Tom Baack: „Dann habe ich 100 Prozent zu geben“
Seit einem halben Jahr ist Tom Baack beim FCN und kam zum Ende der Hinrunde immer besser in Fahrt. Im Interview gibt der 26-Jährige Sechser ein paar persönliche Einblicke und spricht zudem über seine Einstellung zum Profi-Dasein und die Ziele für die Rückrunde.
Am Samstag ist das Bild von dir entstanden, wie du freudig in den Schnee springst. Wie sehr passt dieses Bild zu dir?
Eigentlich habe ich gar keinen richtigen Bezug zu Schnee. Aber ich denke, das Foto beschreibt mich als Person ziemlich gut: Ich mache mir bei manchen Sachen keine großen Gedanken und bin ab und an auch noch wie ein kleines Kind im Kopf. Deswegen dachte ich, dass ich da auch einmal reinspringen kann.
Wie hast du denn deinen Urlaub verbracht?
Ich war vor Weihnachten noch mit meiner Freundin zwei Tage in Utrecht. Nach den Weihnachtsfeiertagen mit der Familie bin ich dann noch nach London in den Ally-Pally geflogen und war bei der Darts-WM.
Das klingt cool! Welche Spiele hast du gesehen?
Ich war bei der Nachmittagssession am 29. Dezember da und habe unter anderem eine der Überraschungen des Turniers, Justin Hood, und die Partie von Nathan Aspinall gesehen. Es war ganz unterhaltsam.
Wie sind denn deine ersten Eindrücke vom Home Ground?
Wir haben hier wirklich alles, was wir brauchen. Und ich glaube, alles - was man nicht braucht - hat man trotzdem hier. Der Platz, der Kraftraum und die ganzen Räumlichkeiten sind schon top. Wenn man abschalten will, kann man einfach in sein Einzelzimmer. In der Players-Lounge sitzen wir auch oft zusammen und verbringen die Abende gemeinsam. Das Essen ist ebenfalls sehr gut, selbst für mich als Veganer.
Stichwort Essen: Hattest du in anderen Trainingslagern Probleme, da du dich vegan ernährst?
Nein, eigentlich nicht. Ich bin aber auch sehr unkompliziert, was das betrifft. Ich kriege es schon immer irgendwie hin, dass ich auf meine Kohlenhydrate und Proteine komme. Vergangenes Jahr war ich mit Verl in der Türkei. Da gab es meistens immer nur eine Sache, die ich essen konnte und das jeden Tag das gleiche. Aber ich bin kein Typ, der sich dann darüber beschwert, sondern einfach das isst, was es gibt.
Du bist jetzt seit einem halben Jahr hier beim Club. Wie hast du dich inzwischen eingelebt?
Eigentlich ganz gut. Ich habe meine Wohnung mittlerweile fertig eingerichtet. Ich bin da schon ein Typ, der das auch alles selber macht. Bis auf das Aussuchen der Möbel, das übernimmt meine Freundin. (lacht) Auch die Stadt gefällt mir zum Leben sehr gut.
Hast du auch deinen Platz auch in der Mannschaft gefunden?
Ich würde sagen, dass jeder Spieler in einer Mannschaft seine Rolle hat. Dann steht der Spieler vor der Wahl, ob er sie annimmt oder nicht. Ich habe meine Rolle angenommen. Ob man zufrieden mit der Rolle ist, ist eine andere Sache und wenn ich nicht zufrieden bin, dann liegt es erst einmal an mir als Spieler, das Maximum rauszuholen, damit sich meine Rolle verbessert. Das Wichtigste dabei ist, dass man trotz allem als Team agiert und füreinander da ist. Ich glaube, das habe ich in der Hinrunde ganz ordentlich gemacht.
Wie war für dich die Phase Mitte der Hinrunde, als du nicht allzu viel zum Zug kamst?
Wenn ich damit zufrieden wäre, wäre ich wahrscheinlich fehl am Platz. Ich habe mir aber dennoch erst einmal Zeit gegeben und bin bei mir geblieben. Wenn man als Spieler etwas hinten dran ist, dann liegt es an mir, noch einmal mehr zu arbeiten, um sich weiter zu empfehlen und irgendwann seine Chance zu bekommen. Ich bin der Meinung, dass wenn man einen Vertrag bei einem Verein unterschreibt, dann verpflichtet man sich auch dazu. Und wenn ich zum Training komme, dann habe ich 100 Prozent zu geben. Ansonsten kann ich als Spieler auch zu Hause bleiben. Denn für meine Situation können meine Mannschaftskollegen nichts, sondern in erster Linie ich selbst. Der Rest liegt dann nicht mehr in meiner Hand. Schlussendlich bin ich hier bei einem spitzen Verein, mit viel Tradition und überragenden Fans.
Gerade gegen Ende der Hinrunde hattest du wieder häufiger Einsätze, durftest gegen Hannover auch von Beginn an ran. Was hat das dir bedeutet?
In den Kurzeinsätzen versucht man immer, auch wenn es nur wenige Minuten sind, noch einen kleinen Impact zu haben oder das Ergebnis zu verteidigen. Mein Startelfdebüt kann ich aufgrund der Personalsituation schon irgendwo einordnen, aber ich habe mich natürlich gefreut, von Beginn an zu spielen und bin dann auch mit einem sehr positiven Gefühl in die Winterpause gegangen.
Die Vorbereitung auf die Rückrunde ist erneut eigentlich nur zehn Tage lang, da es danach wieder in die Spielvorbereitung geht. Bist du ein Freund davon bzw. wie ist das für euch als Spieler?
Ich bin eigentlich ein Fan davon. In der kurzen Pause kann der Körper sowieso nicht richtig runterfahren und man hat dann nach ein paar Tagen auch gleich wieder den ersten Lauf auf dem Plan. Als Fußballer ist Training zwar wichtig, aber die Spieltage sind einfach am schönsten. Deswegen startet man dann auch sogleich gerne wieder in die Spielvorbereitungen.
Was sind deine Ziele für die Rückrunde?
Also als Mannschaft sollte es unser Anspruch sein, jedes Spiel besser zu bestreiten als in der Hinrunde, weil wir gegen jeden Gegner schon einmal gespielt haben. Also wollen wir unsere Ergebnisse entweder halten oder verbessern. Ich persönlich versuche mich weiter zu verbessern und jedes Training und jeden Einsatz zu nutzen, um mehr Spielpraxis zu erhalten.