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Profis Montag, 18.05.2020

Nachbericht St. Pauli: "Wir sind definitiv selber schuld"

Foto: Sportfoto Zink

Mit einem Erfolgserlebnis wollte der Club seinen Restart eröffnen, am Ende überzeugte die Keller-Elf zwar, fuhr aber dennoch mit leeren Händen nach Hause.

  • Die Nachbetrachtung:

Ein „phasenweise herausragendes Auswärtsspiel“ (BILD), eine Leistung, die „trotzdem Mut macht“ (kicker): Blättert man am Tag nach dem Auswärtsspiel durch die Spielberichte des Club-Auftritts beim FC St. Pauli, wird einem erneut vor Augen gehalten, wie unnötig doch diese Punktverluste zum Restart-Auftakt eigentlich waren.

Die Zuschauer an den Empfangsgeräten sahen von Beginn an einen selbstbewusst auftretenden 1. FC Nürnberg, der zum einen defensiv weitestgehend sicher stand, zum anderen sogar offensiv spielerische Höhepunkte darbot. Die Frage nach der Form, mit der die Club-Akteure aus der wochenlangen Pause kommen würden, sie wich schnell einer  zwischenzeitlichen Erleichterung ob des an sich starken Spiels bis zum Seitenwechsel. Das rang auch dem Cheftrainer nach der Partie ein Lob ab. „Ich war sehr beeindruckt von meiner Mannschaft, sie hat in den ersten 45 Minuten ein tolles Spiel gemacht.“ Einziger Kritikpunkt einer guten ersten Hälfte war die mangelhafte Chancenverwertung. "Wir hatten das Spiel komplett in der Hand, hatten große Torchancen. Wenn wir die Chancen nutzen, gehen wir mit einem anderen Gefühl in die Halbzeit", ärgerte sich Nürnberger im Anschluss.

Um den Lohn gebracht

Ein kleiner, buchstäblicher Ausrutscher ließ die Partie schließlich kippen. Nach dem Platzverweis an Mathenia lieferte sich der Club mit den Kiezkickern zwar weiterhin ein Duell auf Augenhöhe. Eine Unterzahl auf der einen beziehungsweise eine Überzahl auf der anderen Seite war optisch zumindest kaum zu erkennen, wenngleich die Keller-Elf nun deutlich vorsichtiger in den Angriff ging.

Symptomatisch für die bisherige Saison war dann, dass die Hamburger am Ende trotzdem alle Punkte in der Hansestadt behielten, weil der Club sich abermals um den in dieser Saison viel zitierten Lohn brachte. „Wir sind heute der glückliche Gewinner“, betonte daher selbst FCSP-Coach Jos Luhukay nach dem Spiel. Auf den Punkt brachte es am Ende des Tages der Cheftrainer: "Wir sind definitiv selber schuld."

  • Das sagen die Fans:

Thorsten Totton Schlögl (via Facebook): „Mal ehrlich.. hab schon schlechtere Spiele diese Saison gesehen vom Club,aber diese Chancenverwertung ist einfach der Wahnsinn nach der roten Karte war fast klar wie es kommt. leider“

Lukas Doser (via Facebook): „Also viel schlimmer hätte der Re-Start nicht laufen können .. alle da unten haben gepunktet.. wirklich alle. Nur wir eben (wieder) nicht. Es müssen jetzt dringend mal ein paar Spiele am Stück gewonnen werden!“

  • Das sagen die Medien:

Kicker: „‘Der Club is a Depp‘ heißt es im fränkischen Volksmund. Wer diese fatalistisch-pessimistische Weisheit einem Laien erklären möchte, kann das Spiel beim FC St. Pauli als Lehrfilm zuhilfe nehmen.“

Nürnberger Zeitung: „Auch Kellers Kollege Luhukay überschlug sich hinterher fast in der Beurteilung der Nürnberger („sehr gut verteidigt“; „sehr schnell umgeschaltet, „drei bis vier Möglichkeiten, um in Führung zu gehen“). Und so mussten sie sich nicht wundern, dass es noch die Höchststrafe gab für den lange durchaus ansehnlichen, aber äußerst ineffizienten Auftritt; einen fürchterlichen Fehlpass Heises in der Vorwärtsbewegung nutzte Sankt Pauli in Person von Gyökeres sechs Minuten vor Schluss aus“

  • So geht’s weiter:

Weil die Konkurrenz an diesem Wochenende fleißig Punkte sammelte, ist das Feld im Abstiegskampf deutlich näher zusammengerückt. Gerade mal ein Zähler trennt den Club vom Relegationsplatz, zwei sind es auf den Tabellensiebzehnten Karlsruhe.

Acht Spiele hat der Club für den Klassenerhalt noch vor der Brust, das nächste startet am kommenden Freitag. Um 18.30 Uhr gastiert mit dem FC Erzgebirge Aue immerhin der Tabellensechste. Die Veilchen starteten mit einem Sieg in den Restart, gewannen das Heimspiel gegen den SV Sandhausen 3:1. Definitiv nicht auf dem Platz stehen wird dann Christian Mathenia, der nach seinem Platzverweis mit einer Sperre von mehreren Partien rechnen muss.