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Profis Teamcheck Freitag, 13.03.2015

Teamcheck FCK: Die Festung Betzenberg

Foto: Picture Alliance

Vor dem Auswärtsspiel beim 1. FC Kaiserslautern hat fcn.de den kommenden Gegner genauer unter die Lupe genommen.

Durch die Fußballsprache geistern gerne altertümliche Umschreibungen - als Festung beschreibt man daher gerne ein Stadion, in dem die Gastmannschaften nur äußerst selten erfolgreich sind. In Kaiserslautern steht genau solch eine Festung, sie thront circa 50 Meter über dem Stadtgebiet und nennt sich Fritz-Walter-Stadion. Sicher wie eine Festung ist der Betzenberg, wie die Spielstätte des 1. FC Kaiserslautern in Fankreisen genannt wird, auch in dieser Spielzeit. Keine Niederlage, nur drei Unentschieden und 30 Punkte - damit markiert der FCK den Bestwert der Liga, insofern man diese nach der Heimstärke beurteilen möchte.

In der Ferne sieht es jedoch ganz anders aus. Lediglich der 13. Tabellenplatz steht nach zwölf Auswärtsspielen zu Buche. Heimstärke alleine reicht auf Dauer nicht für die Rückkehr in die höchste Spielklasse des deutschen Profifußballs. Zumal auf die Pfälzer ein bemerkenswertes Auswärtsprogramm wartet. Gastspiele in Karlsruhe, Düsseldorf, Bochum und Darmstadt könnten zu Stolpersteinen für den Aufstiegsaspiranten werden. 

Ein alter Bekannter soll es richten

Eine große Lücke tat sich zur Winterpause am Betzenberg auf. Denn der Top-Torschütze der Barbarossastadt, Srdjan Lakic, entschied sich kurz vor der Schließung des Transferfensters für einen Tapetenwechsel. Sechs Tore und drei Assists, der Kroate avancierte schnell zum Leistungsträger im Lauterer Sturmzentrum. Daher ist es nicht verwunderlich, dass er sich ins Blickfeld diverser Vereine spielte. Der Bundesligist SC Paderborn bekam den Zuschlag. Kurzerhand musste die sportliche Führung des FCK also unter Hochdruck für adäquaten Ersatz sorgen. Man entschied sich für einen alten Bekannten. Leihweise transferierten die Pfälzer Simon Zoller, der sich am Betzenberg schon einen Namen machte und vor Beginn der aktuellen Spielzeit zum 1. FC Köln wechselte. 

Die Torgefahr des Paderborner Wunschstürmers Lakic konnte Simon Zoller bisher noch nicht ausstrahlen. In vier Rest-Rückrundeneinsätzen konnte der 23-Jährige zwar kein Tor markieren, allerdings legte er seinen Teamkollegen drei Treffer auf. Vorübergehend wird er dem Tabellendritten nicht weiterhelfen können, da er an einer Muskelverletzung laboriert.

Tarzans Talentschmiede 

Doch fürs Toreschießen sind in Kaiserslautern ohnehin alle zuständig - auch die Defensivakteure. Insgesamt neun Mal trafen die FCK-Verteidiger ins gegnerische Tor. Das ist nahezu ein Drittel der gesamten Torausbeute. Nur die Braunschweiger Abwehr traf so häufig wie der 1. FC Kaiserslautern. Doch neben all den Toren der Verteidiger werden auch in der Defensive beachtliche Werte erzielt - vor allem zwischen den Pfosten.

Elf Spiele ohne Gegentor - das ist zwar nicht der derzeitige Ligabestwert, dennoch weiß FCK-Schlussmann Tobias Sippel in dieser Saison durch starke Leistungen zu beeindrucken. Für den 26-jährigen Absolventen der „Gerry Ehrmann-Torwartschule“, in der Keeper wie Roman Weidenfeller, Kevin Trapp, Tim Wiese und Florian Fromlowitz den Sprung auf die große Fußballbühne schafften, könnte es allerdings die letzte Spielzeit im FCK-Dress sein. Der Verein deutete an, seinen Kader bei Verbleib in der Zweitklassigkeit weiterhin zu verjüngen. Für Vereinsurgestein Sippel, das mittlerweile 16 Jahre beim FCK spielt, stünde dann ein Tapetenwechsel an.

Zehn Endspiele bis zum Aufstieg?

Auch wenn das Saisonziel des Bundesliga-Gründungsmitglieds auf offiziellem Wege nicht kommuniziert wird, ist es logisch, dass der 1. FC Kaiserslautern zurück in die Bundesliga kehren will. Schließlich sehnen sich die „Roten Teufel“ nach vierjähriger Abstinenz wieder in Deutschlands höchster Spielklasse aufzulaufen. Der Weg bis dahin wird allerdings ein sehr steiniger. Alle Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel stehen noch auf dem Lauterer Restprogramm.

Daher könnte die „Festung“ besonders am letzten Spieltag wichtig werden. Denn das Saisonfinale gegen den FC Ingolstadt vor heimischer Kulisse könnte spannender nicht sein, ob die Heimstärke der Schlüssel zum heimlichen Ziel Aufstieg sein wird, könnte sich aber schon früher entscheiden. Dazu muss die Mannschaft um Trainer Kosta Runjaic aber vor allem in der Ferne punkten.

Spieldaten

25. Spieltag, 2. Bundesliga 2014/2015
2 : 1
1. FC Kaiserslautern
15. Alexander Ring 1:0
31. Philipp Hofmann 2:0
1. FC Nürnberg
90. Alessandro Schöpf 2:1
Stadion
Fritz-Walter-Stadion
Datum
14.03.2015 12:00 Uhr
Schiedsrichter
Tobias Welz
Zuschauer
35830

Aufstellung

1. FC Kaiserslautern
Sippel - Schulze, Orban (55. Schindele), Heubach, Löwe - Ring, Demirbay (80. Jacob), Matmour (64. Karl) - Stöger, Zimmer, Hofmann
Reservebank
Müller, Fomitschow, Schindele, Karl, Klich, Younes, Jacob
Trainer
Kosta Runjaic
1. FC Nürnberg
Rakovsky - Celustka (68. Mlapa), Mössmer, Hovland, Pinola (71. Bulthuis) - Petrak, Koch, Burgstaller, Schöpf, Blum (20. Kerk) - Sylvestr
Reservebank
Schäfer, Bulthuis, Stark, Dittgen, Kerk, Nikci, Mlapa
Trainer
René Weiler

Ereignisse

15. min Spielstand: 1:0
Alexander Ring

20. min Spielstand: 1:0
Sebastian Kerk kommt für Danny Blum

31. min Spielstand: 2:0
Philipp Hofmann

51. min Spielstand: 2:0
Guido Burgstaller

55. min Spielstand: 2:0
Michael Schindele kommt für Willi Orban

58. min Spielstand: 2:0
Alexander Ring

64. min Spielstand: 2:0
Markus Karl kommt für Karim Matmour

67. min Spielstand: 2:0
Ondrej Celustka

68. min Spielstand: 2:0
Peniel Kokou Mlapa kommt für Ondrej Celustka

71. min Spielstand: 2:0
Dave Bulthuis kommt für Javier Pinola

80. min Spielstand: 2:0
Peniel Kokou Mlapa

80. min Spielstand: 2:0
Philipp Hofmann

80. min Spielstand: 2:0
Sebastian Jacob kommt für Kerem Demirbay

90. min Spielstand: 2:1
Alessandro Schöpf