Diese Webseite verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

OK
Profis Hintergründe Mittwoch, 17.06.2020

Nachbericht Wiesbaden: "Noch ist nichts erreicht"

Foto: Sportfoto Zink

Der Club nach dem Erfolg in Wiesbaden: Freude und Erleichterung auf der einen Seite, Fokussierung auf die nächsten Aufgaben auf der anderen.

  • Die Nachbetrachtung

Die Voraussetzungen für den Start in den Saisonendspurt waren vor dem Duell beim SV Wehen Wiesbaden, nunja, doch eher bescheiden: Noch ohne Sieg nach der Corona-Pause, das Derby verloren, erst vier Treffer erzielt, auf einen Relegationsplatz abgerutscht und nur noch zwei Punkte Puffer auf einen direkten Abstiegsrang. So blickten einige Betrachter mit einem mulmigen Gefühl auf die Partie beim direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt, und die Mannschaft fuhr mit reichlich Druck nach Hessen.

Am Ende löste das Keller-Team die knifflige Aufgabe allerdings mit Bravour. 6:0 gewann der Club in Wiesbaden, feierte damit – zusammen mit zwei weiteren 6:0-Erfolgen 1979 und 1984 - den höchsten Liga-Sieg seit Einführung der Bundesliga und baute den Vorsprung auf Wiesbaden zwei Spieltage vor Saisonende auf fünf Zähler aus. „Nach den letzten Wochen tut das unheimlich gut“, gab Jens Keller nach Spielende einen kurzen Einblick in sein Gefühlsleben. „Wir sind schon ein bisschen erleichtert.“

Doch trotz des „auch in der Höhe verdienten“ Sieges, wollte der Club-Coach nicht in Euphorie verfallen und mahnte deshalb nach der 1:0-Führung „zu viele einfache Ballverluste“ an, die Wiesbaden die eine oder andere Torchance ermöglichten. Und so „war bis zu unserem vierten Tor schon die Anspannung da, dass Wiesbaden mit einem Anschlusstreffer nochmal Schwung bekommt“, gab Keller zu.

Doch nach der Pause kontrollierte der Club das Geschehen, ließ defensiv nichts mehr zu und sorgte vorne nach vielen mageren Wochen endlich für die, auch mit Hinblick auf die Tordifferenz, so wichtigen Treffer – allen voran Robin Hack. „Er ist ein Spaßspieler, dem ich jederzeit alles zutraue“, lobte Keller seinen Dreierpacker, schob aber direkt hinterher: „Es ist keiner herauszuheben. Wir haben als Mannschaft komplett funktioniert.“

Dreifach-Torschütze Hack richtete den Blick ohnehin wie seine Kollegen sogleich wieder nach vorne: „Wir müssen jetzt so weitermachen und dürfen kein bisschen nachlassen.“

  • Das sagen die Fans

Jens Kohl (via Facebook): „Mein erstes Spiel vom Club bei dem ich traurig war als der Schlusspfiff kam, ohne dass wir zurücklagen. Klasse gemacht, Jungs.“

@sarahwhvr (via Twitter): „Man kann jetzt sagen, was man will: Hätte früher so laufen müssen, hätte doch auch schon von Anfang an so klappen können. Hätte, hätte. Ich weiß schon, warum ich diesen Verein trotz all der nervenaufreibenden Zeiten so liebe.“

@TR7583 (via Twitter): „Ich freue mich! Aber noch ist nichts erreicht. Ich freue mich dann richtig, wenn wir am 34. Spieltag mindestens auf Platz 15 stehen.“

  • Das sagen die Medien

Kicker.de: „Nürnberg gelang beim Abstiegsduell in Wiesbaden mit einem 6:0-Kantersieg der erste Dreier nach dem Re-Start und ein Befreiungsschlag. Der Club erwischte einen Frühstart, ehe der SVWW mehrmals am Ausgleich schnupperte. Dann aber erhöhte der effiziente FCN bis zum Pausenpfiff auf 3:0. Spätestens mit dem vierten Treffer der Franken nach einer knappen Stunde war die Partie gelaufen.“

