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Business Dienstag, 09.06.2020

Vor 42 Jahren: "Held von Essen" erinnert an den ersten Aufstieg

Foto: Sportfoto Zink

Eingefleischte Club-Fans wissen: Wenn man vom "Held von Essen" spricht, ist Manfred "Manni" Müller gemeint. Der ehemalige Torhüter des FCN verdiente sich diesen ehrenwerten Titel, als er in den Relegationsspielen 1978 gegen Rot-Weiß Essen diverse Großchancen vereitelte, im Rückspiel sogar kurz vor Schluss einen Elfmeter von Horst Hrubesch hielt und so maßgeblichen Anteil am ersten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga hatte.

Im Gespräch mit fcn.de erinnert sich Müller an diese speziell für ihn besonderen Begegnungen und blickt auf die aktuelle Situation des Club.

fcn.de: Auf den Tag genau 42 Jahre ist es her, dass der Club zum ersten Mal in die Bundesliga aufstieg. Was sind die ersten Erinnerungen, die ihnen hierzu in den Kopf schießen?

Manfred Müller: Für mich war das eine besondere Aktion, weil ich in Essen geboren bin, aber vom anderen Verein kam, Schwarz-Weiß Essen. Da hatte ich noch mehr Motivation, besonders gut auszusehen. Wie es dann gelaufen ist war fast wie im Bilderbuch.

fcn.de: Neun Jahre warteten die Fans auf die Rückkehr in die Bundesliga. Wie spürbar war diese Euphorie, speziell bei der Feier im Anschluss?

Manfred Müller: Das war schon sehr besonders. Auf dem Hauptmarkt waren 20.000 Menschen. Da wurde dann richtig gefeiert. Für die ganze Region war das ein Festtag. Die Fans trugen lange den Schmerz, als Deutscher Meister abgestiegen zu sein. Der wurde an diesem Tag getilgt.

fcn.de: Ist Ihr Erinnerungsvermögen eigentlich etwas getrübt? Nach dem gehaltenen Elfmeter gab es einen Zusammenstoß …

Manfred Müller: Kurz vor Schluss hatte mich jemand mit dem Ellenbogen am Kopf getroffen. Bis zur Kabine war ich dann besinnungslos, aber mir sind alle weiteren Erinnerungen geblieben – zumindest glaube ich das. (schmunzelt)

fcn.de: Für den Club geht es aktuell mehr um den Klassenerhalt als um den Aufstieg. Wie verfolgen Sie als langjähriger Wegbegleiter des FCN die aktuelle Lage?

Manfred Müller: Ich halte mich bei den Einschätzungen eher zurück. Viele Spieler erleben diese Situation vermutlich zum ersten Mal und können womöglich nicht hundertprozentig damit umgehen. Fußball spielt sich auch im Kopf ab. Ich drücke dem Verein und den Fans, die wirklich einmalig sind, die Daumen.

fcn.de: Was sie aber vermutlich ganz gut einschätzen können dürfte das Verletzungspech auf der Torhüter-Position sein.

Manfred Müller: Das ist richtig. Da fing die Misere nicht zwingend an, aber das hat uns auch mit in die unteren Tabellenregionen getrieben. Das war einer der Knackpunkte in der Saison. Ansonsten wäre man, glaube ich, mindestens im Mittelfeld. Das ist eben so eine Sache wie im richtigen Leben. Manchmal kommt einfach eins zum anderen.