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Profis Dienstag, 09.01.2018

Valentini: Märchen auf Umwegen

Foto: Sportfoto Zink

Seit vergangenen Sommer ist Enrico Valentini zurück beim Club und inzwischen nicht mehr wegzudenken.

Im Hintergrund schwitzen die Kollegen noch bei einer harten Einheit, vorne sitzt Enrico Valentini auf einem Ball und schaut zu. Es ist ein bisschen wie früher: Aufgewachsen auf der anderen Straßenseite, schaute er schon als kleiner Junge jeden Tag zu, wenn am Sportpark Valznerweiher gearbeitet wurde. Mit fünf schickte ihn sein Vater zum Probetraining, ab da trug der Deutsch-Italiener das Trikot mit dem Club-Emblem. Es wurde eine Liebe fürs Leben.

Valentini durchlief alle Jugendmannschaften, wurde in die Amateurmannschaft befördert. Nur der Sprung zu den Profis gelang ihm nicht. Unter Hans Meyer trainierte er fleißig mit, doch wenn gespielt wurde, schaute er wieder nur zu.

Nichts ist Zufall

Valentini: „Ich schaue nicht zurück und überlege, wer schuld daran ist, wer etwas falsch gemacht hat. Nichts ist Zufall. Es war hilfreich, dass ich mal weg war.“ Denn trotz aller Widrigkeiten ist er der Einzige aus seinem Jahrgang, der es zu den Profis geschafft hat - eben über Umwege.

Erst Aalen, dann Karlsruhe. Im Sommer dann die Rückkehr zum Herzensverein. Das erste Heimspiel gegen den 1.FC Kaiserslautern war ein ganz besonderer Moment. „Es ist ein Traum, wieder daheim zu sein“, dachte er sich damals. Valentini: „Ich hatte keine konkrete Vorstellung, was passieren kann. Ich hatte mir einfach vorgenommen, das einzubringen, was ich in den Jahren gelernt hatte, in denen ich nicht in Nürnberg gewesen bin.“

Vom Talent zum Stammspieler

Auf dem Platz sind das sein Wille, seine Kampfkraft und sein Durchsetzungsvermögen. Neben dem Feld ist es die Arbeit mit den jüngeren Spielern. „Ich will helfen, dass sie sich schnell integrieren. Wenn Fragen kommen, kann ich die als Nürnberger oft beantworten. Nachdem ich das Haus renoviert habe, kann ich sogar bei Handwerkern Tipps geben,“ sagt der 28-Jährige schmunzelnd.

Er hat den Schritt gemacht. Vom Talent aus den eigenen Reihen, das im Verein so nebenbei mitlief, zum gestandenen Zweitligaspieler, der schon einige Schlachten geschlagen hat. Klingt beinahe wie in einem Märchen. Valentini: „Ja, aber es ist noch nicht zu Ende geschrieben. Es liegt noch viel vor uns. Und ich freue mich extrem darauf.“