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Profis Mittwoch, 17.07.2019

Neue Regeln: Sinnvoll, logisch, unnötig

Foto: Sportfoto Zink

Zur Saison 2019/2020 gibt es einige Änderungen und Neuheiten bezüglich der Fußball-Regeln. Das International Football Association Board traf sich zum 133. Annual General Meeting und schraubte an einigen Regelungen, um das Fußballspiel noch besser zu machen. fcn.de hat für eine Übersicht, welche Neuheiten auf den Club in der nächsten Saison zukommen und wie Club-Co-Trainer Fabian Gerber diese einschätzt.

Diskussionen über Handspiel, Videobeweis und strittige Schiedsrichterentscheidungen gab es in der abgelaufenen Saison 2018/2019 zu genüge. Man denke nur zurück an das aberkannte Tor des Club-Kapitäns Hanno Behrens gegen den FC Schalke 04. Einige Regelungen wurden nun modifiziert, um für mehr Klarheit zu sorgen. Co-Trainer und Ex-Profi Fabian Gerber findet einige Neuheiten sinnvoll, manch eine Änderung kann er dagegen nicht ganz nachvollziehen.

  • Auswechslung

Mit einer Änderung der Auswechsel-Regel will das IFAB die Spiele schneller machen und dem oft gesehenen Zeitspiel der Spieler entgegenwirken. So müssen ausgewechselte Spieler das Feld an der nächstgelegenen Begrenzungslinie verlassen. Der lange Weg zur Mittellinie und der Trainerbank wird dadurch vermieden.

"Diese Neuheit finde ich prinzipiell gut, weil sich die Mannschaft, die vorne liegt oder sich einen Punkt erkämpft hat, gerade in der Schlussphase gerne viel Zeit lässt", erklärt Gerber.

  • Disziplinarmaßnahmen für Funktionäre

Für mehr Disziplin am Spielfeldrand soll die Regeländerung bezüglich der Disziplinarmaßnahmen sorgen. Auf gut deutsch: Canadi, Orie und Co. können genauso wie die Spieler Gelbe und Rote Karten erhalten. Die bisherigen mündlichen Verwarnungen werden nun also auch für die Stadionbesucher per Gelbe Karte sichtbar, mit einer Roten Karte muss der betroffene Trainer oder Betreuer den Innenraum des Max-Morlock-Stadion verlassen und wird auf die Tribüne geschickt. Ist nicht eindeutig, wer regelwidrig gehandelt hat, erhält der Cheftrainer stellvertretend die Strafe.

Gerber sieht die Disziplinarmaßnahmen für Funktionäre kritischer: "Man sollte beachten, wie sich Funktionäre verhalten und im Nachhinein sanktionieren. Es dauert einfach, bis der Schiedsrichter extra raus läuft und Karten verteilt, da wären wir wieder bei dem Thema Zeit.“

  • Münzwurf

Vor Beginn des Spiels durfte sich der Gewinner des Münzwurfs bislang aussuchen auf welcher Seite seine Mannschaft anfangen will, der Gegner hatte Anstoß. Gewinnt Kapitän Hanno Behrens nun den Münzwurf, darf er selbst entscheiden, ob er sich eine Seite aussucht oder der Club den Anstoß bevorzugt.

  • Schiedsrichterball

In einigen Fällen kam es bereits vor, dass der Schiedsrichter durch eine unfreiwillige Berührung des Balles den Spielverlauf beeinflusste. Dies wird ab Sommer nicht mehr passieren: Wird der Referee vom Ball getroffen und verschafft dem Club oder seinem Gegner damit einen Vorteil, kann er das Spiel unterbrechen und es folgt ein Schiedsrichterball. Hierbei wird es keinen Zweikampf mehr geben: Die Mannschaft, die zuletzt in Ballbesitz war, erhält ihn wieder.

  • Rückpass-Regeländerung

Bislang durften Torhüter kontrollierte Rückpässe eines Teamkollegen nicht mit der Hand spielen. Nun hat das IFAB die Definition von ‚Kontrolle‘ modifiziert: Könnte Keeper Christian Mathenia den Rückpass nur unkontrolliert klären oder tut sich schwer, den Ball überhaupt zu erreichen, darf er den verunglückten Pass mit der Hand aufnehmen.

