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Profis Teamcheck Freitag, 20.03.2015

VfL Bochum: Offensiv stark, defensiv anfällig

Foto: Picture Alliance

Der VfL Bochum stellt die beste Offensive der 2. Bundesliga, allerdings kassiert die Defensive zu viele Gegentreffer. Das sollte sich eigentlich unter dem neuen Trainer ändern. Der Teamcheck.

Charme hatte diese Beziehung in jedem Fall. Einmal war die Ehe zwischen Peter Neururer und dem VfL Bochum bereits geschieden worden, 2005, nach vier gemeinsamen Jahren. Aber manchmal entdecken Paare ihre Liebe ja neu, so auch in diesem Fall, 2013 war das.

Neururer und Bochum, das gehörte zusammen wie Harley und Davidson, wie die Golden Gate Bridge und San Francisco. Aber halt doch nicht für die Ewigkeit.

Neuanfang in ruhigen Gewässern

Nach einem guten Saisonstart schlitterte der VfL im Herbst in die Krise, kurz vor Weihnachten entließ die Vereinsführung den Kulttrainer dann, „vereinsschädigendes Verhalten“ wurde ihm vorgeworfen, natürlich auch der Abwärtstrend. Als Nachfolger holte Manager Christian Hochstätter einen guten Bekannten des 1. FC Nürnberg, den Niederländer Gertjan Verbeek. Vorgefunden hat Verbeek eine Mannschaft, die sich im Mittelfeld eingenistet hat. Keine Abstiegsängste mehr, nach oben ist die Post aber auch schon abgefahren.

Verbeek arbeitet in Bochum mit einer bunten Mannschaft. Talente und Routiniers, Eigengewächse und anderswo Gescheiterte, dazu Leihspieler. Von allem etwas. Wie schon in Nürnberg erschwert ihm eine lange Verletztenliste das Arbeiten, zuletzt erwischte es Linksverteidiger Timo Perthel, der nach einem Sehnenanriss der Bizepsmuskulatur im Bein wochenlang fehlen wird. Andere Routiniers wie Tobias Weis oder Jan Simunek können in den Planungen ob ihrer Blessuren auch schon seit Wochen keine Rolle mehr spielen.

Treffsicher vor heimischer Kulisse 

Unterschätzen sollte man den VfL deswegen aber noch lange nicht, wie das jüngste 4:1 gegen Heidenheim beweist. Stanislav Sestak, einer der Haudegen, der für die Bochumer auch schon in der Bundesliga traf, legte hier mit zwei Toren den Grundstein. Angreifer Simon Terodde führt gar gemeinsam mit dem Löwen Rubin Okotie die Torschützenliste der Liga an, beide trafen bereits 13 Mal. Nicht umsonst verfügen die Bochumer mit 41 erzielten Treffern über die beste Offensive des Bundesliga-Unterhauses.

Marco Terrazzino zeigte hier zuletzt ebenfalls aufsteigende Form. In Hoffenheim und Freiburg galt dieser einst als großes Talent, schaffte aber den Durchbruch nicht. In Bochum könnte er nun ebenso sein Glück ebenso gefunden haben wie Thomas Eisfeld. Letzterer aber wohl nur kurzfristig, er ist eine Leihgabe des FC Fulham. Beruhigend für den 1. FC Nürnberg mag sein, dass der VfL zwar die meisten Tore schießt, allerdings meistens daheim. Auf den ersten Auswärtssieg in dieser Saison wartet Verbeeks Mannschaft nämlich nach wie vor.

Der Fortschritt bleibt noch aus

Umgekehrt sprechen 38 Gegentreffer nicht gerade für eine stabile Defensive. Stefano Celozzi (VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt) und Felix Bastians (SC Freiburg, Hertha BSC) sind hier noch aus der Bundesliga bekannt. Im Tor hat Michael Esser während der Saison Andreas Luthe als Nummer 1 abgelöst, gegen Heidenheim gehörte er zu den Matchwinnern, unter anderem verhinderte er mit spektakulären Paraden bei einer 2:0-Führung den Anschlusstreffer. „Dafür bin ich ja da“, zeigte sich der 27-Jährige hinterher im kicker bescheiden, zeigte aber auch Selbstbewusstsein in Bezug auf seinen neuen Status: „Ich habe mir dieses Vertrauen erarbeitet.“

Das genießt derweil auch Verbeek, der den VfL kommende Saison aber in höhere Tabellengefilde führen muss. Offensiver, attraktiver, mutiger, so soll sein VfL herkommen. Tut er unter seiner Regie auch, wirklich nach vorne gebracht hat er seine Mannschaft damit aber noch nicht. 1,5 Punkte holte er in sechs Partien im Schnitt, mit 14 Remis ist seine Mannschaft der Remis-König der Liga. Auch ein Grund dafür, warum der VfL sich derzeit im Niemandsland der Tabelle wiederfindet. Das große Ziel, der Aufstieg in die Bundesliga, muss so noch zumindest eine weitere Saison hinten anstehen.

Spieldaten

26. Spieltag, 2. Bundesliga 2014/2015
1 : 2
1. FC Nürnberg
70. Peniel Kokou Mlapa 1:2
VfL Bochum
38. Marco Terrazzino 0:1
64. Simon Terodde 0:2
Stadion
Grundig Stadion
Datum
23.03.2015 19:15 Uhr
Schiedsrichter
Harm Osmers
Zuschauer
25528

Aufstellung

1. FC Nürnberg
Schäfer - Celustka (78. Stark) - Mössmer (61. Nikci) - Hovland - Pinola - Polak - Petrak - Burgstaller - Schöpf - Kerk (68. Mlapa) - Sylvestr
Reservebank
Rakovsky, Bulthuis, Stark, Koch, Nikci, Mlapa
Trainer
René Weiler
VfL Bochum
Esser - Celozzi - Fabian - Bastians - Abdat (59. Bulut) - Losilla - Latza - 18466 (77. Gregoritsch, Zahirovic87. ) - Eisfeld - Terrazzino - Terodde
Reservebank
Luthe, Cacutalua, Bulut, Cwielong, Zahirovic, Forssell, Gregoritsch
Trainer
Gertjan Verbeek

Ereignisse

14. min Spielstand: 0:0
Nicolas Abdat

38. min Spielstand: 0:1
Marco Terrazzino

40. min Spielstand: 0:1
Patrick Fabian

59. min Spielstand: 0:1
Onur Bulut kommt für Nicolas Abdat

61. min Spielstand: 0:1
Adrian Nikci kommt für Jürgen Mössmer

64. min Spielstand: 0:2
Simon Terodde

68. min Spielstand: 0:2
Peniel Kokou Mlapa kommt für Sebastian Kerk

70. min Spielstand: 1:2
Peniel Kokou Mlapa

75. min Spielstand: 1:2
18466

77. min Spielstand: 1:2
Michael Gregoritsch kommt für 18466

78. min Spielstand: 1:2
Niklas Stark kommt für Ondrej Celustka

85. min Spielstand: 1:2
Danny Latza

87. min Spielstand: 1:2
Adnan Zahirovic kommt für Michael Gregoritsch