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Profis Teamcheck Donnerstag, 21.05.2015

Teamcheck Aalen: Abschied nach drei stolzen Jahren

Foto: Picture Alliance

Vor dem letzten Spieltag steht der VfR Aalen bereits als Absteiger fest. Denn wurde an der Ostalb in den letzten Jahren beachtliches geleistet.

Sie kämpfen und geben noch einmal alles. Oliver Barths Führungstor nährt das sehr zerbrechliche Pflänzchen namens Hoffnung, auch Orhan Ademis 2:2 kurz nach der Halbzeit wirkt wie ein kurzer Regenschauer auf die Pflanze namens Klassenerhalt. Am Ende vergebens, das 2:4 im Derby gegen Heidenheim am vergangenen Sonntag besiegelte den Abstieg des VfR Aalen aus der 2. Bundesliga.

Grenzenlose Enttäuschung bei Trainer Stefan Ruthenbeck und seinen Spielern, vor denen eine ungewisse Zukunft steht. Präsident Bernd-Ulrich Scholz zeigte sich tags darauf arg pessimistisch, was Profi-Fußball in Aalen anbelangt: "Die 3. Liga ist nicht machbar." Die bittere Wahrheit? Man wird sehen, spätestens in den Tagen nach der Abschiedsvorstellung aus der Liga bei unserem Club. "Der DFB fordert rund fünf Millionen Euro an Sicherheiten. Die 3. Liga ist nach jetzigem Stand für uns nicht finanzierbar, das ist einfach nicht vorstellbar", erklärt Scholz näher.

2012 Aufstieg

Wahrscheinlich aus gutem Grund, erhielt der VfR doch bereits während der laufenden Saison einen Abzug von zwei Punkten aufgrund finanzieller Versäumnisse im Lizensierungsverfahren. Eine Strafe, die das Schiedsgericht am Donnerstag, 21.05.15, endgültig bestätigte.

Allerdings darf der kleine Verein von der Ostalb durchaus stolz auf das Geleistete der vergangenen Jahre sein. Ob sich die Gründerväter in dem beschaulichen Städtchen in Baden-Württemberg 1921 wohl je hätten träumen lassen, dass ihr Verein es mal bis in die zweithöchste deutsche Spielklasse schafft? Ab der Jahrtausendwende unternahmen die Aalener einige ehrgeizige Versuche, den Durchbruch nach oben zu schaffen, teilweise mit geballter deutscher Fußballprominenz. Aber erst 2012 erfüllte sich der große Traum. Unter keinem geringeren Trainer als Ralph Hasenhüttl übrigens, der am Tag des Aalener Abstiegs vergangenen Sonntag selbst seinen größten Erfolg mit dem Bundesligaaufstieg des FC Ingolstadt feierte.

Ruthenbeck folgte auf Hasenhüttl

Drei Saisons hält sich Aalen in der 2. Liga, leicht haben sie es dabei selten. Bereits nach drei Partien in der neuen Spielklasse lockt Red Bull Salzburg einen gewissen Kevin Kampl nach Österreich. Gut zwei Jahre später überweist Borussia Dortmund satte zwölf Millionen Euro für genau diesen Spieler. Der Klassenerhalt gelingt dennoch relativ souverän, aber mit dem Ausstieg von Hauptsponsor Imtech beginnen gleichzeitig die finanziellen Probleme des VfR.

Hasenhüttl tritt zurück, Trainer-Eigengewächs Stefan Ruthenbeck übernimmt und führt sein Team am Saisonende auf Rang elf. Sehr respektabel also auch das zweite Kapitel der Aalener Zweitligahistorie, auch wenn ihr im Saisonverlauf mit Markus Schupp ein prominenter Sportdirektor zum Opfer fällt. Aufgrund der knappen Kasse müssen die Aalener immer wieder Leistungsträger ziehen lassen, unter anderem vor dieser Saison Jürgen Mössmer nach Nürnberg. Die sportliche Substanz schrumpft, ein Teufelskreis, der nun im dritten Jahr den Abstieg besiegelt hat. Pech zudem, dass mit Routinier und Torjäger Robert Lechleiter eine wichtige Stütze praktisch die gesamte Saison verletzungsbedingt verpasst.

Gelingt die Rückkehr?

Aalen wäre nicht der erste Verein, der nach einem Intermezzo im Profifußball wieder in den Niederungen der Amateure verschwindet. Beispiele dafür ziehen sich quer durch die Republik. Von  Meppen über Havelse, nach Zwickau und Salmrohr bis in den tiefen Süden nach Burghausen, um nur ein paar zu nennen. Schämen müsste sich Aalen dafür ebenso wenig wie für seine stolze  Vergangenheit im Amateurfußball.

Immerhin sieben Mal triumphierten sie im Baden-Württembergischen Verbandspokal, Meisterehren sammelten sie 1951, 74 und 75 in der Amateurliga, 1999 in der Oberliga Baden-Württemberg und 2010 in der Regionalliga Süd. Damals begann der Siegeszug von der Viert- bis in die Zweitklassigkeit. Und warum sollte dies nicht noch einmal gelingen?

Spieldaten

34. Spieltag, 2. Bundesliga 2014/2015
2 : 1
1. FC Nürnberg
28. Dave Bulthuis (Kopfball) 1:0
87. Guido Burgstaller 2:1
VfR Aalen
50. Jurgen Gjasula 1:1
Stadion
Grundig Stadion
Datum
24.05.2015 14:30 Uhr
Schiedsrichter
Sascha Stegemann
Zuschauer
30433

Aufstellung

1. FC Nürnberg
Schäfer - Celustka - Hovland - Bihr (57. Kerk) - Bulthuis - Polak - Burgstaller - Stark - Schöpf - Koch (56. Sylvestr) - Blum
Reservebank
Rakovsky, Pachonik, Kerk, Nikci, Mlapa, Sylvestr
Trainer
René Weiler
VfR Aalen
Schnitzler - Ofosu-Ayeh - Barth - Mockenhaupt - Chessa - Kaufmann (36. Drexler) - Welzmüller - Gjasula - Korte - Klauß (77. Grech) - Ademi (14. Quaner)
Reservebank
Bernhardt, Hainault, Alves de Araujo, Drexler, Grech, Quaner, Oesterhelweg
Trainer
Stefan Ruthenbeck

Ereignisse

14. min Spielstand: 0:0
Collin Quaner kommt für Orhan Ademi

28. min Spielstand: 1:0
Dave Bulthuis

36. min Spielstand: 1:0
Dominick Drexler kommt für Fabio Kaufmann

44. min Spielstand: 1:0
Maximilian Welzmüller

50. min Spielstand: 1:1
Jurgen Gjasula

56. min Spielstand: 1:1
Jakub Sylvestr kommt für Robert Koch

57. min Spielstand: 1:1
Sebastian Kerk kommt für Manuel Bihr

75. min Spielstand: 1:1
Maximilian Welzmüller

77. min Spielstand: 1:1
Leandro Grech kommt für Michael Klauß

87. min Spielstand: 2:1
Guido Burgstaller