Profis Teamcheck Dienstag, 25.03.2014

Teamcheck VfB Stuttgart

fcn.de hat sich den kommenden Gegner des Club mal näher angeschaut.

Foto: Picture Alliance

Was sind eigentlich die oft beschriebenen Gesetzmäßigkeiten der Branche Bundesliga? Sind diese irgendwo zu Papier gebracht? Als Paragrafen? Muss ein Bundesligatrainer gehen, wenn er nach Paragraph eins, Absatz vier, zu viele Spiele verloren hat? Oder leiten sich diese Gesetzmäßigkeiten aus dem Gefühl der Vorstände, Manager und Aufsichtsräte ab? Geleitet von Ergebnissen, Bauchentscheidungen oder der aufkommenden Panik, am Saisonende könnte der Abstieg stehen?

Letztlich ist es einerlei, der VfB Stuttgart handelte vor knapp zwei Wochen und entließ mit Thomas Schneider bereits seinen zweiten Trainer in dieser Saison, die desaströser kaum hätte verlaufen können. Nach dem frühen Aus für Bruno Labbadia galt Schneider als eine sympathische Lösung. Ein Trainer aus dem eigenen Stall, der Identifikation stiften könnte. Ein typischer Fall von „Denkste“, wie man nun im Nachhinein altklug sagen könnte. Oberflächlich betrachtet kann der Wechsel von Schneider zu Huub Stevens nachvollzogen werden, acht Niederlagen am Stück und ein karges 2:2 gegen den Tabellenletzten aus Braunschweig sind nicht gerade Argumente für eine Weiterbeschäftigung.

Was wäre wenn?

Schaut man etwas genauer hin, dann sind es aber oft die Kleinigkeiten, die für oder gegen einen positiven Verlauf der Dinge entscheiden. Eine Binse, aber eine wahre. Was wäre geschehen, hätte zum Beispiel nicht Bayerns Thiago im Januar quasi mit dem Schlusspfiff die 1:2-Niederlage der an diesem Abend guten Schwaben besiegelt? Oder hätte Alexandru Maxim beim Stand von 1:0 in Frankfurt das leere Tor getroffen? Endstand 1:2. Nicht zu vergessen Christian Gentners verschossener Elfmeter gegen Braunschweig. 2:1 führte der VfB zu diesem Zeitpunkt. Schneider wäre wahrscheinlich heute noch Trainer. Andreas Brehme sagte dazu mal in seiner ureigenen Art: „Haste Sche… am Fuß, haste Sche… am Fuß.“

Nun soll Huub Stevens den VfB vor dem zweiten Absturz nach 1975 in die Zweitklassigkeit bewahren. Damals hatte das am Ende vielleicht sogar etwas Reinigendes, der Klub kehrte zwei Jahre später mit Talenten wie Hansi Müller und den Förster-Brüdern zurück und etablierte sich als eine konstante Größe im deutschen Profifußball. Heutzutage hätte so ein Abstieg weitaus schwerwiegendere Folgen im Millionengeschäft Bundesliga. Man denke an den Wegfall der TV-Erlöse, die Beispiele Köln oder Kaiserslautern zeigen, wie schwer der Weg zurück sein kann.

Altes Pech und der Zorn der Fans

Noch ist es freilich nicht so weit. Trotz des Abrutschens auf Rang 17 bewies der VfB im ersten Spiel unter Stevens beim 1:1 in Bremen, dass er eigentlich zu stark für einen Abstieg ist. Die Ironie des Schicksals: Wieder sorgte ein vergebener Strafstoß, dieses Mal von Martin Harnik, dafür, dass es nicht zum ersehnten Dreier reichte. Doch nur eine Woche später gelang mit dem 1:0 gegen den HSV schließlich der erste Sieg.

Der war extrem wichtig für die Gemütslage im Schwabenländle. Denn zuletzt geriet auch Sportvorstand Fredi Bobic in die Schusslinie der enttäuschten Fans. Die beschimpften nach dem letzten Schneider-Spiel nicht den geschassten Trainer, ihr Zorn galt den Spielern und eben Bobic. Der muss sich zumindest fragen lassen, ob er bei der Kaderzusammenstellung tatsächlich so ein glückliches Händchen bewies, wie im Sommer noch alle dachten. Spieler wie Konstatin Rausch, Mo Abdellaoue, Daniel Schwaab oder Moritz Leitner galten in ihren Ex-Vereinen nicht gerade als unersetzliche Stammspieler. Der Griff auf die Ersatzbänke anderer Klubs stärkte diesen Kader jedenfalls nicht.

Trumpfkarte Nachwuchs

Bliebe noch die Trumpfkarte Nachwuchs, die der Verein eigentlich wie in den guten alten Zeiten ausspielen wollte. Vielversprechende Leute haben die Stuttgarter durchaus im Kader, Timo Werner oder Rani Khedira zum Beispiel, den Bruder von Nationalspieler Sami. Vielleicht hilft denen ja das Stahlbad Abstiegskampf sogar weiter, vor allem in der Persönlichkeitsentwicklung auf und abseits des Rasens. Wenn es denn am Ende gut ausgeht. Dass dem so ist, gehört nämlich nicht zwingend zu den Gesetzmäßigkeiten dieser Branche.

Spieldaten

27. Spieltag, Bundesliga 2013/2014
2 : 0
1. FC Nürnberg
43. Josip Drmic 1:0
54. Josip Drmic 2:0
VfB Stuttgart
Stadion
Grundig Stadion
Datum
26.03.2014 19:00 Uhr
Schiedsrichter
Tobias Welz
Zuschauer
38188

Aufstellung

1. FC Nürnberg
Schäfer - Angha, Stark, Pogatetz, Plattenhardt - Frantz, Feulner (84. Mak), Campaña (75. Balitsch), Kiyotake, Hloušek - Drmic (87. Pekhart)
Reservebank
Rakovsky, ??, Balitsch, Gärtner, Mak, Colak, Pekhart
Trainer
Gertjan Verbeek
VfB Stuttgart
18466 - Schwaab, Rüdiger, Niedermeier, Sakai (68. Gruezo) - 18466, 18466, 18466 (46. Maxim), 18466, 18466 (46. Werner) - Ibisevic
Reservebank
Vlachodimos, 18466, Gruezo, Leitner, 18466, Maxim, Werner
Trainer
Huub Stevens

Ereignisse

43. min Spielstand: 1:0
Josip Drmic

46. min Spielstand: 1:0
Alexandru Maxim kommt für 18466

46. min Spielstand: 1:0
Timo Werner kommt für 18466

54. min Spielstand: 2:0
Josip Drmic

61. min Spielstand: 2:0
Gotoku Sakai

68. min Spielstand: 2:0
Carlos Gruezo kommt für Gotoku Sakai

75. min Spielstand: 2:0
Hanno Balitsch kommt für José Campaña

84. min Spielstand: 2:0
Robert Mak kommt für Markus Feulner

86. min Spielstand: 2:0
Niklas Stark

87. min Spielstand: 2:0
Tomas Pekhart kommt für Josip Drmic

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