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Profis Hintergründe Samstag, 11.04.2015

Weiter dranbleiben

Nach dem Remis ist vor dem erhofften Befreiungsschlag. Der Club steckt weiter nicht auf und hofft auf den ersten Dreier nach sechs Spielen am Millerntor.

Foto: Sportfoto Zink

"Wir haben zu Beginn meiner Zeit in Nürnberg mit einer eigentlich unglaublichen Réussite gespielt", hatte Chef-Trainer René Weiler einen Tag vor der Heimpartie gegen den SV Darmstadt 98 den versammelten Medienvertretern im Rahmen der obligatorischen Pressekonferenz gesagt. "Réussite" – damit meinte der Schweizer Aufwand und Ertrag, die Effizienz, das Gelingen. "Eigentlich unglaublich" sei sie gewesen, weil "wir manchmal nicht wussten, wie wir gewonnen haben." Und auch das hatte der Trainer seiner Zeit so geäußert.

Heute, seit nunmehr sechs Partien ohne Sieg, stellen sich ihm und stellen ihm versammelte Pressevertreter andere Fragen. Fragen wie: Wie konnte man das Spiel eigentlich nicht gewinnen? "Wir haben damals aus wenigen Chancen Tore erzielt und gewonnen, jetzt ist es genau umgekehrt", lautet die Beobachtung aktueller Tage. "Die Mannschaft macht vieles richtig. Was nicht richtig ist, ist das Endresultat."

Vor dem Tor "galliger" werden

Hinzu kommen die Einschätzungen der Trainer der gegnerischen Mannschaften, die ebenfalls öffentlich bei entsprechender Nachfrage Sätze sagen wie: "Das Beste an der ersten Halbzeit war für uns das Ergebnis." Zitat: Gäste-Trainer Dirk Schuster. Gesagt: Am Freitagabend, 10.04.15, nach der Partie gegen den SV Darmstadt 98. Und das Halbzeitergebnis lautete eben "nur" 0:1 aus Sicht der Gäste.

Freilich nur ein schwacher Trost. "Die Trainer attestieren uns regelmäßig, dass wir es ihnen schwer machen – da braucht es meine Worte gar nicht", bestätigt Weiler. Dennoch: Nicht von der Hand zu weisen ist ein Mangel an Effizienz in der Chancenverwertung, die (noch) fehlende letzte "Galligkeit" vor dem Tor. Wieder wurden beste Einschussmöglichkeiten nicht zum beruhigenden 2:0 (37. Sylvestr, 56. Burgstaller) oder 2:1 (89. Burgstaller) genutzt.

Burgstallers Treffer reichte nicht

Doch der Club hatte sich gut auf den Kontrahenten eingestellt, gegnerische Standards vermieden, eine eigene Kopfballstärke an den Tag gelegt, Darmstadt mit den "eigenen Waffen" (Schuster) beharkt. "In einer Situation hat man dann etwas weniger konzentriert verteidigt", sagt Weiler – und diese führte eben zum 1:1 nach einem Freistoß aus dem Mittelfeld, den Marco Sailer mustergültig zum Ausgleich aus der Distanz verwertete (76.). "Er hat das gut gemacht. Die sind nicht umsonst oben mit dem Fußball den sie praktizieren", weiß auch Weiler um die Stärken der "Lilien".

Sailer avancierte so zum Protagonisten einer Partie, die für die Darmstädter erneut nicht verloren ging. Erst drei Niederlagen haben die Hessen in der laufenden Saison hinnehmen müssen. Beim Club hingegen hat es für einen nicht zum alleinigen Hauptdarsteller gereicht. Guido Burgstaller hatte schon in der Vorwoche in Leipzig den Führungstreffer erzielt – zuhause vor 30.648 Fans gelang ihm das in der 34. Minute mit einem beherzten Schuss erneut – jedoch nicht mit dem erhofften Ertrag.

"Wollen die drei Punkte"

"Immerhin ein Unentschieden" könnte man da nach vier Niederlagen in Folge konstatieren. Das mag der österreichische Winterneuzugang aber gar nicht so sehen: "Ich bin überhaupt nicht zufrieden, denn wir wollten drei Punkte." Grund genug, weiter hartnäckig zu bleiben, Geduld zu haben und an die Belohnung für die gezeigten Leistungen zu glauben, gibt es aber natürlich dennoch.

Die nächste Gelegenheit bietet sich dazu am kommenden Freitag, 17.04.15, beim FC St. Pauli. Und René Weiler freut sich auf das Spiel am Millerntor, für das das Gästekontigent an die Auswärtsfahrer traditionell schon vergriffen war, ehe es an den freien Verkauf gehen konnte. "Das sind immer tolle Spiele. Auch zu uns kommen viele Zuschauer und wir haben eine tolle Atmosphäre. Wir werden wieder stark unterstützt werden – und wir wollen etwas zurückgeben." Im besten Falle mit einer ganz uneigentlichen und verdienten Réussite.

Spieldaten

28. Spieltag, 2. Bundesliga 2014/2015
1 : 1
1. FC Nürnberg
34. Guido Burgstaller 1:0
Darmstadt 98
73. Marco Sailer 1:1
Stadion
Grundig Stadion
Datum
10.04.2015 17:30 Uhr
Schiedsrichter
Sascha Stegemann
Zuschauer
30468

Aufstellung

1. FC Nürnberg
Schäfer - Celustka - Petrak - Hovland - Pinola - Polak - Stark - Burgstaller - Schöpf - Kerk (76. Blum) - Sylvestr (80. Mlapa)
Reservebank
Rakovsky, Bulthuis, Mössmer, Pachonik, Blum, Nikci, Mlapa
Trainer
René Weiler
Darmstadt 98
Mathenia - Sirigu - Sulu - Bregerie - Holland - Heller (87. Kempe) - Jungwirth (41. Sailer) - Gondorf - Ivana (62. 18466) - Behrens - Stroh-Engel
Reservebank
Platins, Gorka, Kempe, 18466, Stark, König, Sailer
Trainer
Dirk Schuster

Ereignisse

34. min Spielstand: 1:0
Guido Burgstaller

41. min Spielstand: 1:0
Marco Sailer kommt für Florian Jungwirth

52. min Spielstand: 1:0
Marcel Heller

61. min Spielstand: 1:0
Dominik Stroh-Engel

62. min Spielstand: 1:0
18466 kommt für Milan Ivana

65. min Spielstand: 1:0
Alessandro Schöpf

73. min Spielstand: 1:1
Marco Sailer

76. min Spielstand: 1:1
Danny Blum kommt für Sebastian Kerk

77. min Spielstand: 1:1
Marco Sailer

80. min Spielstand: 1:1
Peniel Kokou Mlapa kommt für Jakub Sylvestr

86. min Spielstand: 1:1
Fabian Holland

87. min Spielstand: 1:1
Tobias Kempe kommt für Marcel Heller

88. min Spielstand: 1:1
Guido Burgstaller