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Profis Teamcheck Donnerstag, 14.08.2014

MSV: Angriff mit Herzstück

Der MSV Duisburg war in den 1990er Jahren Stammgast in der Bundesliga. Nach dem Abstieg in die dritte Liga bastelt Ivica Grlic nun am Wiederaufstieg in die zweite Liga.

Foto: Picture Alliance

Am 12.08.2007 strahlten die Verantwortlichen und Spieler des MSV Duisburg. Der Grund: Am ersten Spieltag der Bundesliga glückte ein Überraschungscoup. Mit 3:1 gewannen die Meidericher bei Borussia Dortmund und setzten ein Ausrufezeichen. Einige im Verein fühlten sich ein wenig an die erfolgreichen 90er Jahre erinnert, als man insgesamt sieben Jahre in der deutschen Beletage verbrachte.

Dreh- und Angelpunkt auf Duisburger Seiten an diesem Nachmittag war Ivica Grlic. Der 16-malige bosnische Nationalspieler ordnete das Spiel, lieferte die Vorlage zum 1:0 und initiierte immer wieder die gefährlichen Angriffe. Sieben Jahre später findet sich der MSV Duisburg in der dritten Liga wider.

Zwangsabstieg in die dritte Liga

Grlic ist auch heute noch das Herzstück beim MSV Duisburg. Allerdings steht der mittlerweile 39-Jährige nicht mehr auf dem Fußballfeld. Vielmehr nimmt der ehemalige Mittelfeldspieler quasi "von außen" Einfluss auf die Mannschaft. Als Manager ist er u.a. für die Kaderplanung verantwortlich.

Zwischen damals und heute musste der Meidericher Sport-Verein einige Tiefschläge verkraften. Am Ende der Saison 2007/08 stand trotz des furiosen Starts gegen den BVB der Abstieg in die zweite Liga. Insgesamt fünf Jahre hielt sich das Bundesliga-Gründungsmitglied im deutschen Unterhaus. Nach der Spielzeit 2012/13 mussten die Duisburger den bitteren Gang in die dritte Liga antreten, und das, obwohl sie sich mit Platz elf sportlich für die zweite Liga qualifiziert hatten. Wegen Problemen beim Lizenzierungsverfahren erhielt der erste Vizemeister der Bundesliga keine Zweitliga-Lizenz.

Ivica Grlic bekennt sich früh zum MSV

Mit Grlic hatten die "Zebras" noch 2011 im DFB-Pokalfinale gestanden, zuvor mit Köln und Kaiserslautern zwei Bundesligisten aus dem Wettbewerb gekegelt. Als bislang letzter Zweiligist im Endspiel verloren sie gegen den FC Schalke 04. Insgesamt stand Duisburg noch weitere drei Mal zuvor im DFB-Pokal-Finale. 1966, 1975 und 1998 mussten sich die Meidericher ebenfalls geschlagen geben. Nun also dritte Liga.

Nach dem Lizenzentzug stand Grlic vor einer ungewissen Zukunft mit dem Verein, sogar die Drittliga-Lizenz stand zeitweise auf der Kippe. Kurz vor dem Drittliga-Start erhielt Duisburg endgültig die Lizenz. Grlic, selbst Profi beim MSV von 2004-2011, überlegte nicht lange und stand auch für die dritte Liga zur Verfügung. Zu sehr hing sein Herz an den Menschen und dem Verein in der Stadt an der Ruhr-Rhein-Mündung.

Neue Mannschaft innerhalb von elf Tagen

Das Problem: Innerhalb von nur elf Tagen musste der Manager Grlic eine neue Mannschaft und einen Trainer finden. Umso erstaunlicher, dass sich die Mannschaft, die bei der Gründung der Bundesliga noch als Meidericher Spielverein von 1902. e.V. auflief, am Ende auf dem siebten Platz wiederfand. Für die "Zebras", die erst 1967 in den MSV Duisburg unbenannt wurden, soll es bald auch wieder zurück in die zweite Liga gehen.

Dafür hat der zur Saison 2014/15 neu verpflichtete italienische Trainer Gino Lettieri mit Dennis Grothe und Sascha Dum zwei erfahrene und bundesligaerprobte Spieler in seinen Reihen. Nach den ersten vier Spielen steht die Lettieri-Elf aktuell mit fünf Punkten auf Platz zehn. Wohin die Reise in dieser Saison führen wird, ist noch nicht abzusehen. Sicher ist nur: Grlic und sein MSV haben sich neu aufgestellt und greifen wieder an.

Spieldaten

1. Runde, DFB-Pokal 2014/2015
1 : 0
MSV Duisburg
11. Zlatko Janjic (Elfmeter) 1:0
1. FC Nürnberg
Stadion
Schauinsland-Reisen-Arena
Datum
15.08.2014 19:00 Uhr
Schiedsrichter
Christian Dingert
Zuschauer
18108

Aufstellung

MSV Duisburg
Ratajczak - Wille - Schorch - Meißner - Wolze - Albutat - Bohl - Gardawski (52. Klotz) - Janjic (74. 18466) - 18466 - Onuegbu (66. Schnellhardt)
Reservebank
Lenz, Klotz, Schnellhardt, 18466, Kühne, M'Bengue, Lekesiz
Trainer
Gino Lettieri
1. FC Nürnberg
Schäfer - Angha - Stark - Pinola - Ramirez (46. Bulthuis) - Mössmer - Petrak - Evseev (61. Gebhart) - Schöpf - Mlapa - Füllkrug (61. Sylvestr)
Reservebank
Rakovsky, Bulthuis, Gebhart, Sylvestr, Pachonik, Koch, Pekhart
Trainer
unbekannt

Ereignisse

11. min Spielstand: 1:0
Zlatko Janjic

46. min Spielstand: 1:0
Dave Bulthuis kommt für Cristian Ramirez

52. min Spielstand: 1:0
Michael Gardawski

52. min Spielstand: 1:0
Nico Klotz kommt für Michael Gardawski

55. min Spielstand: 1:0
Willi Evseev

56. min Spielstand: 1:0
Kevin Wolze

61. min Spielstand: 1:0
Timo Gebhart kommt für Willi Evseev

61. min Spielstand: 1:0
Jakub Sylvestr kommt für Niclas Füllkrug

66. min Spielstand: 1:0
Fabian Schnellhardt kommt für Kingsley Onuegbu

74. min Spielstand: 1:0
18466 kommt für Zlatko Janjic

89. min Spielstand: 1:0
18466

90. min Spielstand: 1:0
Martin Angha