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Profis Teamcheck Freitag, 27.11.2015

Teamcheck St. Pauli: Etikett und Inhalt stimmen wieder

Foto: Picture Alliance

Vor dem Auswärtsspiel beim FC St. Pauli hat fcn.de den kommenden Gegner wieder etwas genauer unter die Lupe genommen.

Das Stadion ist vollständig fertiggestellt, der Totenkopf zurückkehrt und der ehemalige "Weltpokalsiegerbesieger" hat sich nach langem Bemühen finanziell konsolidieren können. Der FC St. Pauli macht nicht nur als bundesweiter Provokateur aus dem Kiez von sich Reden, vielmehr glänzt der Verein auch wieder durch sportliche Beständigkeit. Stolze 26 Punkte nach 15 Spielen haben die Paulianer aktuell auf ihrem Konto. Der Hauptgrund für den Erfolg ist auf der Trainerbank zu suchen.

  • Der Trainer

Er gilt als Perfektionist, als einer, der permanent das Haar in der Suppe sucht. "Zettel-Ewald" vertrat schon in den 1980er Jahren als einer der wenigen Fußballprofis einen klaren politischen Standpunkt, engagierte sich sogar in der Friedensbewegung. Kaum verwunderlich also, dass der mittlerweile 62-Jährige früher oder später beim FC St Pauli anheuerte. Einige Fans nennen ihn daher auch "Chewald". Denn Lienen ist ein Mann mit Prinzipien. Ein Mann, der eine klare Linie verfolgt. Kindern gibt er beispielsweise schon lange keine Autogramme mehr, sie sollen nicht denken, dass er etwas Besseres sei.

Seine Art kommt an. Bei den Fans, Journalisten und natürlich bei seinen Spielern. Weil ein Journalist kürzlich verspätet zur Pressekonferenz erschien, inszeniert Lienen den vorzeitigen Abbruch - ein Denkzettel, den er humorvoll mit den Worten: "Wer zu spät bekommt, den bestraft der Trainer" untermalte. Klar ist, der Trainer ist der Star dieser Mannschaft. Seit dem Klassenerhalt wird er sogar so sehr geschätzt, dass ihm selbst ‚Fettes Brot‘ einen eigenen Song widmete. Der Refrain: "Ewald Lienen, es reicht, wenn wir auf Platz 15 stehen. Wenn es mehr wäre, könnte ich eh nicht damit umgehen", bringt den Kultstatus deutlich zum Ausdruck.

  • Die Mannschaft

Mit dem 15. Tabellenplatz hat der FC St. Pauli derzeit nichts zu tun. Im Gegenteil. Mit 26 Zählern stehen die Kiezkicker gesichert auf dem dritten Tabellenplatz. Die Mannschaft, die in der vergangenen Spielzeit noch um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga bangen musste, scheint nun eine perfekte Balance gefunden zu haben. Denn der aktuelle Kader steht für Effektivität. Der FC St. Pauli kassierte die wenigsten Gegentoren der Liga und gewinnt die Punktspiele meist mit nur einem Tor Unterschied. Die Erfolgswelle begründet sich vor allem durch das dominante Auftreten zu Hause.

Geraten die Hanseaten mal in Rückstand, wird es aber kritisch. Vier Mal gerieten sie in dieser Saison schon in die prekäre Situation, lediglich ein Mal konnten die Braun-Weißen noch einen Zähler mitnehmen. Effektivität kann man eben doch nicht jederzeit abrufen. Aber das wird Lienen sicherlich schon auf einem anderen Zettel notiert haben.

  • Die Historie

14 Spiele, 29 Tore - langweilig wird es nicht, wenn der 1. FC Nürnberg in Liga zwei auf den FC St. Pauli trifft. Zwar haben die Hamburger aus statistischer Sicht die Nase vorn, allerdings zeigt die Vergangenheit, dass diese traditionsreiche Spielpaarung stets unter einem prägenden Gesichtspunkt steht.

