Profis Interview Donnerstag, 13.03.2014

René Adler: "Es wird ein brutal wichtiges Spiel"

René Adler ist Torwart beim Hamburger SV. Vor dem Spiel gegen den Club sprach er mit fcn.de über das anstehende Duell, die Herausforderungen des Abstiegskampfs und seine Sicht auf den HSV.

Foto: Picture Alliance

fcn.de: Der 1. FC Nürnberg ist nach einer glücklosen Hinrunde ohne Sieg erfolgreich in die Rückrunde gestartet und hat inzwischen die Abstiegsränge verlassen. Wie bewerten Sie aus der Ferne die Entwicklung des Club?

René Adler: Der Club hat unter Trainer Verbeek deutlich an Stabilität gewonnen. Doch auch zuvor kann ich mich an viele Spiele erinnern, in denen es sehr knapp war. Die Mannschaft hat sich, genau wie wir, für die guten Leistungen nicht belohnt, da fehlte oftmals das letzte Quäntchen Glück. Dies ist nun anders und das Ergebnis harter Arbeit. Ich bin überzeugt davon, dass sich harte Arbeit früher oder später immer auszahlt und in den Ergebnissen widerspiegelt. Und mit jedem Erfolg kommt dann auch Selbstvertrauen dazu.

fcn.de: Der 1. FC Nürnberg ist für den HSV ein direkter Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt. Ist für den HSV deshalb im anstehenden Heimspiel ein Sieg Pflicht?

René Adler: Ich will mich nicht hinstellen und sagen, wir müssen dieses Spiel gewinnen. Aber wenn man auf die Tabelle schaut, dann sieht man ganz klar, dass wir mit einem Sieg an einem direkten Konkurrenten vorbeiziehen und den Relegationsplatz verlassen können. Das sollte ein enormer Ansporn sein. Es wird ein brutal wichtiges Spiel, bei dem es sicher etwas rauer zugehen wird.

fcn.de: Sie sind seit 2012 in Hamburg. Ihr erstes Bundesliga-Spiel für den HSV haben Sie gegen den 1. FC Nürnberg bestritten. Der Club gewann damals mit 1:0. Welche Erinnerungen verbinden Sie sonst mit dem 1. FC Nürnberg, was fällt Ihnen zum 1. FCN spontan ein?

René Adler: Ich nehme den Club als einen Verein wahr, der es durch geschickte Transfers und Weiterentwicklung von Spielern, immer wieder schafft, eine sehr homogene und ausgeglichene Mannschaft zusammenzustellen. Auch wenn in den vergangenen Jahren viele gute Spieler den Verein verlassen haben, ist es den Verantwortlichen immer wieder gelungen, diese Lücken zu schließen. Das zeugt von viel Qualität.

fcn.de: Mit dem Thema Abstiegskampf hatten Sie persönlich vor dieser Saison nicht viel zu tun. Inwieweit entscheidet sich Ihre Rolle als Führungsspieler im Abstiegskampf von der, wenn Sie beispielsweise um Plätze im europäischen Wettbewerb spielen?

René Adler: Wenn man weiter oben steht und in einem positiven Kreislauf ist, dann gehen viele Dinge von alleine. Dann denkt man nicht viel nach, dann macht man einfach, spielt mehr aus dem Instinkt, was primär immer das Bessere ist. Nun sind wir aber in einer Situation, in der wir nicht mit so viel Leichtigkeit gesegnet sind. Das wissen wir und müssen es auch annehmen. Wir sind in einer sehr großen Drucksituation, da zählen andere Tugenden. Da muss man großen Willen haben und brutal viel Laufbereitschaft zeigen. Bei zu viel Wille ist aber die Gefahr da, dass man verkrampft. Das darf nicht passieren. Da ist ein bisschen Gefühl gefragt, die richtigen Worte zu finden. Bei allem Druck zum Beispiel nicht den Spaß zu vergessen. Das ist der Schlüssel, wie man unten rauskommt. Das versuche ich zu vermitteln und mir auch selber zu sagen.

fcn.de: Aktuell kämpft der HSV um den Klassenerhalt. Vor der Saison zählte man den Verein eigentlich nicht zu den Abstiegskandidaten. Wie müsste die Saison enden, damit man trotzdem mit dieser Spielzeit zufrieden sein könnte?

René Adler: Die vielen Themen im und außerhalb des Klubs, unser Tabellenplatz und unsere Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, haben dazu beigetragen, dass es in den vergangenen Wochen und Monaten zu recht sehr unruhig war. Für uns gibt es deshalb nur ein Ziel. Und das ist mit aller Kraft den 15. Tabellenplatz zu erreichen, auch wenn wir uns das am Anfang der Saison natürlich anders vorgestellt hatten.

fcn.de: Nach der Saison steht die Weltmeisterschaft in Brasilien an. Sie dürfen sich gute Chance ausrechnen, dabei zu sein. Wäre die Teilnahme ein Karriere-Höhepunkt, gerade nachdem Sie die WM 2010 verletzungsbedingt verpasst haben?

René Adler: Jeder Einsatz für die Nationalmannschaft ist eine Auszeichnung und eine Bestätigung der gezeigten Leistung. Bei einer Weltmeisterschaft mitzuspielen, ist für jeden Nationalspieler aber noch einmal ein besonderer Höhepunkt, weil es nur alle vier Jahre stattfindet und man sich mit den besten Mannschaften der Welt messen kann.

Spieldaten

25. Spieltag, Bundesliga 2013/2014
2 : 1
Hamburger SV
80. Hakan Calhanoglu 1:0
86. Mike Frantz (Eigentor) 2:0
1. FC Nürnberg
90. Josip Drmic 2:1
Stadion
Imtech Arena
Datum
16.03.2014 14:30 Uhr
Schiedsrichter
Marco Fritz
Zuschauer
52183

Aufstellung

Hamburger SV
18466 - Diekmeier, Djourou, Mancienne, 18466 - Badelj, Arslan (88. Rincon), Calhanoglu, Ilicevic (85. Jiracek), 18466 (82. 18466) - Zoua
Reservebank
Neuhaus, Tah, Bouy, Jiracek, Rincon, 18466, John
Trainer
Mirko Slomka
1. FC Nürnberg
Schäfer - Angha (62. Balitsch), Petrak, Pinola (82. Pekhart), Plattenhardt - Frantz, Mak (68. Campaña), Feulner, Kiyotake, Hloušek - Drmic
Reservebank
Rakovsky, Pogatetz, Balitsch, Campaña, Stark, Colak, Pekhart
Trainer
Gertjan Verbeek

Ereignisse

38. min Spielstand: 0:0
Marvin Plattenhardt

62. min Spielstand: 0:0
Hanno Balitsch kommt für Martin Angha

68. min Spielstand: 0:0
José Campaña kommt für Robert Mak

80. min Spielstand: 1:0
Hakan Calhanoglu

82. min Spielstand: 1:0
18466 kommt für 18466

82. min Spielstand: 1:0
Tomas Pekhart kommt für Javier Pinola

85. min Spielstand: 1:0
Jiracek kommt für Ivo Ilicevic

86. min Spielstand: 2:0
Eigentor: Mike Frantz

88. min Spielstand: 2:0
Tomas Rincon kommt für Tolgay Arslan

90.(+1) min Spielstand: 2:1
Josip Drmic

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