Business Dienstag, 27.01.2026

!Nie wieder

Am heutigen 27. Januar wurde vor 81 Jahren das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit. Jedes Jahr rund um diesen Tag gedenkt der deutsche Fußball gemeinsam mit der Initiative „!Nie wieder“ der im Nationalsozialismus verfolgten, deportierten und ermordeten Menschen. Der 1. FC Nürnberg ist sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Gemeinsam mit seinen Fans betreibt er aktive Erinnerungsarbeit und motiviert alle dazu, Haltung zu zeigen.

Das Heimspiel gegen Preußen Münster (Freitag, 30.01.26, Anstoß: 18.30 Uhr) nutzt der 1. FC Nürnberg vor Anpfiff auch für ein gemeinsames Gedenken. Mit engagierten Menschen aus dem Club-Umfeld und der Gewinner-Klasse des Jenö Konrad-Cup 2025 aus der Sabel-Realschule (zum Siegerprojekt „Eva“ geht’s HIER) unterstützen wir die Initiative „!Nie wieder“ über Statements im Stadionprogramm.

Sport ist und war nie unpolitisch, auch der Club war und ist es nicht. Er wirkte im Gegenteil während der Zeit des Nationalsozialismus aktiv an der Entrechtung jüdischer Vereinsmitglieder mit. Am 30. April 1933 hatte der 1. FCN schon kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland in vorauseilendem Gehorsam 142 seiner Mitglieder von der Mitgliederliste gestrichen, nur weil sie Juden waren.

„Heulen mit den Wölfen“ von Bernd Siegler

Club-Historiker Bernd Siegler hat die Biografien der 142 ausgeschlossenen jüdischen Mitglieder recherchiert und sie in den Mittelpunkt des vom 1. FCN herausgegebenen Buches „Heulen mit den Wölfen – Der 1. FC Nürnberg und der Ausschluss seiner jüdischen Mitglieder“ gestellt. Sie erhalten damit erstmals nicht nur einen Namen, sondern auch eine Geschichte und ein Gesicht. Dies macht die jährliche Stolpersteinverlegung für die ausgeschlossenen jüdischen Club-Mitglieder – immer am 30. April – erst möglich.

Mit zwei Stolpersteinen, einer davon vor der Nordkurve des Max-Morlock-Stadions, wird auch dem jüdischen Club-Trainer Jenö Konrad gedacht. Jenö Konrad trainierte den 1. FCN von 1930 bis 1932, bis er, getrieben durch Julius Streichers antisemitisches Hetzblatt („Der 1. FC Nürnberg geht am Juden zugrunde“), Nürnberg und seine Mannschaft mitten in der Nacht verlassen musste, um sein Leben und das seiner Familie zu retten. Die Stolpersteine für Jenö Konrad verdankt der Club auch dem beharrlichen Engagement von Marika Schönfeld, Lehrerin am Sonderpädagogischen Förderzentrum Jean-Paul-Platz, mit ihren Schülerinnen und Schülern. Immer um den Jahrestag der Auschwitz-Befreiung putzen die Schülerinnen und Schüler Konrads Stolpersteine.

Zu Ehren von Jenö Konrad veranstaltet der Club zusammen mit Maccabi Nürnberg jährlich den „Jenö Konrad-Cup – Fußball trifft auf Geschichte“ (Zu Clubgeschichte.de – die Geschichtswerkstatt des 1. FC Nürnberg), bei dem sich Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse intensiv mit Antisemitismus, Demokratie und Zivilcourage auseinandersetzen und mit ihren Projektarbeiten gemeinsam mit dem Club ein Zeichen setzen. Die aktuelle Runde 2026 startet in Kürze.

Zentrale Kundgebung zur Kommunalwahl am 7. Februar 2026

Der Blick in die Geschichte zeigt: Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Und fast immer, wenn die Demokratie unter Druck gerät, geht dies einher mit antisemitischen Tendenzen. Über sein jahrelanges Engagement in der Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg ruft der Club zur Teilnahme an der Kundgebung am 7. Februar 2026 auf. Die zentrale Kundgebung zur Kommunalwahl unter dem Motto „Demokratie. Ohne Alternative!“ beginnt um 16 Uhr auf dem Nürnberger Kornmarkt.


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