Diese Webseite verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

OK
Profis Freitag, 24.05.2019

Saison 2018/19: Momente, die bleiben

Fotos: Sportfoto Zink

Die abgelaufene Spielzeit war rein sportlich gesehen die schwächste Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte. Und trotzdem lieferte sie emotionale, interessante, sogar geschichtsträchtige Momente, an die sich Cluberer noch lange erinnern werden. fcn.de blickt auf fünf erzählenswerte Geschichten der Spielzeit 2018/19.

  • Ishaks Wucht-Tor

Nach dem Saisonauftakt in Berlin war Mikael Ishak noch untröstlich, zu gefrustet war der Schwede nach seinem verschossenen Elfmeter in der Schlussphase des ersten Spieltages. "Kaum geschlafen" habe Ishak in der Nacht nach dem Fehlschuss. Der Club ließ im Olympiastadion mindestens einen Punkt liegen. Umso größer die Freude des Top-Torschützen der Aufstiegssaison, als er eine Woche später im Heimspiel gegen Mainz erstmals erfolgreich war und das erste Bundesliga-Tor des FCN nach über vier Jahren erzielte.

Mit einer Urgewalt hämmerte Ishak das Leder nach einer trickreichen Ecken-Variante aus 16 Metern unter die Latte, Torhüter Florian Müller zuckte nur kurz mit dem linken Arm. "Ich wollte der Mannschaft unbedingt etwas zurückgeben", sagte Ishak nach "dem besten Fußballspiel, dass ich je mit Nürnberg gemacht habe."

  • Die Wasserschlacht

Das Heimspiel gegen Bayer Leverkusen dürfte als eine der kuriosesten in die Geschichte der Bundesliga-Saison 2018/19 gehen. Unmengen an Wassermassen prasselten an diesem Montag auf das Frankenland nieder, die Partie gegen die Werkself entwickelte sich zu einer regelrechten Wasserschlacht. Normale Spielzüge waren so nicht möglich, viele Spielsituationen vom Zufall geprägt. Einen Spielfluss sahen die Zuschauer an diesem Abend nur buchstäblich.

Gegen ambitionierte Leverkusener waren somit Kampf und Leidenschaft gefragt. Nach einem 0:1-Rückstand biss sich der FCN zurück in die Partie und kam durch Georg Margreitter noch zum Ausgleich. Bester Abwehrspieler des Club dürfte an diesem Abend die große Wasserpfütze vor dem Sechzehner gewesen sein, die Bayer-Flügelspieler Karim Bellarabi mehrfach vor große Probleme stellte.

  • Behrens' dramatischste Minuten

Für Kapitän Hanno Behrens dürften es die bittersten drei Minuten der Saison gewesen sein. Im Heimspiel gegen Schalke wollte der Club ein großes Ausrufezeichen im Abstiegskampf setzen, drei Punkte waren gegen die kriselnden Gelsenkirchener Pflicht. Dass es nach einer einseitigen Partie am Ende zu einer Punkteteilung kam, lag einerseits an der Abschlussschwäche des Club, andererseits an einer gehörigen Portion Pech.

Es lief die 42. Spielminute, als sich der Schalker Caligiuri dazu entschied, eine Löwen-Flanke mit der Brust zu seinem eigenen Keeper abzulenken. Ein katastrophaler Fehler, den Behrens geistesgegenwärtig bestrafte. Der Kapitän spitzelte den Ball am herauseilenden Keeper Nübel vorbei, erzielte die zu diesem Zeitpunkt hochverdiente Führung. Schiedsrichter Dr. Robert Kampka entschied aber zum Entsetzen aller auf „gefährliches Spiel“ und Freistoß für Schalke. „Mir soll bitte jemand erklären, was da das Foul ist“, sprach nach der Partie ein frustrierter Behrens in die Mikrofone.

Nur wenige Augenblicke nach der Aktion folgte der nächste Behrens‘sche-Schockmoment. Der Kapitän bediente Pereira mit einem starken Zuspiel, Nübel brachte den Brasilianer regelwidrig zu Fall. Der Kapitän übernahm die Verantwortung, scheiterte mit seinem Foulelfmeter aber am gut reagierenden Schlussmann. Der Club und die Elfmeter ...

  • Pereiras Derby-Führung

Ohne Zweifel war das Derby gegen die Bayern eine der überragenden Partien der Saison, an die sich Cluberer noch lange zurückerinnern werden. Eine Halbzeit lang bot der Club dem Deutschen Meister bravourös Paroli, nahm ein 0:0 gegen das Münchener Starensemble in die Kabine. Schon zu diesem Zeitpunkt hatte der tief im Abstiegskampf steckende Altmeister mehr geleistet, als es ihm die meisten Experten in Fußball-Deutschland zugetraut hätten. Was aber im zweiten Durchgang folgen sollte, war ein kleines Fußball-Märchen mit einem dramatischen Ende.

Die Zuschauer im ausverkauften Max-Morlock-Stadion hatten sich nach der Halbzeitpause gerade erst hingesetzt, als der FCN über die rechte Abwehrseite der Bayern durchbrach. Löwens Schuss konnte Ulreich noch abwehren, gegen Pereiras Nachschuss war der Torhüter jedoch machtlos. Der Brasilianer hüpfte über die Bande, rannte mit nahezu allen Teamkollegen in Richtung Nordkurve, die wie das gesamte Stadion förmlich explodierte. Einer DER Momente der abgelaufenen Spielzeit.

  • Der Abstieg

Das letzte Spiel im Max-Morlock-Stadion war gleichzeitig das mit dem größten Gänsehaut-Faktor. Obwohl der Club gegen Borussia Mönchengladbach kein gutes Spiel zeigte, obwohl der Club an diesem Tage die letzte Chance auf den Klassenerhalt verspielte, obwohl der Club den neunten Abstieg aus der Fußball-Bundesliga ereilte, die Fans standen geschlossen hinter ihm - wie die komplette Saison über.

„You’ll Never Walk Alone“ sangen die FCN-Fans vereint, bereits mehrere Minuten vor dem Schlusspfiff. Nach der Partie gaben Anhänger der Ultras Nürnberg den Spielern nicht nur positive Worte mit auf den Weg, sie überreichten ihnen auch Shirts mit einer aufmunternden Botschaft. „Dies ist nicht das Ende unseres Weges. Gemeinsam kommen wir wieder.“