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Teamcheck Samstag, 19.01.2013

Viele Fragen – und ein großer Hoffnungsträger

Ein Blick auf den Sonntagsgegner. Der Hamburger SV im Teamcheck.

Foto: Picture Alliance

Vieles ist der HSV ohne Wenn und Aber. Einer der bedeutendsten deutschen Fußballvereine zum Beispiel. Nicht weil er im vergangenen September 125 Jahre alt wurde, sondern weil er unter anderem sechs Deutsche Meisterschaften und zwei internationale Titel auf seinem Briefkopf anführen kann. Seine Ausnahmestellung lässt sich aber auch daraus ablesen, dass er als einziger Klub ohne Unterbrechung der Bundesliga angehört.

Wer reich an derart großer Vergangenheit ist, dem mangelt es in der Gegenwart in der Regel nicht an Selbstbewusstsein und Ambitionen – der stolze HSV stellt da gewiss keine Ausnahme dar. Rang zehn, die aktuelle Platzierung der Hamburger, stufte deswegen deren ehemaliger deutscher Nationalspieler Marcell Jansen als viel zu wenig ein. Und damit sprach er der ganzen HSV-Familie aus der Seele. Wenn dieser Klub nicht auf die große Bühne – sprich internationale Geschäft – gehört, wer denn dann, so gebietet es das hanseatische Selbstverständnis.

Schwer in Tritt gekommen

"Grundsätzlich ist das richtig", betont auch Mittelfeldregisseur Rafael van der Vaart, der derzeit größte Name im Kader. Das "Aber" des niederländischen Nationalspielers folgt jedoch im gleichen Atemzug: "Wir dürfen auch nicht vergessen, wo wir herkommen." Wie wahr, es fehlte schließlich nicht viel und der Jubilar HSV wäre ausgerechnet in der Jubiläumssaison der Bundesliga nur Zaungast gewesen.

In der vergangenen Spielzeit schrammte er als 15. haarscharf am Abstieg vorbei. Und in diesem Takt ging es auch zu Beginn dieser Saison weiter: Dem Pokalaus beim Drittligisten KSC folgten drei Spiele in der Liga, in denen der HSV keinen einzigen Punkt holen konnte. Und dies, obwohl an jenem dritten Spieltag der nachträglich verpflichtete van der Vaart sein Debüt gab. Mit dem Niederländer ging es danach allerdings aufwärts, seine unbestrittene Qualität hob das Team auf ein anderes, besseres Niveau.

Was steckt im HSV?

Der Haken daran: nicht immer. Van der Vaarts Formkurve fuhr mitunter Achterbahn und mit ihr die ganze HSV-Mannschaft. Ihr schönes strahlendes Gesicht präsentierte sie zum Beispiel gegen Meister Dortmund, als sie ihn verdient mit 2:0 bezwang. Es gab aber auch einen anderen HSV, einen, der Ende November mit einem wirkungslosen van der Vaart bei Aufsteiger Düsseldorf mit 0:2 baden ging.

Nicht zu vergessen das letzte Spiel unmittelbar vor der Winterpause, als das Team von Trainer Thorsten Fink in Leverkusen chancenlos blieb, mit einem ernüchternden 0:3 nach Hause reiste. Dass dort ihr Mittelfeld-Ass wegen einer Oberschenkelverletzung fehlte erklärte einiges, aber nicht alles. Womit wir bei der Frage sind, die zum Rückrundenstart Hamburg bewegt: Was steckt im HSV, dem – einer Wundertüte gleich – alles zuzutrauen ist? Ein Spitzenteam, das angesichts von sechs Punkten Abstand auf Rang 4 nun voll angreift? Oder bleibt die Fink-Elf mangels Kontinuität im Mittelfeld stecken, was angesichts der vergangenen Saison auch schon einen Schritt vorwärts bedeuten würde?

Van der Vaart mit Oberschenkelproblemen

Unstrittig ist, dass heute wie in den nächsten Wochen viel von van der Vaart abhängt. Spielt der 29-Jährige durchgängig eine starke Rückserie, wird dies in gleichem Maße auch auf den HSV zutreffen. Nur, kann er das überhaupt? Denn sein Oberschenkel bereitet Sorge.

Im Hinrunden-Endspurt riss dort eine Muskelfaser, nun in der Vorbereitung war es nur eine Zerrung – somit steht van der Vaarts Einsatz wohl nichts im Weg. Ob damit der HSV zwangsläufig den Weg einschlagen wird, der seinem Selbstverständnis entspricht? Am Sonntag hoffentlich nicht!

Spieldaten

18. Spieltag, 1. Bundesliga 2012/2013
1 : 1
1. FC Nürnberg
75. Tomas Pekhart 1:1
Hamburger SV
70. Artjoms Rudnevs (Kopfball) 0:1
Stadion
Stadion Nürnberg
Datum
20.01.2013 14:30 Uhr
Schiedsrichter
Tobias Welz
Zuschauer
40000

Aufstellung

1. FC Nürnberg
Schäfer - Chandler (65. Feulner) - Simons - Klose - Pinola - Balitsch - Cohen - Mak (68. Frantz) - Gebhart - Esswein (76. Kiyotake) - Pekhart
Reservebank
Rakovsky, Korczowski, Plattenhardt, Feulner, Frantz, Kiyotake, Polter
Trainer
unbekannt
Hamburger SV
18466 - Diekmeier - Mancienne (14. Bruma) - 18466 - 18466 - Badelj - Arslan (38. Skjelbred) - Aogo - 18466 - Son - Rudnevs
Reservebank
Neuhaus, Bruma, Beister, Ilicevic, Rincon, Skjelbred, Berg
Trainer
Thorsten Fink

Ereignisse

14. min Spielstand: 0:0
Jeffrey Bruma kommt für Michael Mancienne

28. min Spielstand: 0:0
Tolgay Arslan

36. min Spielstand: 0:0
18466

38. min Spielstand: 0:0
Per Ciljan Skjelbred kommt für Tolgay Arslan

47. min Spielstand: 0:0
Almog Cohen

65. min Spielstand: 0:0
Markus Feulner kommt für Timothy Chandler

68. min Spielstand: 0:0
Mike Frantz kommt für Robert Mak

70. min Spielstand: 0:1
Artjoms Rudnevs

75. min Spielstand: 1:1
Tomas Pekhart

76. min Spielstand: 1:1
Hiroshi Kiyotake kommt für Alexander Esswein

85. min Spielstand: 1:1
Dennis Diekmeier

85. min Spielstand: 1:1
Mike Frantz