Diese Webseite verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

OK
Profis Hintergründe Samstag, 18.10.2014

Stabilität und Selbstvertrauen

Nach sieben Punkten aus den letzten drei Spielen will Valérien Ismaël die Mannschaft weiterentwickeln. Ab Dienstag beginnt die Vorbereitung auf Darmstadt.

Jubelkette nach dem 1:0 über RB Leipzig. (Foto: Daniel Marr)

Der Samstag war schon angebrochen als der Arbeitstag von Alessandro Schöpf ein Ende fand. Nach Abpfiff des Freitagabend-Topspiels der 2. Liga warteten auf den Mittelfeldspieler nicht nur Reporter, die Interviews vor den TV-Kameras führen wollten, sondern auch ein mit einem Leibchen mit der wenig dezenten Aufschrift „Doping-Kontrolle“ bekleideter Herr. Die Nummer 28 war aus dem 1. FCN-Beutel der Doping-Aufsichtsleute gezogen worden, um eine standardmäßige Urinprobe einzusammeln.

Nach 90 intensiven Minuten – 120 Kilometer hatte die Mannschaft von Trainer Valérien Ismaël gegen die sächsischen Aufsteiger runtergespult – zugegebenermaßen nicht der wünschenswerte Abschluss eines siegreichen Abends. Und „ausgerechnet“ möchte man sagen. Denn nicht nur beim Fernsehen war der Torschütze zum 1:0 über RB Leipzig ein gefragter Mann. Kurz vor Mitternacht warteten noch weitere Medienvertreter in der Mixed Zone auf den Österreicher, um noch dessen Eindrücke vom Spiel zu erfragen.

Intensive Vorbereitung in der Länderspielpause

„Wir wussten, dass Leipzig eine aggressive Mannschaft ist“, ließ sich der 20-Jährige also zur taktischen Marschroute zitieren. „Uns war klar, dass lange Bälle das Gegenmittel sein werden. Wir mussten zusehen, dass wir die zweiten Bälle gewinnen.“ In der 74. Minute hatte Robert Koch auf der linken Seite das Spielgerät erobert, nach einem Doppelpass mit Niclas Füllkrug zirkelte Schöpf den Ball aus 15 Metern ins Tor von Gästekeeper Bellot. „Da muss man Laufbereitschaft zeigen, das ist uns gestern gut gelungen.“

Es war das Ergebnis einer sorgfältigen Vorbereitung auf den Gegner, wie Valérien Ismaël nach der Partie bestätigte: „Über die Flügel war Leipzig verwundbar.“ Für die Umsetzung der Spielidee brauche es aber nicht nur eine gelungene Aktion. „Es ist eine gemeinschaftliche Leistung. Wir sehen eine Mannschaft, die über Leidenschaft kommt, das gilt für alle 18 im Kader.“ Das Ziel, an den Auftritt beim 3:2-Heimerfolg über den 1. FC Kaiserslautern anzuknüpfen, wurde erreicht. „Noch dazu passt das Ergebnis.“

„Nicht vergessen, wo wir vor vier Wochen standen“

Vorrangig bleibe weiterhin die Entwicklung der Mannschaft. „Wir sind in der Lage, wichtige Tugenden abzurufen“, sieht der Trainer diese voranschreiten. Schritt für Schritt soll an Feinheiten geschraubt werden, die nach sieben Punkten aus drei Spielen gefundene Stabilität ausgebaut werden. Dass das spielerische Element in diesem Stadium in den Hintergrund rücken kann, daraus macht Ismaël keinen Hehl. „Das Spiel war gestern nicht von Fußball geprägt, aber es war wichtig, nicht in eine Falle hineinzulaufen.“

„Wir sind in der Defensive gut gestanden und haben zu Null gespielt“, sagt auch Alessandro Schöpf über den Ertrag der geleisteten Arbeit. „Vorne haben wir dann die nötige individuelle Qualität, um etwas aus einer Gelegenheit zu machen.“ In die Bewertung der Arbeit der vergangenen Wochen fließe für Valérien Ismaël auch das Testspiel gegen Slavia Prag ein, nach dem der Club am Freitag vergangener Woche mit einem 3:2-Sieg vom Platz gegangen war. Jedoch dürfe man nicht vergessen, wo man vor vier Wochen stand. „Wir haben es nicht vergessen.“

Flutlichtpartie am Böllenfalltor

Nach zwei freien Tagen liege daher ab Dienstag, 21.10.14, der volle Fokus einzig auf dem kommenden Gegner, dem SV Darmstadt 98. „Darmstadt ist sehr emotional aufgestiegen. Sie haben diesen Schwung in die zweite Liga mitgenommen“, weiß Valérien Ismaël. Gegen die „Lilien“ müsse sein Team wieder eine starke läuferische Leistung und Leidenschaft auf den Platz bringen.

Das Selbstvertrauen aus den jüngsten Auftritten „nehmen wir mit für die nächsten Spiele“, sagt Alessandro Schöpf. Die neuerliche Flutlichtatmosphäre am Montagabend (27.10.14, Anpfiff: 20.15 Uhr) des 11. Spieltags wird den Club am Böllenfalltor möglicherweise zusätzlich beflügeln. Ob der Mann mit der Nummer 28 dann erneut mit einem strahlenden Lächeln über eine geschlossene Mannschaftsleistung referieren darf, bleibt dabei natürlich zu hoffen. Mit oder ohne Zusatzschichten.

Spieldaten

10. Spieltag, 2. Bundesliga 2014/2015
1 : 0
1. FC Nürnberg
74. Alessandro Schöpf 1:0
RB Leipzig
Stadion
Grundig Stadion
Datum
17.10.2014 19:30 Uhr
Schiedsrichter
Dr. Jochen Drees
Zuschauer
28571

Aufstellung

1. FC Nürnberg
Rakovsky - Celustka, Petrak, Stark, Bihr - Mössmer, Koch, Candeias (82. Mlapa), Schöpf, Füllkrug (90. Polak) - Sylvestr (86. Hovland)
Reservebank
Sahin-Radlinger, Hovland, Pachonik, Pinola, Polak, Mlapa
Trainer
unbekannt
RB Leipzig
Bellot - Teigl, 18466, Compper (61. Boyd), Jung - Khedira, Kimmich (83. Frahn), Demme, Kaiser - Poulson, Morys (77. Hierländer)
Reservebank
Coltorti, Heidinger, Fandrich, Hierländer, Kalmar, Boyd, Frahn
Trainer
Alexander Zorniger

Ereignisse

45. min Spielstand: 0:0
Jürgen Mössmer

61. min Spielstand: 0:0
Terrence Boyd kommt für Marvin Compper

67. min Spielstand: 0:0
Joshua Kimmich

74. min Spielstand: 1:0
Alessandro Schöpf

77. min Spielstand: 1:0
Stefan Hierländer kommt für Matthias Morys

82. min Spielstand: 1:0
Peniel Kokou Mlapa kommt für Daniel Candeias

83. min Spielstand: 1:0
Daniel Frahn kommt für Joshua Kimmich

85. min Spielstand: 1:0
Robert Koch

86. min Spielstand: 1:0
Even Hovland kommt für Jakub Sylvestr

89. min Spielstand: 1:0
Daniel Frahn

89. min Spielstand: 1:0
Javier Pinola

90.(+4) min Spielstand: 1:0
Jan Polak kommt für Niclas Füllkrug