Styopa Mkrtchyan: "Ich versuche Verantwortung zu übernehmen"
Die letzte Phase der vergangenen Saison verpasste Innenverteidiger Styopa Mkrtchyan verletzungsbedingt. Doch der Armenier investierte im Sommer sehr viel, um topfit in die Vorbereitung einsteigen zu können. Wir haben uns in Südtirol ein wenig mit unserer Nummer fünf darüber unterhalten.
Styopa, wir waren jetzt einige Tage in der Ferienregion Bruneck im Trainingslager. Wie hat es dir dort gefallen?
Sehr gut, die Bedingungen waren wirklich top! Ich denke, es war alles gegeben, damit wir intensiv arbeiten konnten.
Könnte man zu dir eigentlich auch noch einmal „Willkommen beim Club, Styopa“ sagen?
Ja, ich denke schon. Ich bin zwar schon im Winter gekommen und habe ein paar Spiele gemacht, aber dann kam die Verletzung. Das war natürlich sehr bitter, weil ich der Mannschaft helfen und spielen wollte. Aufgrund der Verletzung war das leider nicht möglich. Jetzt fühle ich mich aber richtig gut und bin wieder fit.
Du hast in der Sommerpause praktisch auf Urlaub verzichtet und stattdessen mit der Nationalmannschaft sowie an deiner Reha gearbeitet. War das eine bewusste Entscheidung?
Ja. Für mich war klar, dass ich eine perfekte Vorbereitung brauche. Meine Rückkehr war das Wichtigste überhaupt. Deshalb habe ich während der ganzen Pause eigentlich nur daran gedacht, wieder gesund und fit für die neue Saison zu werden. Ein paar Tage war ich mit meiner Familie in Armenien. Danach bin ich zur Nationalmannschaft. Dort habe ich mit den Ärzten und Trainern gearbeitet, täglich individuelles Training absolviert und viele Behandlungen gemacht. Anschließend bin ich nach Deutschland zurückgekommen und direkt nach Donaustauf zu Eden Reha gereist, um mich dort noch einmal für den Trainingsauftakt fit zu machen.
Man merkt auch, dass du derzeit sehr aufblühst. Du bist auf dem Platz sehr laut und gibst viele Anweisungen…
Das gehört einfach zu meinem Spiel. Ich bin nicht jemand, der sofort überall laut ist. Deswegen habe ich mir in meinem ersten Halbjahr alles angeschaut, beobachtet und versucht, die Abläufe zu verstehen. Jetzt sehe ich mich in der Rolle, dass ich auf dem Platz meinen Mitspielern helfen kann. Ich versuche, alle wachzuhalten und zu pushen. Das ist meine Art Fußball zu spielen, weil ich dann auch immer die volle Konzentration auf das Spielgeschehen richten kann. Außerdem haben wir eine sehr junge Mannschaft. Ich bin zwar selbst noch jung, aber ich versuche, Verantwortung zu übernehmen.
Gerade in der Defensive ist vieles neu. Wie funktioniert das Zusammenspiel?
Die neuen Spieler machen das bislang wirklich gut. Sie lernen jeden Tag dazu und wir werden im Kollektiv immer besser. Zudem gibt es einen gesunden Konkurrenzkampf. Am Ende spielt derjenige, der am besten ist. Das ist gut für die Mannschaft.
Wie blickst du auf den bisherigen Verlauf der Vorbereitung?
Sehr positiv. Ich finde, wir arbeiten sehr intensiv. Natürlich haben wir viele neue Spieler. Deshalb brauchen wir Zeit, um uns aufeinander einzustellen und uns auf dem Platz besser kennenzulernen. Aber ich habe das Gefühl, dass alles in die richtige Richtung geht.
Mit wem aus dem Team hast du dich denn am besten angefreundet?
Ehrlich gesagt mit allen. Das hat mich selbst überrascht. Normalerweise habe ich eher einen kleinen Freundeskreis. Wenn ich jemanden nennen müsste, dann Adam. Wir sprechen Russisch und hatten vom ersten Tag an einen guten Draht. Mit Javi Fernandez teile ich mir das Zimmer. Leider ist er jetzt Weltmeister geworden, deshalb ist es derzeit etwas anstrengend (lacht). Auch mit den beiden neuen Griechen verstehe ich mich super.
Welche Ziele hast du für die neue Saison?
Das Wichtigste ist, gesund zu bleiben. Danach möchte ich so viele Einsätze wie möglich sammeln und endlich beweisen können, wieso ich mich im Winter für den Club entschieden habe und der FCN mich geholt hat.