Es war der 34. Spieltag der Saison 2000/01. Der Aufstiegsaspirant aus Hamburg war zu Gast in Nürnberg und benötigte drei Zähler um den Aufstieg in die Beletage des deutschen Profifußballs zu besiegeln. Der Club war bereits einen Spieltag vor Ende sicher aufgestiegen und die Kiezkicker hatten nichts zu verlieren. Schließlich war es Deniz Baris, der per Kopfball in der 76. Spielminute den 2:1-Auswärtssieg und den damit gleichbedeutenden Aufstieg perfekt machte. Besonders kurios daran - es war das einzige Tor, das der ehemalige türkische Nationalspieler je für den FC St. Pauli erzielen konnte. 

  • Die Besonderheiten

Ein drohender Abstieg ist derzeit eher kein Thema, vielmehr heißt es aufatmen im Kiez - denn seit einigen Tagen hat der Kultverein seine Seele beziehungsweise sein Haupt zurück. Der Totenkopf, das, was den Verein über die deutschen Grenzen hinaus so populär machte, gehört nun wieder dem FC St. Pauli.

Ab dem 1. Januar 2016 hat der Spuk ein Ende. Der berühmte Totenkopf gehört dann endlich wieder zum Kultklub, wie die Alster zu Hamburg. Einen kuriosen Beigeschmack hat der gesamte Umstand aber dennoch: Durch die Übernahme von Upsolut ist der Millerntor-Klub ein Jahr lang gleichzeitig verantwortlich für das Merchandising vom Ost-Berliner Pendant und Ligakonkurrent Union Berlin. Der 1. FCU hat den Vertrag aber mittlerweile aufgelöst. Den Hamburgern dürfte das egal sein, sie haben endlich ihr Aushängeschild zurück. 

Spieldaten

16. Spieltag, 2. Bundesliga 2015/2016
0 : 4
FC St. Pauli
1. FC Nürnberg
17. Niclas Füllkrug 0:1
43. Niclas Füllkrug 0:2
53. Tim Leibold 0:3
89. Patrick Erras 0:4
Stadion
Millerntor-Stadion
Datum
29.11.2015 12:30 Uhr
Schiedsrichter
Sören Storks
Zuschauer
29546

Aufstellung

FC St. Pauli
Himmelmann - Hornschuh - Sobiech - Ziereis - Buballa - Alushi (78. Gonther) - Buchtmann - Sobota - Maier (72. Verhoek) - Kalla (46. Dudziak) - Thy
Reservebank
Heerwagen, Dudziak, Gonther, Nehrig, Rzatkowski, Fafa, Verhoek
Trainer
Ewald Lienen
1. FC Nürnberg
Schäfer - Brecko - Margreitter - Bulthuis - Sepsi - Behrens - Erras - Schöpf - ?? - Leibold (88. Hercher) - Füllkrug (62. Blum)
Reservebank
Rakovsky, Hovland, Blum, Kerk, Petrak, Hercher, Sylvestr
Trainer
René Weiler

Ereignisse

17. min Spielstand: 0:1
Niclas Füllkrug

43. min Spielstand: 0:2
Niclas Füllkrug

46. min Spielstand: 0:2
Jeremy Dudziak kommt für Jan-Philipp Kalla

47. min Spielstand: 0:2
Philipp Ziereis

53. min Spielstand: 0:3
Tim Leibold

60. min Spielstand: 0:3
Waldemar Sobota

62. min Spielstand: 0:3
Danny Blum kommt für Niclas Füllkrug

72. min Spielstand: 0:3
John Verhoek kommt für Sebastian Maier

76. min Spielstand: 0:3
Ondrej Petrak kommt für

78. min Spielstand: 0:3
Sören Gonther kommt für Enis Alushi

88. min Spielstand: 0:3
Philipp Hercher kommt für Tim Leibold

89. min Spielstand: 0:4
Patrick Erras