BILD: „Nürnberg gewinnt sein erstes Abstiegs-Endspiel mit sage und schreibe 6:0 gegen den direkten Konkurrenten Wehen Wiesbaden. Eine totgeglaubte Truppe in einer verzweifelten Situation legt einen granatenstarken Auftritt hin. Respekt.“

  • Ausblick

Fünf Punkte Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz hat sich der Club erarbeitet, doch „noch ist nichts erreicht“, wie Keller betont. „Wir haben noch zwei schwere Spiele vor der Brust, auf die wir jetzt den Fokus richten.“ Im letzten Heimspiel der Saison empfängt der FCN am kommenden Sonntag um 15.30 Uhr den VfB Stuttgart, eine Woche später geht es zum Saisonfinale zu Holstein Kiel.

Nicht dabei sein wird gegen den VfB Patrick Erras. Der Mittelfeldmann erhielt seine 5. Gelbe Karte und ist damit zum Zuschauen gezwungen. Mit von der Partie sein könnte dagegen wieder Dinos Mavropanos, der in Wiesbaden mit muskulären Problemen pausierte. Fabian Nürnberger ist nach seiner Muskelverletzung derweil wieder ins Mannschafstraining eingestiegen und könnte gegen die Schwaben womöglich ebenfalls wieder eine Option sein. Oliver Sorg und Georg Margreitter erlitten in Wiesbaden jeweils eine Knieprellung. Die nächsten Tage werden zeigen, inwieweit das Duo dadurch gehandicapt ist.

Spieldaten

32. Spieltag, 2. Bundesliga 2019/2020
0 : 6
SV Wehen Wiesbaden
1. FC Nürnberg
7. Robin Hack 0:1
38. Asger Sörensen (Kopfball) 0:2
41. Hanno Behrens (Kopfball) 0:3
58. Asger Sörensen 0:4
65. Robin Hack 0:5
83. Adam Zrelak 0:6
Stadion
Brita-Arena
Datum
16.06.2020 18:30 Uhr
Schiedsrichter
Daniel Schlager
Zuschauer
noch unbekannt

Aufstellung

SV Wehen Wiesbaden
Lindner - Mockenhaupt - Gül - Röcker (46. Tietz) - Mrowca - Schwede - Lorch (72. Ajani) - Titsch-Rivero - Aigner (72. Kuhn) - Kyereh (62. Niemeyer) - Schäffler
Reservebank
Watkowiak, Franke, Kuhn, Medic, Niemeyer, Ajani, Dittgen, Schönfeld, Tietz
Trainer
Rüdiger Rehm
1. FC Nürnberg
Mathenia - Sorg (52. Valentini) - Sörensen - Margreitter - Handwerker - Erras (71. Lohkemper) - Geis - Dovedan (71. Schleusener) - Behrens (71. Gnezda Cerin) - Hack (77. Zrelak) - Frey
Reservebank
Dornebusch, Heise, Mühl, Valentini, Gnezda Cerin, Ishak, Lohkemper, Schleusener, Zrelak
Trainer
unbekannt

Ereignisse

7. min Spielstand: 0:1
Robin Hack

19. min Spielstand: 0:1
Patrick Erras

38. min Spielstand: 0:2
Asger Sörensen

41. min Spielstand: 0:3
Hanno Behrens

46. min Spielstand: 0:3
Phillip Tietz kommt für Benedikt Röcker

52. min Spielstand: 0:3
Enrico Valentini kommt für Oliver Sorg

58. min Spielstand: 0:4
Asger Sörensen

60. min Spielstand: 0:4
Daniel-Kofi Kyereh

62. min Spielstand: 0:4
Michel Niemeyer kommt für Daniel-Kofi Kyereh

65. min Spielstand: 0:5
Robin Hack

71. min Spielstand: 0:5
Felix Lohkemper kommt für Patrick Erras

71. min Spielstand: 0:5
Fabian Schleusener kommt für Nikola Dovedan

71. min Spielstand: 0:5
Adam Gnezda Cerin kommt für Hanno Behrens

72. min Spielstand: 0:5
Moritz Kuhn kommt für Stefan Aigner

72. min Spielstand: 0:5
Marvin Ajani kommt für Jeremias Lorch

77. min Spielstand: 0:5
Adam Zrelak kommt für Robin Hack

83. min Spielstand: 0:6
Adam Zrelak