinge mal nicht ganz so eng zu sehen. Ich bin innerlich ruhiger geworden.

fcn.de: Du warst seit deiner Spieler-Karriere immer als Trainer beschäftigt. Wieso hast du dich nun für einen „Schreibtisch-Job“ entschieden?

Michael Wiesinger: Das Thema, das ich jetzt bearbeite, stand bei mir schon immer im Fokus. Bislang führte es aber immer zum Cheftrainer-Posten. Das fing in Ingolstadt an: Ich war zunächst NLZ-Trainer, wurde dann Cheftrainer. Danach bin ich als NLZ-Trainer zum Club gekommen, allerdings schon mit Einblicken in die NLZ-Leitung. Rainer Zietsch hat mich viel mit einbezogen. Letztendlich bin ich dann aber wieder Cheftrainer geworden. Es hat warum auch immer vorher nie gepasst. Ich wusste aber, dass die Position des NLZ-Leiters, wenn die Tür erst mal aufgeht, eine sehr gute Option ist.

fcn.de: Welche Stärken bringst du denn für die für dich neue Rolle des NLZ-Leiters mit?

Michael Wiesinger: Die Erfahrung, die ich in verschiedenen Bereichen gesammelt habe, hilft mir schon enorm weiter. Ich muss mich jetzt natürlich in die administrativen Dinge einarbeiten, das war vorher nicht mein tägliches Geschäft. Da sehe ich aber wenige Probleme, weil ich sehr motiviert bin, neue Felder kennenzulernen. Im Umgang mit den Mitarbeitern hilft es mir auch, vorher in einer Führungsposition gewesen zu sein.

fcn.de: Du sprichst deine umfangreiche Erfahrung an. Du hast in deiner aktiven Karriere viel erlebt. Gibt es eine bestimmte Persönlichkeit, von der du am meisten mitgenommen hat?

Michael Wiesinger: Ich hatte immer gute Trainer, darunter viele unterschiedliche Typen mit verschiedenen Facetten. Dadurch habe ich viele Wege miterlebt, wie man erfolgreich sein kann – oder auch nicht. Für mich war Ottmar Hitzfeld schon der Trainer, den ich dabei hervorheben würde. Nicht unbedingt wegen seiner großen Erfolge. Sein Auftreten war immer sachlich und immer ruhig, auch in der Ansprache. Aber natürlich konnte Hitzfeld in den richtigen Momenten auch laut werden. Besonders fasziniert hat mich aber seine Menschlichkeit, die menschliche Komponente war ihm sehr wichtig. Das bestärkt einen auch in der Anschauung, dass der Mensch und der ehrliche Umgang miteinander die wichtigsten Dinge sind.

fcn.de: Wie siehst du denn die Voraussetzungen im NLZ für eine erfolgreiche Arbeit?

Michael Wiesinger: Was die Infrastruktur betrifft, sind wir sehr gut aufgestellt. Wir haben gute Trainingsmöglichkeiten. Ich weiß aber auch, dass es Themen gibt, in denen wir uns besser aufstellen wollen. Es gibt in der Region Vereine, die ebenfalls NLZs betreiben, daher gibt es auch eine Konkurrenzsituation. Von daher müssen wir alles hinterfragen und versuchen, in den Feldern, in denen wir punkten können, das Optimale herauszuholen. Dazu gehören beispielsweise auch Schule und Ausbildung. Mit solchen Themen kannst du punkten, da müssen wir Qualität abliefern.

fcn.de: Mit Lukas Schleimer stand am vergangenen Wochenende einmal mehr ein NLZ-Spieler im Profi-Kader. Eine wichtige Wertschätzung für die erfolgreiche Arbeit, oder?

Michael Wiesinger: Auf jeden Fall, das merkt man auch. Ich habe das Gefühl, dass sich jeder mit dem Spieler gefreut hat. Das ist für das NLZ eine wichtige Wertschätzung. Wichtig ist aber auch, dass es die Spieler richtig einordnen. Für ihre Entwicklung kann sowas eigentlich nur positiv sein.