"Die alte Regel sah klar vor, dass der Torwart bei einem Rückpass nicht mit der Hand hin darf, außer es ist ein unbeabsichtigter Querschläger. Diesbezüglich gab es in der Vergangenheit auch kaum Diskussionen. Diese Neuheit bringt eher Unsicherheiten in die sonst eindeutige Regelung, das halte ich für weniger sinnvoll", lautet die Einschätzung Gerbers.

  • Änderung der Freistoß-Regel

Gibt es einen Freistoß und der Schiedsrichter bestraft den foulenden Spieler mit einer Karte, war der Ball bislang gesperrt und der Freistoß durfte erst ausgeführt werden, sobald der Referee wieder anpfeift. Ab der neuen Saison darf die Mannschaft ihren Freistoß jedoch sofort ausführen, der Schiedsrichter zeigt die Karte erst in der nächsten Spielunterbrechung.

  • Abstoß / Freistoß im eigenen Strafraum

Beim Abstoß oder Freistoß im eigenen Strafraum musste der Ball nach den alten Regelungen den Strafraum verlassen, ehe ein Mitspieler eingreifen darf. Laut Gerber ist "diese unnötige Regel endlich weg", denn die Mitspieler dürfen den Ball nun auch innerhalb des Strafraums annehmen. "Es war immer etwas kompliziert, dass die Jungs den Ball nicht innerhalb des Strafraumes annehmen dürfen. Diese Neuheit macht das Spiel ein bisschen einfacher und logischer", so der FCN-Co-Trainer.

  • Mauer

Nur eine kleine Änderung gibt es hinsichtlich der Mauer-Regel. Ist der FCN die verteidigende Mannschaft, dürfen auch nur Cluberer in der eigenen Mauer stehen. Spieler der gegnerischen Mannschaft dürfen sich nur mit in die Mauer stellen, wenn sie aus weniger als drei Nürnbergern besteht. Andernfalls gilt für die angreifende Mannschaft der Mindestabstand von einem Meter.

Gerber: "Wenn mehr als drei Spieler in der Mauer sind, macht es für die angreifende Mannschaft schon Sinn, zu versuchen die Sicht des Torhüters zu verdecken. Die Änderung hätte nicht zwingend sein müssen, aber sie ist nachvollziehbar. So ist es für das Schiedsrichtergespann übersichtlicher, unnötige Fouls werden durch das fehlende Gerangel in der Mauer vermieden.“

  • Elfmeter

Bislang musste der Torhüter beim Strafstoß mit beiden Fußspitzen auf der Torlinie stehen. Nun ist es regelkonform, wenn nur ein Teil seines Fußes auf oder hinter der Linie steht. Vergangene Saison hatte der Club seine Schwierigkeiten am Elfmeterpunkt, Fabian Gerber sieht in dieser Regeländerung einen Vorteil für den Schützen: „Die Torhüter verkürzen gerne den Winkel, indem sie ein bis zwei Schritte nach vorne gehen. Das dürfen sie jetzt nicht mehr.“

  • Handspiel

Zur Handspielregel gab es einigen Diskussionsstoff, nun hat das IFAB versucht, Klarheit in die Regelung zu bringen. Ab der Saison 2019/2020 gilt: Tore, die per Hand oder Arm erzielt wurden, werden generell nicht gezählt. Zudem wird nicht nur das absichtliche Handspiel geahndet, sondern auch die unnatürliche Vergrößerung der Körperfläche.

„Dass Tore, die mit der Hand erzielt wurden, abgepfiffen werden, ist vollkommen richtig. Ich finde man sollte zudem differenzieren, ob der Spieler absichtlich mit der Hand hingeht und wo die Hand ist. Klar ist das extrem schwierig und Auslegungssache. Ich finde es nicht gut, wenn prinzipiell jedes Handspiel gepfiffen wird, die Schiedsrichter sollten einen bestimmten Handlungsspielraum haben. Diesbezüglich wird es aber sicherlich in Jahren noch Streit geben“, findet Gerber.