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Profis Teamcheck Donnerstag, 23.04.2015

Sandhausen: Klein, aber oho

Foto: Picture Alliance

Vor dem kommenden Heimspiel blickt fcn.de auf den Verein aus der kleinsten Stadt der Liga.

Wenn der kommende Gegner SV Sandhausen mit den Worten begrüßt wird, dass er Zweitliga-Mittelmaß darstellt, dann ist dies alles andere als abwertend gemeint. Aber, um jedweden Missverständnissen vorzubeugen, formulieren wir es nun doch anders: Unserem nächsten Gegner, der getreu dem Motto "klein, aber oho" einen Riesenjob macht, hat großen Respekt verdient.

Denn die Voraussetzungen für erfolgreichen Profi-Fußball sind nämlich in dem acht Kilometer südlich von Heidelberg gelegenen Sandhausen vergleichsweise bescheiden. Das beginnt damit, dass die rund 14.000 Einwohner zählende Gemeinde der mit Abstand kleinste Zweitliga-Standort ist. Und setzt sich damit fort, dass hinter dem SVS kein namhaftes und finanzkräftiges Unternehmen steht. So gesehen haben die Kurpfälzer gar eine sensationelle Entwicklung hingelegt.

Defensiv als Trumpf

Gut, eine Portion Glück war auch dabei, aber ohne die geht bekanntlich nichts. Vor zwei Jahren, nach ihrem ersten Jahr in der Zweiten Liga überhaupt, benötigten sie besagte Portion. Als 17. schlossen sie im Mai 2013 ihre Premierensaison ab, durften aber dennoch in der Spielklasse bleiben, weil dem MSV Duisburg die Lizenz verweigert wurde.

Nichts mit Glück hatte es freilich zu tun, dass der SVS ein Jahr später als 12. den Ligaerhalt relativ souverän eintütete. Dahinter steckte vor allem eines, und zwar harte Arbeit – und Trainer Alois Schwartz, der nach dem Klassenerhalt auf dem grünen Tisch den SVS übernommen hatte und sogleich dessen größtes Problem löste, das sich im ersten Zweitliga-Jahr auftat: Die Defensive erinnerte da an einen Schweizer Käse, so löchrig war sie mitunter.  Schwartz änderte dies rasch, was in den Medien einst mit der Überschrift "Die Schießbude macht dicht" seinen Niederschlag fand. Klingt lustig, war es aber nicht, zumindest für die Gegner des SVS. Die Schwartz-Elf rührte zwar gekonnt, aber massiv Abwehrbeton an, bildete einen Riegel, der gewiss nicht einfach zu knacken war.

Offensive verstärkt

Soweit zur Vergangenheit, nun zum Heute: Da ist der SV Sandhausen zwar unverändert schwer bis unbequem zu bespielen, aber als reiner Defensivkünstler geht er längst nicht mehr durch. Weiterentwickelt hat er sich, weitaus stürmischer geht er vor allem seit der Winterpause seine Aufgaben an. Da reifte laut Kapitän Denis Linsmayer mehr und mehr die Erkenntnis, dass in der Mannschaft genügend gute Fußballer vorhanden sind und deswegen ein zu hohes Maß an Vorsicht unangebracht sei.

Und so sieht man seit diesem Jahr einen veränderten, offensiveren SVS, den Trainer Schwartz gerade auswärts gerne mal mit drei Spitzen auflaufen lässt. Gut, in der Anzahl der erzielten Treffer spiegelt sich dies (noch) nicht wider, die Quote von 26 ist die zweitschlechteste der Liga. Aber, was besagte Quote nicht ausdrückt: Im Vergleich zu früheren, defensiveren Zeiten spielt sich die Schwartz-Elf nun Chancen in Hülle und Fülle heraus. Siehe die jüngste Nullnummer gegen den aufstiegsambitionierten KSC. "Schade, wir hatten eindeutig die besseren Möglichkeiten", trauert der Trainer einem verpassten Sieg nach.

Klassenerhalt in Reichweite

Andererseits hält sich die Enttäuschung in Grenzen: Trotz der mitunter mangelhaften Chancenverwertung steuert der SVS schnurstracks auf das beste Ergebnis seiner Vereinsgeschichte zu. In Zahlen: Platz 8, nur eine Niederlage in diesem Kalenderjahr, in zehn Spielen 17 Punkte geholt. "Das ist top", muss dann auch der sonst so strenge Trainer zugeben. Angesichts von einem Neun-Punkte-Polster auf Rang 16 wollen die Sandhäuser dennoch nichts vom bereits geschafften Ligaerhalt wissen. "Das wäre eine fatale und gefährliche Einstellung", mahnt Präsident Jürgen Machmeier vor dem Gang zum Club.

Anderseits verspürt der SVS-Boss auch keine echte Angst mehr, dass seine Elf noch mal ernsthaft in die Bredouille kommt. "Wir sind momentan schließlich eine der stabilsten Mannschaften der Liga." Kein Widerspruch, oder anders ausgedrückt: Der Club bekommt eine harte Nuss vorgesetzt, denn der SVS ist hinten unverändert schwer zu knacken und vorne dank eines schnellen, mutigen Umschaltspiels brandgefährlich.

Spieldaten

30. Spieltag, 2. Bundesliga 2014/2015
2 : 0
1. FC Nürnberg
75. Sebastian Kerk 1:0
90. Guido Burgstaller 2:0
SV Sandhausen
Stadion
Grundig Stadion
Datum
24.04.2015 17:30 Uhr
Schiedsrichter
Martin Petersen
Zuschauer
25233

Aufstellung

1. FC Nürnberg
Schäfer - Celustka - Hovland - Petrak (88. Koch) - Bulthuis - Stark - Pinola - Burgstaller - Schöpf - Mlapa (56. Kerk) - Sylvestr (75. Blum)
Reservebank
Rakovsky, Bihr, Blum, Kerk, Koch, Nikci, Pachonik
Trainer
René Weiler
SV Sandhausen
Riemann - Kübler - Hübner - Kister - Achenbach - Linsmayer - Kratz (82. Jovanovic) - Wooten - Bieler - Adler (73. 18466) - Bouhaddouz
Reservebank
Knaller, Delgado Villar, 18466, Olajengbesi, Thiede, Zellner, Jovanovic
Trainer
Alois Schwartz

Ereignisse

17. min Spielstand: 0:0
Even Hovland

30. min Spielstand: 0:0
Peniel Kokou Mlapa

34. min Spielstand: 0:0
Florian Hübner kommt für Seyi Olajengbesi

42. min Spielstand: 0:0
Kevin Kratz

49. min Spielstand: 0:0
Nicky Adler

56. min Spielstand: 0:0
Sebastian Kerk kommt für Peniel Kokou Mlapa

68. min Spielstand: 0:0
Ondrej Petrak

73. min Spielstand: 0:0
18466 kommt für Nicky Adler

75. min Spielstand: 0:0
Danny Blum kommt für Jakub Sylvestr

75. min Spielstand: 1:0
Sebastian Kerk

82. min Spielstand: 1:0
Tim Kister

82. min Spielstand: 1:0
Ranisav Jovanovic kommt für Kevin Kratz

88. min Spielstand: 1:0
Robert Koch kommt für Ondrej Petrak

90.(+2) min Spielstand: 2:0
Guido Burgstaller

90.(+3) min Spielstand: 2:0
Javier Pinola