Business Mittwoch, 23.07.2025

Sabel Realschule aus Nürnberg gewinnt den "Jenö Konrad-Cup" 2025

Fotos: Thomas Wagner

Mit einem Fußballturnier und der anschließenden Siegerehrung endete die siebte Auflage des „Jenö Konrad-Cup – Fußball trifft auf Geschichte“ am Sportpark Valznerweiher. Gewinner ist die Sabel Realschule aus Nürnberg. Der „Jenö Konrad-Cup“ in Gedenken an den ehemaligen jüdischen Club-Trainer Jenö Konrad wird seit 2018 ausgetragen. Veranstalter sind der 1. FC Nürnberg und Maccabi Nürnberg.

500 Schülerinnen und Schüler spielten am Mittwoch, 23.07.25, beim Abschlussfest des „Jenö Konrad-Cup“ Fußball am Club-Gelände, präsentierten ihre Projekte und setzten ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus. Projekt- und Gesamtsieger ist die Sabel Realschule aus Nürnberg, die von der Jury die meisten Punkte für ihre Projektarbeit erhielt.
 
„Eva“ heißt der aufwendig und professionell produzierte Film, in dem die Neuntklässler auf beeindruckende Weise einen Bezug zu Heute geschaffen haben. Eva ist Jüdin und hat mit den gleichen Problemen und Vorurteilen zu kämpfen wie der jüdische Club-Trainer Jenö Konrad über 90 Jahre vor ihr. Über eine Freundin, die Club-Fan ist, und über ein Telefonat mit Jenö Konrad findet sie den Mut, sich öffentlich gegen ihre Hater, gegen Hass und Ausgrenzung zu stellen. Zusätzlich haben die Schülerinnen und Schüler eine Aktionsseite erstellt, die neben dem Film auch den Intro-Song und Arbeitsblätter für Schulklassen enthält.

Auf Platz zwei im Projekt-Wettbewerb wählte die Jury das Private Förderzentrum Schnaittach, Platz drei belegt das Sonderpädagogische Förderzentrum Nürnberg-Langwasser.

 

Qualität, Kreativität und neue teilnehmende Schulen

„Als Jury-Mitglied durfte ich in diesem Jahr unmittelbar miterleben, wie hochwertig, vielfältig und kreativ sich die Schülerinnen und Schüler in ihren Projekten mit Antisemitismus auseinandersetzen. Die Ergebnisse haben mich sehr bewegt. Als Verein mit einer besonderen Geschichte ist es unsere Pflicht, aufzuklären, zu einen und eine klare Haltung zu zeigen. Mit dem Jenö Konrad-Cup als wichtigstem Baustein unserer politischen Bildungsarbeit geben wir diesen Anstoß Jahr für Jahr. Besonders freue ich mich, dass wir damit immer mehr Schulen und auch weit über die Nürnberger Stadtgrenzen hinaus erreichen“, sagt Peter Meier, Aufsichtsratsvorsitzender des 1. FC Nürnberg.

Erstmals war unter den elf teilnehmenden Schulen eine Bildungseinrichtung aus Unterfranken dabei, zwei Schulen aus Schwaben und der Oberpfalz beteiligten sich bereits im letzten Jahr. Neu in dieser Runde waren auch zwei Förderzentren aus Langwasser und Schnaittach.

Anatoli Djanatliev, Vorstandsvorsitzender von Maccabi Nürnberg und Vizepräsident von Makkabi Deutschland, sagt: „Der Antisemitismus in Deutschland erreicht aktuell mal wieder einen Höhepunkt. Umso erfreulicher ist es, dass die Schülerinnen und Schüler der 7. Auflage des Projekts mit kreativen Ideen gegen den Antisemitismus ein Zeichen setzen konnten. Heute freuen wir uns insbesondere auf das freundschaftliche Miteinander beim Finale und dem Highlight des diesjährigen Jenö-Konrad-Cup."

 

Fußballturnier und Graffiti am Club-Gelände

Zum sportlichen Abschluss des „Jenö Konrad-Cup“ am Sportpark Valznerweiher spielten Teams aus Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Schulen gemeinsam Fußball. Die Teamnamen orientierten sich an den sportlichen Stationen Jenö Konrads. Alle, die nicht mitkicken wollten, konnten mit den Jungs von „Farbquartier" Graffitis gestalten.
 
Wie in den vorangegangenen Jahren war die Biografie des ehemaligen jüdischen FCN-Trainers Jenö Konrad (1930 bis 1932) Ausgangspunkt beim Jenö Konrad-Cup für die Einarbeitung in das Thema Antisemitismus. Gleichzeitig widmeten sich die Schüler*innen dem jüdischen Leben im Hier und Jetzt. Sie besuchten die Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg und trafen jüdische Jugendliche und nahmen an Führungen über das NS-Reichsparteitagsgelände teil. Dadurch blieb das Thema nicht nur auf die geschichtliche Betrachtung und Wissensvermittlung beschränkt.

 

Die Gesamtsieger (Projekt + Turnier) 2025:

1. Platz: Sabel Realschule (Nürnberg)
2. Platz: Privates Förderzentrum Schnaittach
3. Platz: Egbert-Gymnasium Abtei Münsterschwarzach

Der Club und Maccabi Nürnberg danken diesen Schulen für ihre Teilnahme: Sonderpädagogisches Förderzentrum (Nürnberg-Langwasser), Melanchthon-Gymnasium (Nürnberg), Sabel Wirtschaftsschule (Nürnberg), Sabel Realschule (Nürnberg), Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium (Schwabach), Leonhart-Fuchs-Mittelschule (Wemding), Platen-Gymnasium (Ansbach), Johann-Steingruber-Realschule (Ansbach), Gymnasium Eschenbach (Eschenbach in der Oberpfalz), Privates Förderzentrum (Schnaittach), Egbert-Gymnasium Abtei Münsterschwarzach (Schwarzach am Main, Unterfranken). Alle Schülerinnen und Schüler sowie betreuenden Lehrkräfte werden im Herbst zu einem Club-Heimspiel ins Max-Morlock-Stadion eingeladen.

Ein weiteres Dankeschön geht an die Jury, bestehend aus engagierten Persönlichkeiten, die die Schulprojekte gegen Antisemitismus mit ihrer Expertise bewertet haben: Dr. Anatoli Djanatliev (Vorstand Maccabi Nürnberg und Vizepräsident Verwaltung bei Maccabi Deutschland), Victoria Hindelang (Referentin für Fanangelegenheiten bei der Deutschen Fußball Liga), Anetta Kahane (Publizistin und Gründerin der Amadeu Antonio Stiftung), Dr. Andreas Kahrs (Historiker, Gründer und Geschäftsführer der NGO „what matters“), Diana Liberova (Mitglied der SPD-Stadtratsfraktion, beruflich und privat aktiv im Bereich der Chancengerechtigkeit), Christian-Zsolt Varga (freier Journalist mit den Schwerpunkten Gesellschaft, Medien und Politik in der Ukraine, Ungarn und Osteuropa), Katharina Fritsch (Leitung Community & Membership 1. FC Nürnberg und Mitinitiatorin des Jenö Konrad-Cup) und Peter Meier (Aufsichtsratsvorsitzender 1. FC Nürnberg).

Alle Projekte werden in Kürze auf der interaktiven Lern- und Rechercheplattform www.clubgeschichte.de präsentiert.
 
Hinweis: Das Foto zeigt alle Teilnehmenden beim Finale des "Jenö Konrad-Cup" 2025 am Sportpark Valznerweiher.


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