Sigurd Haugen: Fischen, Fans und folgenschwer
Anfang der Woche hat der Club die Verpflichtung von Mittelstürmer Sigurd Haugen perfekt gemacht. Wir stellen euch den Maskenmann, der die Meere mag und von einer Sache in Deutschland ganz besonders fasziniert ist, etwas genauer vor.
Zum Fußball kam der Mittelstürmer wie so viele: „Als ich fünf oder sechs Jahre alt war und in die Schule kam, haben wir immer in den Pausen gekickt. Da hat mich der Fußball gepackt“, erinnert er sich zurück. So hatte er mit der schönsten Nebensache der Welt bereits sein zweites Hobby gefunden, denn das erste wurde ihm quasi in die Wiege gelegt: „Ich komme aus einer traditionellen Fischerstadt am Meer. Auch in meiner Verwandtschaft gab es einige Fischer. Es ist zwar eine Stadt mit rund 30.000 Einwohnern, aber man kennt gefühlt jeden. Auch ich habe den Angelschein, um im Meer zu fischen“, verrät der Mittelstürmer und es scheint alles für einen eher ruhigen Zeitgenossen zu sprechen.
Die 16 Tore in der zurückliegenden Drittligasaison bei den Münchner Löwen sowie das Umfeld der 60zger verraten aber etwas anders: „Ich habe zwei unterschiedliche Persönlichkeiten, mit zwei Gemeinsamkeiten. Beide haben viel Energie und Positivität. Wenn ich auf dem Platz stehe, bin ich aber sehr ernst und fokussiert. Neben dem Platz bin ich sehr relaxed und für jeden Spaß zu haben. Also nicht mehr der seriöse Sigurd Haugen“, beschreibt er sich selbst. Und genau von dieser Energie soll auch der Club profitieren.
Faszination Fußball-Deutschland
Für einen energiegeladenen Stürmer spricht auch, dass Haugen bei seiner Zeit in Breda in den Niederlanden den Spitznamen ‚Hulk‘ bekam. Doch in Deutschland fand er noch einmal eine andere Quelle für seine Energie auf dem Platz: „Ich habe schon in Vereinen mit einer großen Fanbase gespielt. Sowohl in den Niederlanden, in Dänemark aber ja auch in Rostock und bei 1860. Ich mag es, mit diesem Druck ein wenig zu spielen. Die Unterstützung der Fans ist für mich ein Faktor, wie ich meine Vereine aussuche. Die Atmosphären, erzeugt durch die Fans im Stadion, sind der Grund, wieso ich Fußball spiele. In Norwegen findet man nichts vergleichsbares“, schwärmt der 28-Jährige, der sich selbst meist als „Siggi“ vorstellt.
Das Schicksal mit der Maske
Im Dezember 2025 gastierte Haugen mit dem TSV 1860 München beim FC Ingolstadt. Es sollte eine Partie werden, die der Norweger nicht so schnell vergisst: „Ich habe mir bei einem Zusammenprall mit dem Torhüter den Kiefer gebrochen und das Schlüsselbein hat sich durch meinen Mund gebohrt. Es war eine sehr dramatische Verletzung, ich konnte einen Monat nur Suppe essen und war zigmal beim Zahnarzt“, schildert „Siggi“ den Hergang und die herausfordernde Zeit danach.
Zwei Monate später war er zurück auf dem Platz und um ein neues, unverkennbares Merkmal reicher: Einer speziell für ihn angepasste Gesichtsmaske: „In München war das dann mein ‚Markenzeichen‘. Stand jetzt gibt mir die Maske noch viel Sicherheit. Mein Ziel ist es aber, in Zukunft ohne Maske zu spielen. Mal sehen, wann das klappen wird“, so Sigurd. Ob mit oder ohne Maske will er sich nun aber beim Club in Liga zwei beweisen – am besten mit weiteren Treffern, um seine Torquote in Deutschland von 36 Treffern in 73 Partien weiter auszubauen.