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Profis Dienstag, 21.07.2020

Paul Besong: "Viel Freizeit habe ich momentan nicht"

Foto: Sportfoto Zink

Vor knapp einem Jahr wechselte Paul Besong aus Dortmund an den Valznerweiher. Der Angreifer kann auf eine ereignisreiche erste Spielzeit beim FCN zurückblicken - mit Höhen und Tiefen.

fcn.de: Servus Paul. Du hast dir im Mai einen Kreuzbandriss zugezogen und befindest dich aktuell in der Reha. Die wichtigste Frage deshalb natürlich zuerst: Wie geht’s dir?

Paul Besong: Sehr gut. Ich bin jetzt seit rund zwei Monaten in der Reha und man sagt mir, dass ich sehr gut im Plan bin. Ich habe keinerlei Schmerzen und kann auch schon viele Übungen ausführen, die man eigentlich etwas zurückgestellt hätte oder die man erst später mit mir durchgeführt hätte. Es läuft echt gut, muss ich sagen.

fcn.de: Durch die Verletzung bist du zum Zuschauen gezwungen. Wie hast du den Wahnsinn in der Relegation erlebt?

Paul Besong: Als Ingolstadt plötzlich 3:0 geführt hat, war das natürlich ein Schock. Es waren aber noch zwanzig Minuten auf der Uhr und ich war mir sicher, dass wir noch das Tor machen. In den letzten Minuten wurde ich extrem nervös. Beim Tor bin ich dann ausgeflippt vor Freude und in der Wohnung herumgesprungen, so wie die Mannschaft das auf dem Platz gemacht hat. Es war nicht das beste Spiel, aber die Jungs haben nie aufgehört, etwas zu versuchen. Nach einer schweren Saison, mit dem Rücken zur Wand, nochmal zurückzuschlagen – das zeigt auch den Charakter der Mannschaft.

fcn.de: Du bist seit dem vergangenen Sommer Teil dieser Mannschaft. Wie ist dir die Eingewöhnung nach deinem Wechsel von Dortmunds U19 zum Club gelungen.

Paul Besong: Das hat wirklich sehr gut funktioniert. Es ist zwar das erste Mal, dass ich von zuhause weg bin, und dann auch noch so weit, aber dadurch, dass ich so viel am Trainingsgelände mit der Mannschaft war, ist es mir leichtgefallen. Jeder war extrem nett und hilfreich, falls ich mal irgendwas brauchte. So ist mir die Eingewöhnung schnell gelungen. Ich fühle mich echt wohl.

fcn.de: Wie blickst du auf dein erstes Jahr in Nürnberg zurück?

Paul Besong: Ich persönlich finde, dass ich mich definitiv sehr weiterentwickelt habe. Ich habe viel dazugelernt, da es doch einen sehr großen Unterschied zwischen Jugend- zum Herrenfußball gibt. Das Tempo ist viel höher. Manche Abläufe, die in der Jugend geklappt hätten, klappen hier nicht mehr. So konnte ich einiges dazulernen. Auf die Saison bezogen habe ich nicht viel gespielt, aber das ist auch relativ normal für einen jungen Spieler wie mich.

fcn.de: Du hast fast durchweg mit den Profis trainiert. Was konntest du dir von den Kollegen abschauen?

Paul Besong: Vor allem bei den anderen Stürmern habe ich schon genau hingeschaut. Wie bewegen sie sich? Welche Laufwege machen sie? Da habe ich vorher manche Dinge eher unbewusst gemacht. Von Michi Frey habe ich mir beispielsweise auch den einen oder anderen Trick abgeschaut, wie man sich als Stürmer besser orientieren und positionieren kann.

fcn.de: Für die, die dich noch nicht so genau kennen: Wie würdest du dich als Spielertypen beschreiben?

Paul Besong: Ich würde sagen, dass ich bin robuster, typischer Mittelstürmer bin. Ich sehe meine Stärken im Dribbling und meiner Schnelligkeit, immer mit dem Gesicht zum Tor. Außerdem denke ich, dass ich Bälle festmachen kann. Als junger Spieler habe ich definitiv Schwächen, an denen ich viel arbeiten muss. Manchmal verliere ich noch zu leichtfertig den Ball und habe auch noch nicht die Ruhe vor dem Tor wie erfahrene Stürmer. Und als Angreifer brauchst du auch einen guten Kopfball. Daran habe ich in den vergangenen Monaten schon viel gearbeitet, auch mit individuellem Training.

fcn.de: Deine Verletzung hat dich leider zurückgeworfen. Worauf liegt kurz- und mittelfristig der Fokus?

Paul Besong: Erstmal will ich wieder richtig gesundwerden und dann im neuen Jahr wieder richtig angreifen. Allzu weit möchte ich noch nicht nach vorne schauen, aber klar erhoffe ich mir, dass ich hier meine Spielanteile bekomme, wenn ich wieder fit bin und gut trainiere.

fcn.de: So eine schwerwiegende Verletzung ist nicht nur physisch, sondern auch psychisch eine große Belastung. Wie gehst du mental damit um?

Paul Besong: Ich habe einen Anker und der ist auf jeden Fall meine Familie. In der Vergangenheit hatte ich schon mal eine Verletzung, mit der ich lange raus war. Da hat mir auch meine Familie Rückhalt gegeben und mir deutlich gemacht, dass es nichts bringt, sich Druck zu machen. Natürlich ist es niemals schön, eine Verletzung zu erleiden, aber ich weiß damit umzugehen und, dass negative Gedanken den Heilungsprozess behindern können.

fcn.de: Wie sieht momentan dein Tagesablauf aus?

Paul Besong: Vor der Verletzung stand ich täglich auf dem Platz und habe trainiert. Jetzt ist es so, dass ich meistens schon um 9 Uhr morgens in Donaustauf antrete und sehr viele Behandlungen bekomme. Mit den Trainingseinheiten geht’s dann meistens bis etwa 17 Uhr. Danach noch ein paar Regenerationsmaßnahmen. Viel Freizeit habe ich momentan nicht. (lacht)

fcn.de: Wann kann man wieder mit dir auf dem Platz rechnen?

Paul Besong: Schwierige Frage. Ich habe mir ungefähr den Spätherbst oder Winter vorgestellt, aber ich will auf keinen Fall etwas überstürzen. Ich habe keinen Zeitdruck. So eine Verletzung muss man vernünftig auskurieren, deswegen sollte man da auch nicht zu früh auf volle Belastung gehen.