Studie bestätigt wirtschaftliche Bedeutung des FCN – Vergabe der Vorplanung für den Stadionvollumbau geht in den Stadtrat
Die Stadt Nürnberg hat gemeinsam mit dem 1. FC Nürnberg eine umfassende Studie zu den regionalökonomischen Effekten des Profifußballs in Auftrag gegeben. Nun liegen die Ergebnisse vor. Sie zeigen, dass der Spielbetrieb des FCN und der Betrieb des Max-Morlock-Stadions weit mehr sind als reine Sportereignisse.
Die Studie, die von SLC durchgeführt wurde, beziffert den jährlichen wirtschaftlichen Gesamteffekt des 1. FC Nürnberg und des Max-Morlock-Stadions auf rund 178 Millionen Euro. Besonders stark profitieren die lokale Gastronomie (rund 36 Mio. €) und Hotellerie (rund 35 Mio. €) sowie zahlreiche regionale Betriebe und Dienstleister. Zusätzlich zeigt die Untersuchung: Der FCN ist einer der stärksten Image- und Identitätsfaktoren Nürnbergs und prägt das bundesweite Bild der Stadt stärker als Christkindlesmarkt, Burg, Lebkuchen oder Bratwurst. Der Fußball ist damit ein wichtiger Standortfaktor und einer der stärksten Botschafter der Stadt.
Aus Sicht des Vereins begrüßt Stefan Heim, Vorstand Finanzen des 1. FC Nürnberg, die Ergebnisse: „Das Jubiläum zum 125. Geburtstag hat eindrucksvoll bewiesen, wie fest der 1. FC Nürnberg und Franken miteinander verwurzelt sind. Der FCN verbindet die Menschen, stiftet Identität, bündelt Kräfte in der Region und bringt den Stolz Frankens zum Ausdruck. Es freut mich sehr, dass die Zahlen nun auch eindeutig untermauern, dass der Club darüber hinaus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt und die Metropolregion ist. Die Studie zeigt zudem, dass ein Vollumbau des Max-Morlock-Stadions diese positiven Effekte für die Stadt, die Region und den Club zusätzlich verstärken wird."
Club sorgt für Wertschöpfung
Stadionbürgermeister Christian Vogel betont: „Die Studie zeigt nun schwarz auf weiß, was wir in Nürnberg längst spüren: Der Club ist nicht nur ein emotionales Aushängeschild dieser Stadt, er sorgt auch für Wertschöpfung vor Ort – in Hotels, Gaststätten, bei Dienstleistern und bei städtischen Betrieben. Und: Mit einem modernen Stadion können diese Effekte tatsächlich noch größer werden. Das ist eine gute Nachricht für Nürnberg.“
Auch Stadtkämmerer Thorsten Brehm ordnet die Ergebnisse ein: „Die Untersuchung bestätigt: Das städtische Stadion und der Club sind ein relevanter Wirtschaftsmotor für Nürnberg. Ein moderner Umbau ist eine Zukunftsinvestition – mit Wert für Stadt, Wirtschaft und Menschen. Die Studie belegt den Nutzen des Vollumbaus und ergänzt unsere Wirtschaftlichkeitsuntersuchung des Vorhabens.“
Entscheidung über Planungsbüro
Nach der Vorstellung der Studie richtet sich der Blick nun auf die nächsten Schritte im Projekt Stadionvollumbau: Am 10. Dezember entscheidet der Stadtrat, welchem Planungsbüro die Vorplanung für das neue Stadion übertragen wird. Direkt nach dem Beschluss werden die anderen Bieter über die Entscheidung informiert. Anschließend läuft eine gesetzlich vorgeschriebene 10-tägige Einspruchsfrist. Erst danach darf der Zuschlag formal erteilt und das ausgewählte Büro öffentlich bekanntgegeben werden.
Zur Einordnung der Vorplanung: In den vergangenen Jahren hat der Stadtrat wichtige Grundsatzentscheidungen getroffen. Basierend auf einer Machbarkeitsstudie und einer Funktionalplanung wurde unter anderem festgelegt, dass die Stadt am jetzigen Stadion-Standort festhält, dass das neue Stadion so groß wie das jetzige sein soll und die Laufbahn entfällt. Zudem wurde beschlossen, dass das Stadion nach dem Vollumbau mehr Stehplätze, mehr barrierefreie Plätze und mehr Logen und VIP-Plätze aufweisen soll. Mit der Vorplanung beginnt jetzt eine entscheidende Phase. Erstmalig wird der Planungs- und Bausoll spezifiziert und ermittelt, wie und zu welchem Preis diese Vorstellungen umgesetzt werden können.
Entscheidende Phase beginnt
Die Vorplanung ist die Phase, in der das Planungsbüro gemeinsam mit Stadt, Verein und Betriebsgesellschaft die bisher offengebliebenen Fragen technisch, wirtschaftlich und organisatorisch bearbeitet. Parallel dazu soll die Stadt ein neues gesellschaftsrechtliches Modell prüfen: Der Eigenbetrieb Franken Stadion Nürnberg soll zu einem Kommunalunternehmen weiterentwickelt werden, um gemeinsam mit dem 1. FC Nürnberg ein rechtlich und finanziell tragfähiges Fundament für den Stadionvollumbau zu schaffen. Diese neue Organisationsform schafft die Voraussetzung, dass sich der Club organisatorisch und finanziell am Stadionbetrieb beteiligen kann.
Zudem soll mit der Vorlage ausdrücklich beauftragt werden, mehrere zentrale Zukunftsfragen zu klären. Dazu gehört auch ein mögliches provisorisches Interimsstadion, das während der Bauzeit als Ausweichspielstätte dienen könnte. Ein solches Interim könnte sportlich und wirtschaftlich von großer Bedeutung sein, weil es die Koordination von Baustelle und Veranstaltungsbetrieb weniger aufwändig macht und Planungssicherheit schafft. Ebenso sollen Themen wie künftige Vermarktungsflächen, Hospitality-Konzepte, eine mögliche Mantelbebauung, den Umgang mit der denkmalgeschützten Bausubstanz, sowie die perspektivische Übernahme der Betriebsgesellschaft durch den Club weiter vertieft und vorbereitet werden.
Diese Vorschläge formulieren klare Ziele, sie sind aber noch keine fertigen Lösungen. Das beauftragte Planungsbüro wird all diese Punkte nun professionell durchrechnen, planerisch bewerten und Varianten entwickeln. Die Ergebnisse und Empfehlungen werden im Sommer 2026 dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt – erst dann wird verbindlich festgelegt, wie der Stadionvollumbau im Detail umgesetzt wird.