ClubFrauen Mittwoch, 11.02.2026

Vom Valznerweiher in die Bundesliga

Foto: fcn.de

Bundesliga-Debüts aus der eigenen Reihe sind immer etwas Besonderes. Am 17. Spieltag der Google Pixel Frauen-Bundesliga gab Marlene Lindner ihr Debüt in der höchsten deutschen Spielklasse.

Es ist der 17. Spieltag der Google Pixel Frauen-Bundesliga, als Marlene Lindner in der 80. Spielminute für Beatrix Fördös eingewechselt wird. Beim Stand von 4:0 ergänzt Lindner die Abwehrreihen der ClubFrauen. Der Werdegang der jungen Defensivakteurin ist genau der, den sich der 1. FC Nürnberg auf die Brust geschrieben hat: Junge Spielerinnen entdecken, verpflichten, fördern und unterstützen und sie auf dem Weg in den Profifußball so umfangreich wie möglich vorbereiten. Der letzte Schritt ist dann das Debüt in der höchsten deutschen Spielklasse. So beschreibt es auch Osman Cankaya, Leiter Frauenfußball: „Unsere Zielsetzung ist es seit Jahren, bislang unentdeckte Spielerinnen zu identifizieren, ihre Stärken gezielt in unsere Mannschaft zu integrieren und ihnen damit eine Plattform zu bieten, sich weiterzuentwickeln.“

Seit der U17 beim Club

Marlene Lindner startete ihre Fußballkarriere bei der JFG Maintal/Friesenbachtal in Oberfranken. Von dort ging es über die JFG Grün-Weiß Frankenwald zur SpVgg Bayreuth, ehe der Club anklopfte und die gebürtige Bambergerin im Sommer 2022 an den Valznerweiher wechselte. Lindner spielte zunächst in der U17 und im Anschluss in der U20, trainierte aber auch schon früh mit der ersten Mannschaft der ClubFrauen. Zur Saison 24/25 wurde sie ein fester Bestandteil des Profikaders – das Debüt in der Bundesliga folgte rund ein Jahr später.

Für Lindner war es eigentlich ein ganz normaler Spieltag, denn sie wusste noch nicht, ob es die Möglichkeit auf Einsatzzeiten geben würde, und beschreibt ihre Gefühlswelt vor dem Spiel als „unaufgeregt“. „Das Gefühl war wie bei jedem anderen Spiel auch. Ich hatte nicht das Gefühl, besonders aufgeregt zu sein. Ich wusste vor dem Spiel nicht, ob ich eingewechselt werde“, so die junge Bambergerin. Ihr Einsatz selbst verlief unspektakulär, aber dennoch bedeutungsvoll: „Viel mehr, als dass ich eingewechselt wurde und meine 10 bis 15 Minuten runtergespielt habe, ist nicht passiert“, sagt sie rückblickend. Doch gerade diese Minuten markieren einen wichtigen Schritt in ihrer Laufbahn: angekommen im Profifußball. Obwohl das Ergebnis nicht positiv war, überwiegen für die 19-Jährige die Freude und der Stolz über ihr Bundesliga-Debüt: „Ähnlich wie bei den anderen war die Stimmung durch die Niederlage eher negativ getrübt, wobei ich mich natürlich gefreut habe, mein Debüt in der Bundesliga gegeben zu haben. Dass es für den FCN war, macht mich sehr stolz.“

Mut, Fleiß und Vertrauen

Für Isabel Bauer, Co-Trainerin der ClubFrauen und ehemalige Jugendtrainerin von Marlene Lindner, kommt der Erfolg der erst 19 Jahre alten Verteidigerin nicht von ungefähr: „Marlene ist eine sehr hart arbeitende Spielerin und konnte so auch einige Verletzungen in der vergangenen Zeit hinter sich lassen.“ Besonders der Umzug nach Nürnberg und der damit verbundene Ortswechsel in sehr jungen Jahren zeigen, wie Lindner als Persönlichkeit ist. „Sie hatte den Mut, bereits im jungen Alter nach Nürnberg zu kommen, zu Hause auszuziehen und unser Internat sowie die Bertolt-Brecht-Schule zu besuchen. Dieser Mut wurde nun mit ihrem Bundesligadebüt belohnt“, erzählt Bauer über ihren Schützling.

Mit Zielstrebigkeit zum Vorbild

Nach ihrem Debüt in der Bundesliga haben sich ihre Ziele ein wenig verändert, beschreibt Lindner: „Ich möchte regelmäßig im Spieltagskader dabei sein und mir durch gute Leistungen auf dem Feld oder im Training mehr Spielzeit erarbeiten.“ Ziele, die durch ihre bereits geleistete harte Arbeit in Reichweite scheinen. Co-Trainerin Isabel Bauer sieht in der jungen Verteidigerin vor allem ein Vorbild für die Juniorinnen beim FCN, die nach ihr kommen: „Sie ist ein Vorbild für jede junge Spielerin und hat sich diesen Meilenstein mehr als verdient.“


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